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Opa Leopolds Sommer-Erinnerungen

Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 14.10.1999    um 16:18 Uhr   
Hummelflug
Immer wenn ich im Sommer über die Streuobstwiese surre, schwelge ich beim Anblick der ganzen Blumenpracht. Wie sie fett in der Sonne glänzen und sich im leichten Windhauch schlängeln bringen sie mich schier um den Verstand mit ihren Farben und Düften.
Die Blütenkelche weit geöffnet, den Stempel Allen und Allem entgegengestreckt, verschwenden sie hingebungsvoll ihren Blütenstaub.
Mich verzieht es dann immer an die kleine Mauer hinter der Hecke. Etwas abseits gelegen und auf kargem Boden gedeihen dort die interessantesten Blumen die ich kenne.
Sie sind nicht leicht zu erobern obwohl sie eher zu den Unscheinbaren gehören.
Verschlossen und kalt präsentieren sie sich, als wollten sie mir sagen: Rührmichnichtan.
Von der Natur sind sie nicht so üppig ausgestattet wie ihre anderen Schwestern. Ihre Farben sind feiner und nuancierter, der Duft ist aufregend herb und es liegt eine Schwere und Tiefe in ihnen verborgen. Viele meiner Artgenossen verschmähen allerdings die Beschwerlichkeit sie zu erobern.
Zuerst umkreise ich sie ein wenig, damit sie sich an mich gewöhnen können. Dann setze ich mich zuerst ganz leicht auf ein Blatt und schaukle ein bißchen hin und her. Nach einem langen Necken und Spielen steige ich langsam höher zu ihrem zitternden Blütenkelch. Ganz vorsichtig drücke ich ihre Blüten auseinander und schleiche mich mich wie Dieb summend und surrend in sie hinein. Ist erst einmal der erste Widerstand überwunden drücken und reiben sie ihren Stempel an mir.
Ich spüre wie sie sich rythmisch bewegen und mit ihren Blütenblättern wedeln als wollten sie mich nie mehr loslassen. Ein einziges unvergleichliches Vergnügen ist es ihren Nektar zu schlürfen und zu schlecken und in ihrem Blütenstaub zu ertrinken. Schier endlos wird dieser Moment und möchte nicht enden.
Die Eroberung dieser scheinbar abweisenden Blumen ist es, was mich besonders reizt.
Ihnen zu zeigen, daß sie sich ebenso hingeben und dabei vergehen wie alle Anderen. Ihr Verlangen zu spüren ist mir ein unermeßliches Vergnügen. Ihr Verlangen ist meine Macht, doch währt sie nur einen kurzen Moment.
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Nutzer: Vielsag
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geschrieben am: 14.10.1999    um 19:31 Uhr   
„Bleib mir von meinem Zucker weg,
du gelbgestreifter Brummer,“
so sprach der Pfaumenkuchen keck,
er fürchtete den Kummer.
Die Wespe doch flog schnell hinab
und ließ sich auf ihm nieder.
Sie labte sich, biß kräftig ab
und putzte ihre Glieder.
Doch Poldi kam, und wie ein Hase
aß rasch der seinen Kuchen auf.
Die Wespe stach ihn in die Nase.
Jetzt hat er einen Hügel drauf!
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