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geschrieben am: 19.11.1999 um 23:30 Uhr
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Oh, Du großer unfassbarer Gott!
Wie elend fühle ich mich vor Dir, ich armer kleiner Tor, der Dich zu ergründen suchte und auch heute nicht damit aufhören kann; suche ich zwar nicht mehr länger nach Dir, so doch nach dem, was Du nicht bist! Armer Narr, der ich bin, begreife nicht Deine Unendlichkeit und wähne mich trotz allem immer in dem Wunsche, in dem Wunschtraume, Dich verstanden zu haben. Du bist so, dass Du noch nicht einmal irgendwie bist, sondern alles zu gleich und trotzdem nicht da, gesehen zu werden. Du bist der Geist in allem, aber Du bist gleichsam der Gott dieses Geistes, den wir als Dich bezeichnen. Ewig währst Du, wenn ich nur verstünde was das heißt. Ohne Ende, nicht tausend Jahre, nicht länger, nicht kürzer, einfach nur ewig. Du bist nicht von jetzt bis immer, Du bist immer und überall zugleich. Tausendfach, unendlichfach und doch nur einmal. So unbeschreiblich, dass es Dich nicht gibt, und dass es Dich trotzdem gibt.
Anselm hatte Recht, wenn er Dich zu erkennen glaubte. Seine Intellektualität, seine Sprache erscheint vor Dir zwar wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer vor einem für die Anreise des Kaiser bereitetes Residenzschlosses, doch sein Sinn, den er nur andeutungsweise traf, den er nicht ausdrücken konnte, weil er dazu einer mächtigeren Waffe als der menschlichen Kommunikation bedurft hätte, der ist richtig. So unverständlich er auch scheint, so nichtig man seine Gedanken halten möge, so unvernünftig seine Denkweise die Worte aneinander reihte, so genau erkennen wir Dich doch in seinem Lobgesang. Wo Thomas irrte, da irrt er nicht, und irrt er doch, doch irrt er schön, irrt er großartig und preist Dich damit zu Recht.
Oh Du großer starker Gott, Du belächelst mich, wie man ein Kind belächelt, dass seine Matheaufgaben zu lösen versucht. Freundlich, verständnisvoll, und doch wundernd über die Beschwernis, mit der es die einfachsten Dinge nicht erkennt. Muss ich denn erst noch wachsen, bis ich Dich sehe, oder muss ich sterben? Vielleicht muss ich das; ich freue mich schon darauf, wenn mein Weg zu Ende ist, und mein Leben den ersten kleinsten Schritt zu Dir darstellt!
Ewig werde ich Dich lieben, wenn ich es mir auch schwertue damit, Du, der nicht sagt wie ich leben soll, sondern nur, dass ich leben soll! Du, der Du da bist!
Warum hast Du mich verlassen, diese Frage ist unsinnig... Du hast mich nicht verlassen. Ich bin vor Dir weggelaufen, aber ich komme wieder und Du wartest!
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Richter geht und wundert sich über das, was er geschrieben hat! Nicht, dass er es nicht schreiben wollte, er wollte nur etwas anderes schreiben....
So gottesfürchtig ist er nur ganz ganz schrecklich tief in seinem Inneren, doch manchmal kehrt es sich auch nach außen........... |
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