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Es war einmal...

Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 04.01.2000    um 20:06 Uhr   
Es war einmal...
in einem fernen Land zu einer anderen Zeit
ein kleiner Prinz, der auf einem prunkvollen Schloss bei seinen Eltern dem König und der Königin wohnte, die schon lange Zeit weise und gerecht über ihr Reich regierten.
Das war gar nicht leicht - war es doch ein ansehnliches und grosses Reich.
Als der kleine Prinz nun eines schoenen Spaetsommertages
-es war gerade der Tag vor seinem neunzehnten Geburtstag-
durch den Garten ging wie er es oft tat, den Duft der vielen Blumen genoss und das kitzeln des weichen grünen Grases an den Füssen - da geschah etwas sehr seltsames.
Er hörte etwas - doch was, konnte er auch nicht sagen.
Er blieb stehen, wandte den Kopf nach links und nach rechts, konnte aber nichts erkennen - nur ein zartes Stimmchen war zu hören
und als er nun den Kopf hob, da sah er in der Luft schwebend einen weiss leuchtenden Schleier, der die Umrisse eines Wesens beschrieb.
Grob konnte man den Kopf erahnen, doch alles war nur ein Nebelhauch -fast vollkommen durchsichtig.
Staunend stand der kleine Prinz mit offenem Munde da, bestaunte die Gestalt.
Tautropfen glaenzten wie kleine Perlen im Haar der zierlichen Gestalt - unglaublich schoen.
"Wie ueberaus seltsam" dachte der kleine Prinz.
Als er die erste Überraschung überwunden hatte, lauschte er den Worten und nun konnte er sie verstehn.
"bitte hilf mir" klang es seufzend durch die Luft
"der böse Zauberer Moguruth hat mich entführt und eingesperrt - in einen kalten, dunklen Turm." fuhr das Stimmchen fort.
"Ich habe Angst vor dem, was er vorhat. Er murmelt immer etwas vor sich hin: <mit dem ersten Sonnenstrahl des Herbstes>
Doch mehr kann ich dir auch nicht sagen. Frag das Orakel zu Vladitot - es weiß alles"
damit verblassten die Nebel und die Stimme verklang, wurde sogleich vom Wind davongetragen.
Noch einige Zeit - er konnte kaum sagen, wie lang - starrte er weiter auf die Stelle, ueber die er zwar schon oft geschritten war, ihm jedoch bis heute nicht so viele Überraschungen gebracht hat, wie in diesem einen Moment. "Vladitot" murmelte er.
Der erste Herbsttag wuerde schon Morgen sein. Was sollte er nur tun? Doch er mußte etwas tun und so ging er in den Stall,
stieg auf das schnellste Pferd - einen stolzen Schimmel - und war im nächsten Moment schon in einer Staubwolke verschwunden.
Immernoch irrten die Gedanken etwas wirr durch seinen Kopf,
wie er wohl einen ach so mächtigen Zauberer besiegen
und das seltsame Wesen - es wahr wohl eine Elfe - retten könnte.
All dies während er sich in Windeseile den alten Mauern von Vladitot näherte.
Auf seiner Stirn hatten sich schon einige Schweisstropfen gebildet und mehr noch auf dem Fell seines Reittieres, das nun silbern in der Sonne schimmerte, wie ein Pfeil ueber die Wege schoss.
Dort angekommen stand er vor einem mächtigen Tor aus Stein.
Einige Linien darauf bildeten fremde, unbekannte Zeichen.
Er lehnte sich mit aller Kraft gegen die Tür, aber sie rührte sich kein Stück. Fast schien sie ihn in ihrem Schweigen auszulachen.
So setzte er sich auf den großen Stufen nieder, stützte den Kopf auf die Hände und schaute traurig in die Wolken, die über den Wald hinwegschlichen. Ein leiser Seufzer war zu vernehmen: "Es ist hoffnungslos"
to be continued
Berni, der Apfel
[b]______
Es ist, was es ist[/b]
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Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 06.01.2000    um 17:48 Uhr   
So sass er ein Weilchen - und ploetzlich hob er den Kopf mit einem unmerklichen Laecheln auf den Lippen. Er bemerkte, wie die Sonne immernoch schien, wie sich das Schnauben seines Pferdes mit dem Gesang der Voegel mischte, die immernoch unsichtbar in den Baeumen zwitscherten und wie die Duefte der Welt immernoch genauso schoen waren, wie am Morgen, als die Sonne sich langsam ueber den Horizont mit den leuchtend roten Wolken schob.
So stand er denn auf und klopfte hoffnungsvoll an die steinerne Tuere - und nun begann sie langsam nach aussen aufzuschwingen, so dass er ins innere des matt erleuchteten Orakels blicken konnte.
Ehrfuerchtig ging er hinein und schritt langsam durch die Hallen, die im orange flackernden Licht schweigend lagen. Nur das leise Echo seiner Fusstritte begleitete ihn.
Bilder an Waenden und Decken zogen vorbei.
Schliesslich erreichte er einen kleinen Durchgang ueber dem eine Sonne in den Steinblock gehauen war. Es war finster darin, doch er ging dort hinein.
Berni, der Apfel
[b]___________________
und ich weiss sogar, wie es weitergeht[/b]
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Nutzer: Gast_nightwyng
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geschrieben am: 07.01.2000    um 05:59 Uhr   
bin gespannt wie es weiter geht.
*hält solange die luft an bis der 2.Teil kommt*
nightwyng
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Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 09.01.2000    um 18:36 Uhr   
Er konnte gar nichts sehen, aber nach einem kurzen Moment klang eine tiefe Stimme durch den Raum
"Sei willkommen. Ich habe dich bereits erwartet." schallte es und fuhr fort, als der erstaunte kleine Prinz schwieg.
"Du bist weit gereist, um meinen Rat einzuholen und sehr in Eile, denn Zeit ist knapp und es geht um sehr viel. Du hast noch einen langen Weg und so manche Gefahr vor dir, von der du nichts weißt und die du dir nicht einmal vorstellen kannst. Auch wirst du Wesen begegnen, die weit mehr sind als sie zu sein scheinen."
"Wo...woher weißt du denn das alles? Und dann weißt du auch von der Elfe und dem bösen Zauberer, der sie gefangen hält und wie ich ihn finden und besiegen kann?" brachte nun der Prinz hervor, der immernoch in dem dunklen Raum stand.
Es war ihm, als kämen von irgendwoher geflüsterte Worte einer unbekannten Sprache - doch noch ehe er sich darüber Gedanken machen konnte, wurde es wieder still.
Kurz darauf fuhr die Stimme fort "Du mußt nach Meritot reisen - zum Brunnen dessen Wasser nach oben fließt und dir eine Flasche davon mitnehmen, aber nicht mehr. Dann wirst du auch den Zauberer finden, sogar die Elfe retten - obwohl ich dir nicht sage wo und wie.
Habe keine Angst vor dem, was du sehen wirst. Egal was.
Es ist Zeit und es ist alles gesagt, was ich zu sagen bereit bin. Nun brich auf."
Damit verstummte die tiefe Stimme und da der kleine Prinz sich nicht traute zu widersprechen, wandte er sich dem schwachen Schimmern am Tor zu, ging dann durch die große Halle hindurch aus dem alten Gebäude - und nun fielem ihm auch die Nieschen in der Wand mit den Malereien auf.
Auch an der Decke hingen Äpfel von knorrigen Bäumen und grasten Pferde mit weißem und silbergrau schimmerndem Fell. Fast vermeinte er Wiehern und fernes Hufgetrappel gehört zu haben, aber als er innehielt, um zu lauschen hörte er nur von draußen den Wind, der nun etwas zugenommen hatte.
Im Freien angekommen schwang er sich auf sein Pferd und ritt in die Richtung von Meritot.
Berni, der Apfel
[b]_________________
Es ist noch nicht das Ende
eigentlich wird es das nie wirklich sein...[/b]
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Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 13.01.2000    um 11:22 Uhr   
Die Sonne hatte sich schon merklich dem Horizont genähert und die Schatten sich in die Länge gestreckt, als der kleine Prinz sehen konnte, wie in der Ferne Meritot sich langsam über einen Hügel schob und Stück für Stück mit jedem auf und ab seines Reittieres wuchs.
Wie er unterwegs erfahren hatte, sollte der seltsame Brunnen ein Stück ausserhalb auf einem Hügel inmitten eines verzauberten Waldes liegen.
Dieser Wald - sie nannten ihn "den braunen" oder einfach "den verwunschenen" Wald - war auch der Grund dafür, dass kaum jemand dort gewesen war und ihm sagen konnte, was es mit all dem auf sich hatte. Tatsächlich fand er bald den Wald, der soweit er sehen konnte aus vielen mächtigen, alten Bäumen bestand. Und gerade an der Stelle, wo der Weg in den Wald hineinführte standen links und rechts - wie stumme Wächter - zwei knorrige Eichen.
Die alten Äste knarrten laut, als der Wind sie in einer Böe hin und her schwingen liess. So ritt er denn dort hindurch - ohne Furcht. Manchmal zog er auch den Kopf ein, um nicht gegen tiefhängende Zweige zu stossen.
Und wirklich. Er erreichte noch zur Dämmerung die Lichtung ohne einen einzigen Kratzer.
In der Mitte der Lichtung erhob sich eine kreisrunde Hecke, über die man zwar nicht hinwegsehen konnte,
doch an einer Stelle war ein Tor - nein eher ein Durchgang. Er liess sein Pferd draussen stehen und als er hindurchgegangen war, konnte er auch etwas dort sehen.
Ein kleiner unscheinbarer Brunnen, der aus einfachen grossen Steinen errichtet worden war, doch das seltsame daran war, dass das Wasser darin nach oben zu fliessen schien.
Der kleine Prinz folgte mit dem Blick der Wassersäule, die sich bis in den Himmel erstreckte. Er legte seinen Kopf in den Nacken und konnte kein Ende erblicken. Aber er sah kleine weisse Wölkchen, die allesamt vom Brunnen auf ein Ziel zuzufliegen schienen in alle Himmelsrichtungen.
Als er eine Weile lang das nicht enden wollende Spiel von fliessendem Wasser und treibenden Wolken betrachtet hatte, schaute er in den Wasserstrom direkt vor seiner Nase.
Was er da sah, kann man schwer beschreiben. Es war eine fülle von Bildern - und wieder vermeinte er auch von irgendwoher Klänge zu vernehmen.
Es war ein Regenbogen, der sich über einer grasgrünen Wiese erhob, Amseln und Rotkehlchen in den Ästen einer Kastanie, Eichhörnchen, die am Stamm einer Fichte fange spielten, umhertollten, fast schon Flügel zu haben schienen.
Dann funkelnde Sterne in einer Nacht unterm Mondlicht, ein Uhu auf einem Aste, ein Igel in einem Laubhaufen, der vom Wind zusammengeweht worden war.
Dann wieder Morgendämmerung, Kreise von Wellen in einem unbewegten See, Fische noch zu sehn, Nebelschleier die nicht die Welt verschlingen, sondern sanft verhüllen.
Langsam löste sich der kleine Prinz von den vielen Bildern und Eindrücken. "so unendlich viele" flüsterte er staunend.
Dann besann er sich, dass er doch eine Aufgabe hatte und fragte sich, wieviel Zeit wohl eben vergangen war... doch immernoch schimmerten die letzten Sonnenstrahlen am Horizont
genauso hell wie zuvor.
Berni, der Apfel
[b]__________
still more to come[/b]
[Diese Nachricht wurde geändert von: Apple (geändert am: 13-01-00).]
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Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 14.01.2000    um 14:22 Uhr   
Leis seufzte der kleine Prinz, der gern noch länger dort verweilt hätte.
"Was wohl geschieht, wenn ich meine Hand dort hineinstrecke, um die Flasche zu füllen?" fragte er sich... und er sollte es erfahren.
Langsam schob er das Gefäß zum Wasser hin und obwohl er sich immer wieder sagte: "nein - da kann nichts passieren... da wird nichts passieren", zitterte seine Hand und konnte man - wenn man genau hinhörte - sein Herz wild pochen hören.
Berührt.
Warm fühlte es sich an, prickelte auf der Haut und unerklärlicherweise stieg ein leises Kichern aus seiner Kehle über die Lippen, die sich unbemerkt zu einem Lächeln geformt hatten.
Schnell war der Moment vorbei, schnell füllte sich die Flasche und er zog sie hinaus, ohne dass ein einziger Tropfen auf den Boden fiel.
Randvoll verschloss er sie und liess sie in seine Tasche gleiten.
Ein Rauschen ging durch die Luft.
Berni, der Apfel
[b]__________
vielleicht weisst du es sogar[/b]
auch, wenn man es nicht immer genau sagen kann.
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Nutzer: Gast_Apple
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geschrieben am: 21.01.2000    um 14:03 Uhr   
Er schaute sich um, das Rascheln nahm noch zu, alle Blaetter und Zweige der umgebenden Hecke schienen sich zu bewegen und da, wo er eben noch durch einen Durchgang gegangen war, teilte sich nun die ansonsten geschlossene Hecke auf, kam auf den kleinen Prinzen zu, der wie angewurzelt dastand - nur ein wenig den Kopf einzog.
Nun wurde das Rascheln der Blaetter mal leise und dann wieder laut, um erneut zu verstummen. Voller entsetzen starrte der kleine Prinz auf "das Ding" - das Wesen vor ihm. "Bitte tu mir nichts" rief er ohne grosse Hoffnung, dass es etwas helfen wuerde. Doch langsam bemerkte er, dass es etwas ruhiger wurde... lauschte dem Rauschen der Blaetter - konnte nun sogar undeutlich darin Worte verstehen - klang nur wie das Fluestern des Windes:
"wa lecht man sich mal ein wenich hin unw meint swürde schon nichs passiern, wa hommt so ein Würschchen vorwei unw schörew meine Ruhe" das eine Ende der Hecke - es war wohl der Kopf jenes Wesens - kam ganz dicht an ihn heran, strich mit dem Laub ueber sein Haupt, die Arme, die Beine hinunter bis zu den Fußsohlen und auf der anderen Seite wieder hinauf, um bei der Tasche zu verharren, in der immernoch die Flasche war. Das Rascheln schwall dabei immer wieder an und ab... doch diesmal konnte er keine Worte verstehn.
Berni, der Apfel
[b]____________
Im Angesicht dessen, was geschieht
handle nicht blind[/b]
[Diese Nachricht wurde geändert von: Apple (geändert am: 21-01-00).]
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Nutzer: eshran
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geschrieben am: 16.11.2000    um 18:18 Uhr   
 
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