|
|
|
geschrieben am: 10.08.1999 um 01:14 Uhr
|
|
In diesem Moment, da ich die Schaltfläche [i]Abschicken[/i] geklickt habe, kann ich es nicht rückgängig machen, für mich selbst jedenfalls.
Die folgende Geschichte steht nun im Forum (dadaaa!) Ich werde mich nicht vorher dafür entschuldigen, werde nicht sagen: "He, ich bin doch kein Autor!" oder "das ist meine erste Geschichte" und "normalerweise mache ich sowas ja gar nicht...".
Als Feigling habe ich mich oft genug erwiesen, mal öffentlich, mal still und [i]heimlich[/i], in meinem kleinen Kokon aus Scham und Schmerz.
Deswegen möchte ich dieses eine Mal die Konsequenzen tragen, werde Spott und Hohn ertragen.
Und vielleicht Zuspruch?
Werde es ertragen, wenn diese Geschichte, wie viele Andere auch, im Datenstrom dieses Forums untergeht.
Und zwar nicht mit Pauken und Trompeten wie die Titanic!
Sondern unbemerkt, still, wie ein kleines Beiboot, mit einem kleinen grauen Segel und einem kleinen Menschen drin.
Und weil ich kein Feigling sein will (obwohl Chatworld einem das doch [i]so[/i] einfach macht) werde ich keine Schwimmweste und keine kleinen orangen Armreifen tragen.
Schlagen die Wellen über mir zusammen, muß ich eben schwimmen.
Das kann ich übrigens nicht.
Muss es wohl noch lernen...
Statt dessen schlage ich nun [b]DIR[/b] einen Handel vor:
Nimm Dir etwas Zeit, vielleicht ein Glas Wein, mache es Dir gemütlich und lies, was ich in nicht ganz so kurzer Zeit geschrieben habe. Eile nicht dabei.
Dafür bekommst Du eine Geschichte, die ich mir nicht einmal ausdenken musste.
Es ist nämlich meine eigene.
____________________________________________
[b]Das[/b] Licht ging nur langsam an. Jemand musste an einem Dimmer drehen, denn anstatt einer plötzlichen Helligkeit konnte Nick nur langsam die deutlicher werdenden Konturen erkennen.
Er saß auf einem Holzstuhl, die [i]Tafel[/i] im Rücken. Er konnte den Raum nur schwer überblicken.
Der plötzliche Lichtstrahl erschreckte ihn, schnell drehte er sein Gesicht nach links, aus der Helligkeit, und wich nach Hinten aus.
Dabei warf er sich beinahe mitsamt des Stuhles um.
Es klapperte laut, als die hölzernen Vorderfüße wieder auf den Boden trafen. Nick verspürte den Impuls aufzuspringen!
Fast hätte er es getan, aber er erinnerte sich an die Tatsache, die er entdeckt hatte, als er noch in der Dunkelheit gesessen hatte.
Er hatte etwas herausgefunden, wozu er kein Licht benötigt hatte: Er war festgebunden. Ein dickes Tau fixierte ihn mehrfach an die Suhllehne. Seine Beine waren ebenso fixiert, die Bewegungsfreiheit war minimal.
Wahrscheinlich wäre er bei dem Versuch aufzuspringen nach vorne Gefallen, direkt auf sein Gesicht.
Also verharrte er in einer gespannten, gekrümmten Haltung, spürte das brennnende Licht auf seiner rechten Wange und auf seinem Hals. Der Deckenscheinwerfer wirkte für ihn wie ein Strick.
Die Augen ließ er geschlossen.
Er spürte, wie jemand neben ihn trat und stehen blieb. Leises Rascheln von Kleidung und ein feines Atmen waren die einzigen Informationen über die Anwesenheit einer anderen Person.
Nick versuchte, etwas zu riechen, aber sie schien steril zu sein. Wie eine Maschine.
Als er die Stimme zum ersten Mal hörte, wäre er beinahe wieder aufgesprungen! Seine Glieder schmerzten.
Er wollte wissen, wo zum Teufel, er war.
"Sehr, geehrte Damen und Herren!" sagte die Simme, Sie wurde elektronisch verstärkt und hallte laut im Raum, was den Kontrast zur vorangegangenen Stille nur verdeutlichte.
"Sehr geehrte Damen und Herren," rief sie freundlich, "ich möchte Ihne heute jemanden vorstellen. Ich werde Ihne heute einen jungen Mann zeigen, der entgegen seines äußeren Erscheinungsbildes sehr, sehr krank ist! Einen Mann, dessen Schicksal es ist, über seine Krankheit nicht sprechen zu können. Isoliert! Abgekapselt! Einen Mann, der seine Krankheit nicht einmal [i]erkennt[/i]!.
Ich habe Sie alle, liebe Kollegen, hierher eingeladen um zu diskutieren, wie eine Lösung für diesen armen |
|
|
|
|