| "Autor" |
die liebenden |
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geschrieben am: 13.08.2001 um 13:13 Uhr
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(zitat)die liebenden
trennen wollten wir uns? waehnten es gut und klug?
da wirs taten, warum schroeckte, wie mord, die tat?
ach! wir kennen uns wenig,
denn es waltet ein gott in uns.
den verraten? ach ihn, welcher uns alles ernst,
sinn und leben erschuf, ihn, den beseelenden
schutzgott unserer liebe,
dies, dies eine vermag ich nicht.
aber anderen fehl denket der menschen sinn,
andern ehernen dienst uebt er und anders recht,
und es fordert die seele
tag fuer tag der gebrauch uns ab.
wohl! ich wusste es zuvor. seit der gewurzelte
allentzweiende hass goetter und menschen trennt,
muss, mit blut sie zu suehnen,
muss der liebenden herz vergehn.
lass mich schweigen! oh lass nimmer von nun an mich
dieses toedliche sehn, dass ich im frieden doch
hin ins einsame ziehe,
und noch unser der abschied sei!
reich die schale mir selbst, dass ich des rettenden
heiligen giftes genug, dass ich des lethetranks
mit dir trinke, dass alles,
hass und liebe, vergessen sei!
hingehn will ich. vielleicht seh ich in langer Zeit
diotima! dich hier. aber verblutet ist
dann das wuenschen und friedlich
gleich den seligen, fremd sind wir,
und ein ruhig gespraech fuehret uns auf und ab,
sinnend, zoegernd, doch itzt fasst die vergessenen
hier die stelle des abschieds,
es erwarmet ein herz in uns,
staunend seh ich dich an, stimmen und suessen sang,
wie aus voriger zeit hoer ich und saitenspiel,
und befreiet in luefte
fliegt in flammen der geist uns auf.
friedrich hoelderlin, 1770-1843(/zitat)
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.08.2001 um 13:51 Uhr
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(zitat)der tod der liebenden
durch hohe tore wird das meer gezogen
und goldne wolkensaeulen, wo noch saeumt
der spaete tag am hellen himmelsbogen
und fern hinab des meeres weite traeumt.
»vergiss der traurigkeit, die sich verlor
ins ferne spiel der wasser, und der zeit
versunkner tage. singt der wind ins ohr
dir seine schwermut, hoere nicht sein leid.
lass ab von weinen. Bei den toten unten
im schattenlande werden bald wir wohnen
und ewig schlafen in den tiefen drunten,
in den verborgenen staedten der daemonen.
dort wird uns einsamkeit die lider schliessen.
wir hoeren nichts in unserer hallen raeumen,
die fische nur, die durch die fenster schiessen,
und leisen wind in den korallenbaeumen.
wir werden immer beieinander bleiben
im schattenhaften walde auf dem grunde.
die gleiche woge wird uns dunkel treiben,
und gleiche traeume trinkt der kuss vom munde.
der tod ist sanft. und die uns niemand gab,
er gibt uns heimat. und er traegt uns weich
in seinem mantel in das dunkle grab,
wo viele schlafen schon im stillen reich.«
des meeres seele singt am leeren kahn.
er treibt davon, ein spiel den tauben winden
in meeres einsamkeit. der ozean
tuermt fern sich auf zu schwarzer nacht, der blinden.
in hohen wogen schweift ein kormoran
mit gruenen fittichs dunkler traeumerei.
darunter ziehn die toten ihre bahn.
wie blasse blumen treiben sie vorbei.
sie sinken tief. das meer schliesst seinen mund
und schillert weiss. der horizont nur bebt
wie eines adlers flug, der von dem sund
ins abendmeer die blaue schwinge hebt.
georg heym, 1887-1912(/zitat)
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