| "Autor" |
flüssiger Sonnenschein |
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geschrieben am: 28.08.1999 um 21:11 Uhr
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Nicht gerade Literatur, aber gerade eben passiert:
...mal wieder Hunger und keine Lust zum Kochen,
im Lokal Essen zum Mitnehmen bestellt, drauf gewartet.
In den Eingang gestellt und verträumt nach draußen geblickt.
Plötzlich: ein Platzregen - kaum noch die andere Straßenseite zu sehen.
Ich blieb nicht lange alleine dort
Gäste wollten gehen, blieben stehen.
Manche holten Regenschirme raus,
andere zogen ihre Jacken über den Kopf.
Viele blieben kopfschüttelnd mit
genervten Mienen im Eingang stehen.
Ein Mann kam, blieb stehen, legte den Kopf schräg,
blickte nach oben, sagte:
"Wie schön - jede Menge flüssiger Sonnenschein"
und ging in den Regen hinaus.
Nach einigen Metern guckte er sich noch kurz um,
weil er mein Lachen gehört hatte,
lachte zurück und ging weiter.
Ein Kopf neben mir hielt kurz inne, sagte
"jetzt geht der doch bei Rot über die Ampel"
um dann heftigst weiterzuschütteln.
Als mein Essen kam, ging ich nach draußen,
blieb auf dem Weg stehen,
sah mit geschlossenen Augen nach oben,
und fühlte den Regen auf der Haut und
griff nach oben, um den Sonnenschein zu fangen.
Ob die Köpfe wohl noch immer dort schütteln? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.08.1999 um 08:12 Uhr
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Hallo Eshran!
Das kenne ich nur zu gut... Ich sage in so einem Fall immer: die Sonne scheint wieder einmal in strömen...
Ich kenne das Kopfschütteln, wenn man ohne Regenschirm durch den Regen läuft...
Einfach nur den Regen spürt...
Auch das ist Natur, ein Stück Freiheit. Es macht Spaß...
*lächelt* dazu fällt mir ein kleiner Reim ein, den ich als Teenager mal irgendwo aufgeschnappt habe:
[i]Du sagst, Du liebst den Wind,
aber Du schließt die Fenster.
Du sagst, Du liebst die Sonne,
aber Du stellst Dich in den Schatten.
Du sagst, Du liebst den Regen,
aber Du benützt den Regenschirm.
Ich habe Angst, Du sagst,
ich liebe Dich.[/i]
Alles Liebe,
Nixe
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.08.1999 um 22:54 Uhr
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[i]zum thema regen fiel mir folgendes ein... eine erinnerung, keine gedichtform, so war das nicht...[/i]
wenige tage nach tschernobyl, in goettingen, es regnete in stroemen, als ich aus dem buchladen kam...
und statt wie ueblich studenten dem regen trotzend mit nassem haar und nassen klamotten vorbeilaufen zu sehen, war die fussgaengerzone menschenleeer...
alle duckten sich unter sonnenschutzdaecher oder in hauseingaenge...
einige wochen war jeder regentropfen eine potentielle gefahr - in unserer wg wuschen wir nach jedem regen die jacken und selbst die schuhsohlen ab...
ist das alles fuer alle schon so vergessen, wie es das fuer mich bis zum lesen der zeilen ueber die regentropfen war? |
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