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Mal was klassisches dazuschreiben...

Nutzer: Gast_guam
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geschrieben am: 22.07.1999    um 21:17 Uhr   
[i]Ratet mal, von wem ist das? [/i]

Zweyte Scene.
Verwandelt sich in Capulets Garten.
Romeo tritt auf.
Romeo.
Der lacht über Narben, die nie keine Wunde fühlte - - Aber stille! was für ein Licht bricht aus
jenem Fenster hervor? Es ist der Osten, und Juliet ist die Sonne - -
(Juliette erscheint oben am Fenster.)
Geh auf, schöne Sonne, und lösche diese neidische Luna aus, die schon ganz bleich und krank
vor Verdruß ist, daß du, ihr Mädchen, schöner bist als sie. Sey nicht länger ihre Aufwärterin, da
sie so neidisch ist; ihre Vestalen-Livree ist nur blaß und grün, und wird nur von Thörinnen
getragen; wirf sie ab - - Sie spricht, und sagt doch nichts; was ist das? - - Ihr Auge redt, ich
will ihm antworten - - Wie voreilig ich bin! Sie redt nicht mit mir: Zween von den schönsten
Sternen des ganzen Himmels, die anderswo Geschäfte haben, bitten ihre Augen, daß sie,
indessen bis sie wiederkommen, in ihren Sphären schimmern möchten - - Wie wenn ihre
Augen dort wären, und jene in ihrem Kopfe? Der Glanz ihrer Wangen würde diese Sterne
beschämen, wie Tag-Licht eine Lampe; ihre Augen, wenn sie am Himmel stühnden, würden
einen solchen Strom von Glanz durch die Luft herabschütten, daß die Vögel zu singen anfiengen,
und dächten, es sey nicht Nacht: Sieh! sie lehnt ihre Wange an ihre Hand! O daß ich ein
Handschuh an dieser Hand wäre, damit ich diese Wange berühren möchte!
Juliette.
Ach! ich Unglükliche! - -
Romeo.
Sie redt. O, rede noch einmal, glänzender Engel! Denn so über meinem Haupt schwebend
scheinst du diesen Augen so glorreich als ein geflügelter Bote des Himmels den weitofnen
emporstarrenden Augen der Sterblichen, die, vor Begierde ihn anzugaffen, auf den Rüken fallen
- - wenn er die trägschleichenden Wolken theilend auf dem Busen der Luft in majestätischem
Flug dahersegelt.
Juliette.
O Romeo, Romeo - - Warum bist du Romeo? - - Verläugne deinen Vater und entsage deinem
Namen - - oder wenn du das nicht willt, so schwöre mir nur ewige Liebe und ich will keine
Capulet mehr seyn.
Romeo leise.
Soll ich länger zuhören, oder auf dieses antworten?
Juliette.
Nicht du, bloß dein Nahme ist mein Feind; du würdest du selbst seyn, wenn du gleich kein
Montague wärest - - Was ist Montague? - - Es ist weder Hand noch Fuß, weder Arm noch
Gesicht, noch irgend ein andrer Theil. Was ist ein Name; Das Ding das wir eine Rose nennen,
würde unter jedem andern Namen eben so lieblich riechen. Eben so würde Romeo, wenn er
schon nicht Romeo genannt würde, diese ganze reizende Vollkommenheit behalten, die ihm,
unabhängig von diesem Namen, eigen ist - - Romeo, gieb deinen Namen weg, und für diesen
Namen, der kein Theil von dir ist, nimm mein ganzes Ich.
Romeo.
Ich nehme dich beym Wort; nenne mich nur deinen Freund, und ich will meinem Taufnamen
entsagen, ich will von nun an nicht mehr Romeo seyn.
Juliette.
Wer bist du, der hier, in Nacht gehüllt, mein einsames Selbstgespräche belauscht?
Romeo.
Durch einen Namen weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin; mein Name, theure Heilige, ist mir
selbst verhaßt, weil er ein Feind von dir ist. Ich wollt' ihn zerreissen, wenn ich ihn geschrieben
hätte.
Juliette.
So neu sie mir ist, so kenn' ich doch diese Stimme - - Bist du nicht Romeo, und ein Montague?
Romeo.
Keines von beyden, schöne Heilige, wenn dir eines davon mißfällt.
Juliette.
Wie kamst du hieher, sage mir das, und warum? Die Garten-Mauer ist hoch und schwer zu
ersteigen, und der Ort Tod, wenn dich einer von meinen Verwandten gewahr würde.
Romeo.
Mit der Liebe leichten Flügeln überflog ich diese Mauern, einen zu schwachen Wall gegen den
mächtigsten Gott; was die Liebe thun kan, dazu hat sie auch den Muth;

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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 23.07.1999    um 14:47 Uhr   
[i]lächelt zu guam[/i]
der gleiche verfasser - doch ein völlig anderer blick auf die liebe

(Demetrius und Helena treten auf.)
Demetrius:
Ich lieb dich nicht: verfolge mich nicht mehr!-
Wo ist Lysander und die schöne Hermia?
Ihn töten möcht ich gern; sie tötet mich.
Du sagtest mir von ihrer Flucht hierher;
Nun bin ich hier, bin in der Wildnis wild,
Weil ich umsonst hier meine Hermia suche.
Fort! heb dich weg und folge mir nicht mehr!
Helena:
Du ziehst mich an, hartherziger Magnet!
Doch ziehest du nicht Eisen, denn mein Herz
Ist echt wie Stahl. Laß ab, mich anzuziehn,
So hab ich dir zu folgen keine Macht.
Demetrius:
Lock ich Euch an, und tu ich schön mit Euch?
Sag ich Euch nicht die Wahrheit rund heraus,
Daß ich Euch nimmer lieb und lieben kann?
Helena:
Und eben darum lieb ich Euch nur mehr!-
Ich bin Eu`r Hündchen, und, Demetrius,
Wenn Ihr mich schlagt, ich muß Euch dennoch schmeicheln.
Begegnet mir wie Eurem Hündchen nur,
Stoßt, schlagt mich, achtet mich gering, verliert mich;
Vergönnt mir nur, unwürdig, wie ich bin,
Euch zu begleiten. Welchen schlechteren Platz
Kann ich mir wohl in Eurer Lieb` erbitten,
(Und doch ein Platz von hohem Wert für mich!)
Als daß ihr so wie Euren Hund mich haltet?
Demetrius:
Erregt nicht so den Abscheu meiner Seele!
Mir ist schon übel, blick ich nur auf dich.
Helena:
Und mir ist übel, blick ich nicht auf Euch.
Demetrius:
Ihr tretet Eurer Sittsamkeit zu nah,
Da ihr die Stadt verlaßt und einem Mann
Euch in die Hände gebt, der Euch nicht liebt,
Da Ihr den Lockungen der stillen Nacht
Und einer öden Stätte bösem Rat
Das Kleinod Eures Mädchentums vertraut.
Helena:
Zum Schutzbrief dienet Eure Tugend mir.
Es ist nicht Nacht, wenn ich Eu`r Antlitz sehe;
Drum glaub ich jetzt, es sei nicht Nacht um mich.
Auch fehlt`s hier nicht an Welten von Gesellschaft,
Denn Ihr seid ja für mich die ganze Welt.
Wie kann man sagen nun, ich sei allein,
Da doch die ganze Welt hier auf mich schaut?
Demetrius:
Ich laufe fort, verberge mich im Busch
Und lasse dich der Gnade wilder Tiere.
Helena:
Das wildeste hat nicht ein Herz wie du.
Lauft, wenn Ihr wollt! Die Fabel kehrt sich um:
Apollo flieht, und Daphne setzt ihm nach.
Die Taube jagt den Greif; die sanfte Hindin
Stürzt auf den Tiger sich. Vergebne Eil`!
Verfolgt die Zagheit, flieht die Tapferkeit.
Demetrius:
Ich steh nicht länger Rede: laß mich gehen!
Wo du mir folgst, so glaube sicherlich,
Ich tue dir im Walde Leides noch.
Helena:
Ach, in der Stadt, im Tempel, auf dem Felde
Tust du mir Leides. Pfui, Demetrius!
Dein Unglimpf würdigt mein Geschlecht herab.
Um Liebe kämpft ein Mann wohl mit den Waffen;
Wir sind, um euch zu werben, nicht geschaffen.
Ich folge dir, und finde Wonn` in Not,
Gibt die geliebte Hand mir nur den Tod.
(Beide ab.)
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