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Klassiker..... einfach gut....

Nutzer: kaltesHändchen
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geschrieben am: 16.02.2002    um 01:12 Uhr   
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
ein Birnbaum in seinem Garten stand,
und kam die goldne Herbsteszeit
und die Birnen leuchteten weit und breit,
da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
und kam in Pantinen ein Junge daher,
so rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?"
Und kam ein Mädchen, so rief er: "Lütt Dirn,
kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn."
So ging es viel Jahre, bis lobesam
der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
wieder lachten die Birnen weit und breit,
da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."
Und drei Tage darauf aus dem Doppeldachhaus
trugen von Ribbeck sie hinaus,
alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
sangen: "Jesus meine Zuversicht",
und die Kinder klagten, das Herze schwer:
"He ist dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?"

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
der neue freilich, der knausert und spart,
hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
der wußte genau, was er damals tat,
als um eine Birn' ins Grab er bat,
und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
uind in der goldnen Herbsteszeit
leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
da flüstert's im Baume: "Wiste 'ne Beer?"
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: "Lütt Dirn,
kumm man röwer, ick gew di 'ne Birn."

So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

(Theodor Fontane)



mal gespannt ob auch andere diese klassiker lieben....
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Nutzer: juleken
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geschrieben am: 16.02.2002    um 01:14 Uhr   



mag ihn .....am liebsten von "Achim Reichel"
vorgetragen.......zwinkertz

dat Julschen
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"Autor"  
Nutzer: kaltesHändchen
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geschrieben am: 16.02.2002    um 01:30 Uhr   
absolutes lieblingsgedicht.....


John Maynard!

»Wer ist John Maynard?«

»John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.«

* * *

Die »Schwalbe« fliegt über den Erisee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: »Wie weit noch, Steuermann?«
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
»Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund.«

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
»Feuer!« war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sichŽs dicht,
Und ein Jammern wird laut: »Wo sind wir? wo?«
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
»Noch da, John Maynard?«
»Ja,Herr. Ich bin.«
»Auf den Strand! In die Brandung!«
»Ich halte drauf hin.«
Und das Schiffsvolk jubelt: »Halt aus! Hallo!«
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. -

»Noch da, John Maynard?« Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: »Ja, Herr, ich halt's!«
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die »Schwalbe« mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!


* * *

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!


* * *

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell'n
Himmelan aus Kirchen und Kapell'n,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
»Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.«
(Theodor Fontane)


grinselt zu jule....ne nee....sowas auch...*rezwinkert*
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Nutzer: juleken
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geschrieben am: 16.02.2002    um 12:28 Uhr   
An Emilie

Gekommen ist der Heil'ge Christ,
Die ganze Stadt voll Lichter ist,
Auch unsre sollen brennen,
Die Sorgen weg und zünde an,
Ich will derweil, so gut ich kann,
Dir meine Wünsche nennen.

Empfang zuerst ein Strumpfenband,
Das ich für 30 Pfengk erstand
Bei Fonrobert im Laden,
Ich wünsche dir, geliebtes Weib,
Bald wieder einen dünnern Leib
Und etwas dickre Waden.

Empfang alsdann ein Konto-Buch,
Fürs Credit ist es groß genug,
Fürs Debet etwas kleine,
Indes es heißt ja: "rund die Welt",
Der Beutel wird mal wieder Geld
Und hilft uns auf die Beine.

Und drum zuletzt den heißen Wunsch,
Daß unsres Schicksals dicker Flunsch
Bald hübschren Zügen weiche,
Und daß ein bißchen Sonnenschein
Zieh wieder endlich bei uns ein
Und unser Herz beschleiche.



Theodor Fontane




grinsel......auch schön... :o))


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Nutzer: kreuzbergzecke
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geschrieben am: 16.02.2002    um 12:31 Uhr   
mir wird schlecht
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"Autor"  
Nutzer: Soifa
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geschrieben am: 16.02.2002    um 12:55 Uhr   
oha..des gedicht "john maynard" hab ick ja schon fast vergessen..musst ick ma janz früher inna grundschule vortragen..aber da war mir der inhalt nich so bewusst..is ja wirklich chic des gedicht wa..schreib ma bitte noch mehr auf.!

dis Soifachen
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"Autor"  
Nutzer: kaltesHändchen
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geschrieben am: 16.02.2002    um 19:20 Uhr   
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.


Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -


»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«


Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -


»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«


Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -


»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -


Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

(Goethe)
Geändert am 16.02.2002 um 19:21 Uhr von KaltesHändchen
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Nutzer: juleken
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geschrieben am: 16.02.2002    um 23:03 Uhr   
Gorm Grymme

König Gorm herrscht über Dänemark,
er herrscht die dreißig Jahr,
sein Sinn ist fest, seine Hand ist stark,
weiß worden ist nur sein Haar,
weiß worden sind nur seine buschigen Brau'n,
die machten manchen stumm,
im Grimme liebt er drein zu schau'n, -
Gorm Grymme heißt er drum.

Und die Jarls kamen zum Fest des Jul,
Gorm Grymme sitzt im Saal,
und neben ihm sitzt, auf beinernem Stuhl,
Thyra Danebod, sein Gemahl;
sie reichen einander still die Hand
und blicken sich an zugleich,
ein Lächeln in beider Augen stand, -
Gorm Grymme, was macht dich so weich?

Den Saal hinunter, in offner Hall',
da fliegt es wie Locken im Wind,
Jung-Harald spielt mit dem Federball,
Jung-Harald, ihr einziges Kind,
sein Wuchs ist schlank, blond ist sein Haar,
blau-golden ist sein Kleid,
Jung-Harald ist heut fünfzehn Jahr,
und sie lieben ihn allbeid'.

Sie lieben ihn beid'; eine Ahnung bang
kommt über die Königin;
Gorm Grymme aber den Saal entlang
auf Jung-Harald deutet er hin,
und er hebt sich zum Sprechen, - sein Mantel rot
gleitet nieder auf den Grund:
»Wer je mir spräche, 'er ist tot',
der müßte sterben zur Stund'.«

Und Monde gehn. Es schmolz der Schnee,
der Sommer kam zu Gast,
dreihundert Schiffe fahren in See,
Jung-Harald steht am Mast,
er steht am Mast, er singt ein Lied,
bis sich's im Winde brach,
das letzte Segel, es schwand, es schied, -
Gorm Grymme schaut ihm nach.

Und wieder Monde. Grau-Herbstestag
liegt über Sund und Meer,
drei Schiffe mit mattem Ruderschlag
rudern heimwärts drüber her;
schwarz hängen die Wimpel; auf Brömsebro-Moor
Jung-Harald liegt im Blut, -
wer bringt die Kunde vor Königs Ohr?
Keiner hat den Mut.

Thyra Danebod schreitet hinab an den Strand,
sie hatte die Segel gesehn;
sie spricht: »Und bangt sich euer Mund,
ich meld' ihm, was geschehn«;
ablegt sie ihr rotes Korallengeschmeid'
und die Gemme von Opal,
sie kleidet sich in ein schwarzes Kleid
und tritt in Hall' und Saal.

In Hall' und Saal. An Pfeiler und Wand
Goldteppiche ziehen sich hin,
schwarze Teppiche nun mit eigener Hand
hängt drüber die Königin,
und sie zündet zwölf Kerzen; ihr flackernd Licht,
es gab einen trüben Schein,
und sie legt ein Gewebe, schwarz und dicht,
auf den Stuhl von Elfenbein.

Eintritt Gorm Grymme. Es zittert sein Gang,
er schreitet wie im Traum,
er starrt die schwarze Hall' entlang,
die Lichter, er sieht sie kaum,
er spricht: »Es weht wie Schwüle hier,
ich will an Meer und Strand,
reich' meinen rotgoldenen Mantel mir
und reiche mir deine Hand.«

Sie gab ihm einen Mantel dicht,
der war nicht golden, nicht rot,
Gorm Grymme sprach: »Was niemand spricht,
ich spreche es: er ist tot.«
Er setzte sich nieder, wo er stand,
ein Windstoß fuhr durchs Haus,
die Königin hielt des Königs Hand,
die Lichter loschen aus.


Theodor Fontane

Geändert am 16.02.2002 um 23:05 Uhr von juleken
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geschrieben am: 16.02.2002    um 23:49 Uhr   
Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine WortŽ und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
Kann ichs lassen;
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!



Geändert am 16.02.2002 um 23:51 Uhr von KaltesHändchen
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geschrieben am: 16.02.2002    um 23:50 Uhr   
O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willsts am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer.
Wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsO, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willsts am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer.
Wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los.

"In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu diesem Zwecke,
Erst hervor, der alte Meister."


Herr und Meister! hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los.

"In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu diesem Zwecke,
Erst hervor, der alte Meister."


(Goethe)
Geändert am 16.02.2002 um 23:52 Uhr von KaltesHändchen
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Nutzer: juleken
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geschrieben am: 17.02.2002    um 00:07 Uhr   

NIS RANDERS (Otto Ernst)

Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd-
ein Schrei durch die Brandung!

Und brennt der Himmel,so sieht man's gut:
Ein Wrack auf der Sandbank.Noch wiegt es die Flut;
gleich holt sich's der Abgrund.

Nis Randers lugt - und ohne Hast
spricht er:da hängt noch ein Mann im Mast,
wir müssen ihn holen.

Da fast ihn die Mutter:Du steigst mir nicht ein!
Dich will ich behalten,du bleibst mir allein,
ich will's ,deine Mutter!

Dein Vater ging unter und Momme,mein Sohn;
drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
mein Uwe ,mein Uwe!

Nis tritt auf die Brücke.Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
Und seine Mutter?

Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
hohes,hartes Friesengewächs;
schon sausen die Ruder.

Boot oben,Boot unten,ein Höllentanz!
Nun muß es zerschmettern...Nein es blieb ganz...
Wie lange?Wie lange?

Mit feirigen Geißeln peitscht das Meer
die menschenfressenden Rosse daher;
sie schnauben und schäumen.

Wie hechelnde Hast sie zusammen zwingt!
Eins auf den Nacken des anderen springt
mit stampfenden Hufen!

Drei Wetter zusammen!Nun brennt die Welt!
Was da? - Ein Boot,das landwärts hält -
Sie sind es!Sie kommen!--

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt....
Still--ruft da nicht einer? -Er schreit's durch die Hand:
Sagt Mutter, 's ist Uwe





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"Autor"  
Nutzer: crazymiss
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geschrieben am: 17.02.2002    um 20:54 Uhr   
schauts ojeee...jkohn maynerd den kenn ich doch noch...durfte ich mal auswendig lernen...
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"Autor"  
Nutzer: kaltesHändchen
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geschrieben am: 19.02.2002    um 13:11 Uhr   
hmmm....mal böse zu jule blickt....*grrrrr*...musste das sein???....tränen aus augenwinkel wisch....*schnüff*...

(zitat)Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt....
Still--ruft da nicht einer? -Er schreit's durch die Hand:
Sagt Mutter, 's ist Uwe (/zitat)

naja...grund genug mal was lustiges zu suchen....
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"Autor"  
Nutzer: kaltesHändchen
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Anzahl Nachrichten: 10

geschrieben am: 19.02.2002    um 13:17 Uhr   
Die schöne Nacht
Nun verlaß ich diese Hütte,
Meiner Liebsten Aufenthalt,
Wandle mit verhülltem Schritte
Durch den öden, finstern Wald.
Luna bricht durch Busch und Eichen,
Zephir meldet ihren Lauf,
Und die Birken streun mit Neigen
Ihr den süßen Weihrauch auf.
Wie ergötz ich mich im Kühlen
Dieser schönen Sommernacht!
O wie still ist hier zu fühlen,
Was die Seele glücklich macht!
Läßt sich kaum die Wonne fassen!
Und doch wollt ich, Himmel, dir
Tausend solcher Nächte lassen,
Gäb mein Mädchen Eine mir!


(Goethe)


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Nutzer: kaltesHändchen
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geschrieben am: 19.02.2002    um 13:19 Uhr   
Faulheit, endlich muß ich dir
Auch ein kleines Loblied bringen!
O!. . . Wie. . . sauer. . . wird es mir
Dich nach Würde zu besingen!
Doch ich will mein Bestes tun:
Nach der Arbeit ist gut ruhn.


Höchstes Gut, wer dich nur hat,
Dessen ungestörtes Leben. . .
Ach!. . . ich gähn!. . . ich. . . werde matt.
Nun, so magst du mir's vergeben,
Daß ich dich nicht singen kann:
Du verhinderst mich ja dran.


(Lessing)

*grins*
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