| "Autor" |
Edition Lyra |
|
|
|
geschrieben am: 07.08.1999 um 23:34 Uhr
|
|
hi @all,
Hier mal einige Leseproben aus der Edition Lyra des Verlages Agentur Bülbül www.uribuelbuel.de/
.................................................................
[b]Ich träumte einen Kuß[/b]
ich träumte einen kuß
auf deine lippen
feucht streifte ein gedanke deine haut
schlug wild in meinem blut dein herz
und meine zunge suchte liebesschweiß
in deinem grund
beim auf und ab
von deinen sanften hügeln
befreite sich ein weicher schrei
und stürzte über deine klippen
umgrünt von wilder lebenswucht
umschlungen lagen uns're ufer
die strömungen vermischten sich
und frischer wind entriß uns eine feder
blies weit sie über uns hinweg
Matthias Wittzek
-------------------------------------------
[b]Dir näherkommen[/b]
egal
ob schiff
und wind
dir
wie auch immer
schritt
für schritt
das salz
zu dir
schmeckt
ich will trinken
dir entgegen
und frische brise
wie dein mund
umfließt mich
und im pulsschlag
atme ich schon
deine wellen
Matthias Wittzek
--------------------------------------------
[b]Buchstäblich[/b]
buchstäblich
malte ich deinen namen
auf gedanken
lachte ein, zwei farben dazu
die ich auf deinen brüsten erküßt hatte
und sprach dich vorsichtig aus
Matthias Wittzek
---------------------------------------------
[b]Klage[/b]
Das Metall der Städte
liegt faulend bei der Liebenden Fleisch
aus brennenden Nachtschloten
steigt der Pest schwarzer Atem
des Gekreuzigten Silberaugen
bluten rostend
der Sterbende verflucht
das mordende Geschlecht:
Mensch
Thomas Fillinger
-----------------------------------------------
[b]Andromeda[/b]
geflog im tanz augenstern
gestorb in nichtnacht
nebst:
einsam
trunken
zeitig
die uhr
ahnung
behend
geblichen
nichtnebel
nichtleuch
nur
einander und durch:
wir wie säulen
wir wie eisen
wir wie einzwei
gemein geeint sam
da: ich blick die blutsonn
gestromt der türen stahl
gefestigt zeitschmelze
du oh blumig oh du so
nichtgedacht
nichtgemacht
nur:
Andromeda
Thomas Fillinger
-----------------------------
[b]Gedicht 3[/b]
Aschklingend
aus der Tiefe gerufen:
ein Klang, ein Ton
Diesseitig,
aus Fels gesplittert:
ein Haar, ein Fleisch
das Du umschlungen betörst
mit geblondeten Medusenarmen
Thomas Fillinger
------------------------------------
[b]mätresse[/b]
meine mätresse
geliert
erfriert
unter mir
über mir
erstaunt
gelaunt
mein kontrahent
Oliver Martin Dahm
------------------------------------
[b]traum[/b]
dein langes gebräuntes bein schlängelt
räkelt sich
er, mein bekannter
mit wenig haaren greift nach dir
rechts geht es weiter
wo eigentlich rundungen zu schätzen wären
doch nichts dergleichen
ein anderer traum wächst aus dem stumpf
Oliver Martin Dahm
----------------------------------------
cu
javabean
[Diese Nachricht wurde geändert von: javabean (geändert am: 07-08-99).] |
|
|
|
|
|
|
Top
|