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Weihnachtszeit |
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geschrieben am: 09.12.1999 um 14:00 Uhr
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Hi Ihrs. In dieser Zeit wollte ich mal ein Weihnachtsgedicht schreiben... das ist dabei rausgekommen... mehr oder weniger gut...aber ich wollts mal reinsetzen...
Weihnachtszeit ist angebrochen,
bunte Lichter erwärmen
das Dunkel des Winters
Leise deckt Nacht die Erde zu
Es ist Zeit für Heimlichkeit
Neugier grinst aus jedem Winkel.
Große Ohren, leises Rascheln
Schnee hüllt die Welt in ein weißes Gewand
des Morgens lugen Kinderaugen unter der Decke hervor
Pudelmützen stapfen durch den Schnee
Rote Backen glühn, Nasen drücken sich ans kalte Fenster
Weihnachtsduft zieht in die Welt.
Wunderliche Weihnachtszeit,
Alles liegt in gespannter Erwartung
Und ein Lächeln kehrt in die Herzen der Menschen.
Man muss es nur zulassen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.1999 um 10:22 Uhr
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[b]ayena:[/b] Du versuchst, eine kleine Ecke des vorweihnachtlichen Geschehens auszuleuchten. Dabei stellst Du die heile, kindliche Welt in den Vordergrund. Wenn ich zurück denke/fühle, war's manchmal - als ich noch ein Kind war - etwa so.
Vielleicht etwas sorgfältig nachdenken: Pudelmützen können nicht durch den Schnee stapfen ...
[b]n@di@:[/b] Etwas hart gesagt ...
vero, wünscht einen schönen Tag.
PS: ... und nicht vergessen: Wo nehmen total Verarmte und Obdachlose Licht und Wärme her?
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geschrieben am: 12.12.1999 um 11:09 Uhr
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vero: es ist doch beides
und n@di@ bzw ayena:
ein jeder Gedanke schon einmal gedacht
vielleicht sogar man selbst
vergessen durch Zeit
erneut in der Nacht
ins Forum du sie stellst
ist ganz neu und doch... uralt
schon ewig auf der Welt
drum hoff ich zu lesen wieder bald
Gedanken ins Forum gestellt
so finde ich 's sehr schön...
Berni, der Apfel
[b]_______
und sag' nichtmal Dank,
denn es wär nie genug
nur ein Wort
und zu oft Betrug[/b] |
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geschrieben am: 12.12.1999 um 12:06 Uhr
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Ach Nein!
Nicht doch. Weihnachtsgedichte hin und her: ich glaube, es gibt keine passenden Worte mehr, die nicht schon tausendmal in anderen Weisen vorkommen. Es sind immer dieselben Wiederholungen. Tut mir leid, aber ich kann es nicht schön finden, dein Gedicht ayena.
n@di@ |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.1999 um 17:23 Uhr
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vero50:
Wieso stapfen Pudelmützen nicht durch den Schnee ? ... guck dich mal um... Pudelmützen in rot, mit Bommel oben drauf... lustig schwingend... ich fand das Bild passend und lustig.
ayena:
Eine Herausforderung für dich:
Ich denke zum Beispiel auch an die Menschen, die Weihnachten plötzlich ihr Herz entdecken... es aber nach Silvester wieder vergessen... vergessen, was LIEBE Gutes in ihnen erweckt hat... warum kann Weihnachten nicht das ganze Jahr sein ?
Nicht das Kommerzweihnachten... das Weihnachten im Herzen - wo man einem lieben Menschen ein kleines Zeichen der Zuneigung gibt... vielleicht mal wieder sagt: "ich liebe dich, ich bin für dich da"
Weihnachten als Symbol und nicht als Geschenkbörse.
Ich bin froh (wieder froh), dass ich durch Weihnachten daran erinnert werde... unabhängig vom Glauben... einfach als Zeit der Liebe... wenn man es zuläßt, wie du richtig gesagt hast. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.1999 um 22:24 Uhr
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... die starke Männerbrust mir den stahlblauen Augen ...
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.12.1999 um 23:07 Uhr
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vero, dir gern zustimmend;
aber es ist wohl eher was fürŽs Kontrovers; die Diskutiererei ums Fest (ob Weihnachten, Ostern, Frauentag, Herrentag, Kindertag, Geburtstag, Sonstewasfürntag) mein ich
hier sindŽs einfach nur Gedanken, Heile-Welt-Wünsche, u.v.a.m.
wups - der jeden Tag Weihnachten, Geburtstag, Kindertag, Sonntag ......hat |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.12.1999 um 08:09 Uhr
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Nein, nicht für's Kontrovers. ayena bringt ein Bild, das es zu betrachten gilt bzw. das es wert ist, betrachtet zu werden.
Ich bleibe dabei: Poesie ist Knochen- und Präzisionearbeit: Bilder leben durch Genauigkeit.
Wenn Menschen durch den Schnee stapfen, stapfen nicht die Mützen. Stellt Euch das Bild [i]genau[/i] vor:
- die Menschen stapfen
- die Schuhe - weiss bedeckt - sind kaum mehr sichtbar
- der Atem ist (je nach Blickwinkel) hörbar und sichtbar. Wie?
- die Mützen wiegen?
- etc.
Das verstehe ich nicht als Herumflickerei, sondern als Hinweis, dass der Gebrauch der Sinne differenzierter werden könnte.
Auch Heile-Welt-Wünsche haben so eine Chance zu überleben.
vero
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geschrieben am: 13.12.1999 um 11:25 Uhr
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vero50:
Ich möchte nicht falsch verstanden werden.
Ich habe nicht deinen Kommentar im Keim ersticken wollen. Ich halte Poesie jedoch nicht für "Knochenarbeit".
Das ist deine Sicht der Dinge. Es gibt sicher aber auch die Möglichkeit einfach nur Gedanken und Gefühle auszudrücken. Oder einfach zu schreiben weil es Spass macht.
Phantasie ist gefordert. Wenn du an Lyric nur mit dem Willen rangehst, ein perfektes Werk - ein Abbild - zu erschaffen, ist das sicher eine Möglichkeit.
Aber ist sie nicht gerade dafür da, Bilder sprechen zu lassen, die Phantasie anzuregen... mit den Worten zu spielen.
Sonst wird daraus eine Tatsachenbetrachtung... eine - wie soll ich sagen... ein "Foto" oder ein "Film" der abläuft... der nur in Versen gekleidet ist.
Es ist doch nicht die Intension das Bild der "Augen" wiederzugeben ?
Irre ich mich ?
Können nicht in deinem Kopf - oder in deinem Herzen - in kindlicher Betrachtungsweise, nicht mit dem Wissen des "erwachsenen" Vero50, die Mützen durch den Schnee stapfen ? Was sieht ein Baby, ein kleines Kind ?
(Anmerkung: hier geht es weniger um das Bild, das ayena gebraucht hat, als um verschiedene Einstellung zu dem Thema Poesie und Lyric. Vielleicht ist es daher wirklich unpassend um das Bild der "Mützen" zu diskutieren, aber das war nunmal der Auslöser.)
Nochmal vero:
... männerbrust und stahlblaue Augen ? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.12.1999 um 19:32 Uhr
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..vero, dich jetzt auch nicht versteh (und schon in einer Diskussion stecke..?)
"Bilder leben durch Genauigkeit" ???
van Gogh, Mondrian, Chagall, Cezanne,
Rimbaud, Jandl, Mailer
[i]Was ist Genauigkeit?[/i]
........
puh hab jetzt 10 Minuten vor der Kiste gesessen-1000 Gedanken-zuviel für hier
Es muß nicht immer Dostojewskij sein
nicht immer Ingres
und ist nicht gerade jener, welcher seine sinnlichen Wahrnehmungen im Laufe der Jahre geschärft hat und bestrebt ist, diese in Worte zu fassen, sich aber der Begrenztheit der sprachlichen Mittel bewußt ist, mehr und mehr versucht, Metaphern zu finden; oder besser noch, aus diesem Grund Allegorien zu suchen (ich denk an Fabeln, Märchen, Sagen, denk an Bilder von Goya, Bosch uvam.)
wundere mich nur über deine Rationalität bei der Bewertung von Emotion
[i]..noch ne halbe Stunde später..[/i]
langsam dämmerts mir
..geht`s dir um die Präzision der Wortwahl innerhalb der sowieso schon beengten Konturen des aus einem Blickwinkel eingefangenen Moments?
und jetzt aufhör - sonst komm ich hier nicht weg - wups |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.12.1999 um 01:09 Uhr
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Hm ist Weihnacht
Zeit der Gefühle
Zeit der erhöhten Selbstmordraten
Zeit der der Familie
Zeit mit den meisten Kinderstreittagen
Zeit der Gemeinschaft
und oft wirds allen zu eng
Zeit des Vertrauens
pro Forma nur als Usus geschenkt
Man muß auf Vertrautheit machen
und doch viele allein
vergeßt doch die Weichnacht
laßt uns uns selber sein
An alle die das Träumen
auf Erden mög Frieden sein
sag ich nur
Lieber allein
als gemeinsam einsam sein
*Anderes Weihnachtgedicht
Sorry
Zu viel gesehen, zu viel erlebt
Wanderer zwischen Zeit und Raum
zu anderen Gedanken steht.
Trotzdem wünsche euch ruhige Zeit in euch selbst.*
[Diese Nachricht wurde geändert von: *sierra* (geändert am: 14-12-99).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.12.1999 um 08:38 Uhr
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Nur mal als Bemerkung:
Sind nicht jene Gefühle die ehrlichsten, die spontan und unüberlegt geäußert werden ?
Es ist nicht die schriftlich ausformulierte, wohlüberlegte Rede, die Gefühle in mir weckt... lieber ein Stottern... suchen nach Worten... (wie ich schon einmal an anderer Stelle geschrieben habe: Gefühle kann man nicht richtig beschreiben - so präzise man auch vorgehen mag.)
Ist ein Gedicht wirklich nur die Darstellung eines Augenblicks - gesehen aus einem bestimmten Blickwinkel ?
Vielleicht sollte darüber wirklich ein neues Thema eröffnet werden... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.12.1999 um 09:19 Uhr
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[i]hat vor nicht all zu langer Zeit selbst ein Wintergedicht geschrieben...[/i]
ich denke, einige von euch werden es auch gelesen haben...
Link
Poesie ist, wie sie ist...
viel zum lesen - aber nicht nur...
viel zum denken - aber nicht nur...
viel zum fuehlen - aber nicht nur...
viel zum traeumen - aber nicht nur...
Berni, der Apfel
[b]_________
viel mehr[/b] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.12.1999 um 13:23 Uhr
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[b]Bild:[/b] Ich meine natürlich, dass axena ein Bild sprachlich «zeichnet». Ein Stimmungsbild, das sie eine Zeit lang in sich empfindet und das sie in Sprache verfasse an Dritte - die Leser - weitergibt.
ayena geht sicherlich davon aus, die Leser würden ihr Bild, und damit ihre Stimmung, so aufnehmen, wie sie es empfunden hat.
Mein «Plädoyer» für die Genauigkeit zielt natürlich darauf, dass der Absender der Stimmung/Empfindung vom Leser möglichst starken Widerhall findet.
[b]van Gough & Co.[/b] Die genannten Maler + Autoren haben sicherlich auch Emfpindungen klingen lassen. Ihre Arbeit war hingegen härtester Einsatz. Man denke nur den Kampf vanGoughs vom Impressioniemus zu den Fauves.
Hinter den scheinbar wilden Pinselstrichen steckt knallharte Physik, wie beispielsweise die farbliche Darstellung der Lichtbrechung, der Schatten, dann weiter: die ganze Geschichte des Kubismus etc.
[b]Spontane Gefühle am ehrlichesten ...[/b]
Ausser es handelt sich um das Ehrgefühl selber, haben Gefühle m.E. eigentlich wenig mit Ehre zu tun. Ferner meine ich, Gefühle sind ohnehin spontan und unverdorben.
Werden sie in Worte gefasst für Zuhörer/Leser, hat die Sprachformulierung bereits eingesetzt mit der Berechnung/dem Kalkül, das Gegenüber möchte einen richtig verstehen - oder missverstehen (nicht vergessen, gibt es eben auch).
Gefühle plätschern zu lassen und Empfindungen ohne grossen Aufhebens direkt in Worte einfliessen zu lassen, hat sicherlich viel mit freier Assoziation zu tun. Die Gefahr, trotz aller inneren Wahrhaftigkeit missverstanden zu werden, ist sehr gross.
... worauf wir beim Anfang wären: ayena brachte ein Stimmungsbild, das vor n@di@ mal toll auf die Nase fiel. Das finde ich schde, denn allein die Eröffnung dieses threads finde ich schön.
[b]Ist ein Gedicht wirklich nur die Darstellung eines Augenblicks - gesehen aus einem bestimmten Blickwinkel ?[/b]
Nein, sicherlich nicht, es kann, muss aber nicht sein. (Zauberlehrling, Füsse im Feuer, Erlkönig etc.)
[b]... geht`s dir um die Präzision der Wortwahl innerhalb der sowieso schon beengten Konturen des aus einem Blickwinkel eingefangenen Moments?[/b]
Du hast ein Gefühl, eine Empfindung, ein inneres Bild. Dies kannst Du wahrnehmen und fasst es sogleich in Deine ganz eigene Sprache. Wenn Du dieses aus Dir herauskommende wirklich genau spüren/empfinden willst, hällst Du vielleicht etwas inne und lässt es widerhallen in Dir. Du lässt es ganz aufkommen. Damit wird es immer konkreter, bist Du Dich vielleicht fragst:
«Bin ich wirklich traurig? Bin ich erschüttert, leer? Fühle ich mich nur etwas runtergehauen, weil ich einen vielleicht richtigen Hinweis eines Freundes im Augenblick nicht ertrage?»
Damit hat Sprache begonnen. Das innere Ereignis jetzt schriftlich zu fixieren und für andere [b]nachempfindar[/b] zu machen - hier beginnt das erste Mü (µ) der Kunst. - Der Lebenskunst?
So, jetzt geht's mir wie wupel, ich muss aufhören.
vero |
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