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Herbsterwachen |
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geschrieben am: 01.11.1999 um 11:24 Uhr
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Herbsterwachen
Die Sonne zieht ihre Bahnen ein Stückchen tiefer am Himmel als die Monate zuvor, die Tage werden langsam kürzer und nicht nur der Blick auf ein Thermometer verrät, daß der Sommer im sterben liegt. Doch sterben bedeutet nicht mehr, als festzustellen, etwas neues ist im Aufbruch.
Ein Blatt legt sich vor meinen Augen sanft zu Boden. Ein kühler Windhauch zieht an meinem Gesicht vorbei. Den Blick nach oben gerichtet, betrachte ich das Spiel der Wolken. Sie stehen hoch aufgetürmt, andere nur klein und wandern als Vorboten des kommenden langsam über das Blau. Eine gewisse Melancholie erfaßt mich, ich verliere mich in der Zeit, dem verfolgen der sich immer wieder neu formenden weißgrauen Berge über mir.
Abgeerntete Felder breiten sich vor mir aus. Die Stoppeln zeugen von der einstigen Pracht, die hier im Wind wogte. Doch ist die Pracht wirklich weg? Ist vergangen was einst die Schönheit dieses Fleckchens ausmachte? Nein, das Gesamtbild mit der Umgebung ist ein perfecktes. Bäume und Büsche, Sträucher und Wiesen, welche die Felder umgeben und sie durchziehen, lassen diese durch ihre natürliche Wandlung als wundervolle große Flächen erscheinen, die ein wenig Freiheit offenbaren, Grenzenlosigkeit.
Das kristallklare Wasser eines Baches bahnt sich seinen Weg. Darauf reisen einige Blätter. Niemand weiß, wo sie einmal ankommen werden, bevor sie sich endgültig zur Ruhe legen. Nicht mehr lange und die Farben dieser Jahreszeit haben überall Einzug gehalten.
Zugvögel machen sich auf in den Süden. In großen Schaaren gleiten sie am Himmel entlang. Man sieht vereinzelt auch schon ein paar Rabenvögel, die ihrerseits zu uns geflogen sind, um zu überwintern. Ihre krächzenden Stimmen erklingen zusammen mit den Lauten der anderen Vögel. Es scheint ein loses durcheinander, schließt man jedoch die Augen und läßt sich etwas treiben,...
Der Blick zum Horizont verrät den nahenden Abend. Der eben noch gleißende Ball der Sonne verwandelt sich in ein rundes Meer aus Rottönen und das ausgehende Licht legt einen Mantel der Farbigen Ruhe über die Wolken.
Die Menschen bleiben stehen, wo sie auch immer gerade sind und genießen, manche nur für einen Moment, aber sie machen es, den Farbenrausch des sich verabschiedenden Tages; dieses ersten Tages, an dem der Sommer gestorben, aber dafür der Herbst erwacht ist.
Agadir |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.11.1999 um 12:10 Uhr
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| [i]....danke agadir...[/i] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.11.1999 um 22:03 Uhr
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Die Erde entfernt uns von der warmen Sonne, wir ziehen uns in unsere Häuser zurück. Von dort aus sehnen wir uns nach Wärme, Liebe. Da steÃgen Erinnerungen auf. Ich sehe, was genau vor einem Jahr begann, sehe, was letzten Sommer war-und wie weit scheint es mir entfernt.
Die Blätter färben sich maiestätisch-welch Farbenpracht! Und doch, so wie sich die Blätter vom Baum lösen, die ihm das ganze Jahr über gedient haben, so lösen sich die Erinnerungen an diesen Sommer von mir. Die Dummheiten fallen ab und geraten in Vergessenheit. Nur die Erkenntnisse oder so manch Erlebnis bleibt im Herzen, tief verborgen. Und von da betrachte ich sie. Und von da sehne ich mich nach Dir. |
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