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"Autor"

Für einen Freund

Nutzer: syxn
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Anzahl Nachrichten: 72

geschrieben am: 22.09.1999    um 18:53 Uhr   
Einsam und allein, des Tages und der Nacht abgewandt.
Lebt um zu Leben, hat alles vergessen was früher war.
Und doch durch diesen Schmerz, die Wehmut hat ihn in der Hand.
Es war alles klar, doch ist es nicht mehr da.
Die Schatten an der Wand, die Schatten in seinem Verstand.
Das leben hat die Freude verloren, Er fühlt sich nirgendwo geborgen.
Hat niemand zum reden, niemand der sich für Ihn interessiert.
Hat Angst vor dem Leben und so viele andere Sorgen.
Hat Angst vor dem Leben, Er hatte soviel Herz,
ist alleine geblieben, hat nur noch den Schmerz.
Was ist geschehen was ist passiert, hat Angst,
daß er die Nerven verliert.
Dieser Stachel in Ihm dieser kleine spitze Dorn,
Er hat so geliebt und hat alles verloren.
Er hat alles aufgegeben schaut nicht mehr nach vorn.
Er hat alles und sich selbst verloren.
Tag für Tag der gleiche Trott, Er kommt sich vor wie Tod
Ein Schatten seiner selbst und dem was Er früher war.
Er sitz Stunden lang stumm da, und starrt in einem fort
ohne etwas zu sehen, Er lässt alles geschehen, lässt alles laufen
denn es ist nichts wie es früher war.
Er hätte nie gedacht das es Ihm einmal passiert,
daß es Er ist der sich selbst aufgibt,
Abend ist Er voll den dann ist er im Glück,
lebt von vergangenem und schaut nicht mehr nach vorn.
_____________________________________________
Hat diesen Text vor einiger Zeit als Lied geschrieben, dass er einem guten Freund gewidmet hat dem es so passiert ist.
Mittlerweile sehe ich Ihn kaum noch weil er angefangen hat niemanden mehr in seine Wohnung zu lassen um Ihn zu besuchen.
Aber ich telefoniere noch regelmäßig 4x die Woche mit Ihm und bemerke eine Veränderung im positiven Sinne und hoffe mal das Er sich wieder fängt. Denn helfen lässt er sich nicht.
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"Autor"  
Nutzer: eshran
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Anzahl Nachrichten: 526

geschrieben am: 26.09.1999    um 18:27 Uhr   
Weder kenne ich Dich noch Deinen Freund, jedoch sehr gut kenne ich
[i]
Zeiten in denen alles dunkel und sinnlos scheint
selbst Freundschaft überflüssig
sich zurückziehen in sich selber
jeder Atemzug, jeder Gedanke kostet Kraft
sich treiben lassen
alles egal
der Wunsch nicht mehr denken, fühlen, sein zu müssen
[/i]
Vielleicht sehe ich zuviel von mir in Deinem Freund,
vielleicht gibt es wirklich Parallelen. Falls letzteres -
ein paar Gedanken von jemandem, der über solche Zeit hinweg gefunden hat:
vielleicht helfen Deinem Freund Eure Telefonate wesentlich mehr, als Du ahnst.
Es ist nicht ein Gespräch, ein Ereignis, ein Tag, der aus solchen Phasen herausführt.
Vielmehr ist es ein täglicher Kampf gegen sich selber. Helfen tun nicht irgendwelche
großen Begebenheiten, sondern die vielen kleinen, scheinbar unwichtigen Erlebnisse:
ein kurzer Anruf,
ein Lächeln,
jemand, der einem ein Taschentuch reicht, wenn die Nase läuft
eine Urlaubspostkarte,
der Blick eines Kindes,
ein "Schade, daß Du nicht da warst - ich wollte mit Dir einen Döner essen" Post-It an
der Wohnungstür
ein Fremder, der einen Bonbon schenkt 'weil Sie so traurig aussehen'
ein Päckchen mit einem Beutel Kamillentee, wenn man erkältet ist
...
Und Freunde, die einem über lange Zeit hinweg immer wieder durch
Kleinigkeiten zeigen, daß sie zu einem halten, auch wenn man selber
das Gefühl hat, diese Freundschaft im Moment 'nicht zu verdienen'.
Schlimmer noch - wenn man sich gegen Freundschaft wehrt. Manchmal aus Gleichgültigkeit
dem Leben gegenüber, manchmal aus Angst, verletzt zu werden, manchmal aus dem Wunsch
heraus, alle Verbindungen zum Leben abzubrechen... und es mag viele Gründe mehr geben.
Dennoch gibt es im Innern etwas -und sei es nur für Momente-, was nach Freundschaft,
nach Akzeptanz, nach Leben schreit. Mit jeder abgebrochenen Verbindung, jedem Rückzug
von der Außenwelt wird ein Teil dieses 'Etwas' zerstört. Mit jeder gereichten Hand
von außen (selbst wenn sie nicht angenommen wird), wird diesem 'Etwas' ein bißchen Mut
zum Kämpfen gereicht.
Vielleicht kannst Du Deinem Freund nicht helfen, von heute auf morgen wieder ein
'normales Leben' zu führen, aber ich glaube, daß Du ihm mit Kleinigkeiten helfen
kannst, von Tag zu Tag zu leben. Und über längere Zeit hinweg vielleicht einen
Hauch weniger gleichgültig zu leben. Bis er vielleicht eines Tages wieder gerne lebt?
"Unter Freunden können Gespräche über das Wetter Wunder bewirken."
(Erich Kästner)

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinem Freund alles Gute!
Eshran
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