|
|
|
geschrieben am: 16.01.2000 um 20:20 Uhr
|
|
[b][i]Gott war eine Frau[/i][/b]
[i]- ein theologischer Erklärungsversuch über den kleinen Unterschied -[/i]
Daß Gott ein Mann war und Adam und Eva schuf, war über Jahrhunderte hinweg eine unumstößliche Tatsache. Es könnte ja auch so einfach sein, aber nee: Da kommt in den 80er Jahren die Frauenbewegung über den großen Teich geschwappt - die Emanzen aller Länder vereinigen sich und springen mit einem lauten Bauchklatscher auf die Welle - und prompt ist nichts mehr so, wie es einmal war. Vor nichts und niemandem machen sie halt, stellen alles in Frage, fordern Gleichberechtigung und wollen, daß mann in Erziehungsurlaub geht. Viel Lärm um nichts und was übrigbleibt, sind Pfützen, in denen etwas schwimmt und krampfhaft versucht, sich über Wasser zu halten. Was es ist, wird wohl eines der letzten Rätsel der Biologie sein, nichtsdestotrotz wedeln rosafarbene Plakate aus den Pfützen: "Dies ist der letzte Versuch, Ordnung in das gesellschaftliche Chaos zu bringen: Gott war eine Frau!"
[i]Knochen an Kopf von Hund geworfen - Wau[/i]
Und wieder einmal haben sie es geschafft: Ich - als interessierter Mensch in jede noch so geringfügige Unwichtigkeit - beschäftige mich mit dieser Behauptung. Typisch Emanzen...
Was wissen wir über Gott? Auf Bildern ist er als Mann dargestellt, in der Bibel wird er als Mann beschrieben und zitiert - Gott kommunizierte also. Das ist immerhin ein Anhaltspunkt, den es näher zu beleuchten gilt.
Gott kommunizierte erfolgreich, warum sollte Gott denn sonst eine der Hauptrollen in dem meistgelesensten Krimi aller Zeiten haben, wenn Gott nichts zu sagen hatte? Frauen seien aber auf kommunikativer Ebene schwächer als Männer, wird in geheimnisvollen Kreisen der Kommunikationswissenschaftler - hauptsächlich aber von Senta Trömel-Plötz - gemunkelt. Nun, eine kleine Differenzierung erlaube ich mir hier aber anhand meiner kürzlich erst gewonnenen Beobachtungen: Männer sind, wenn es um den direkten Schlagabtausch geht, zwar erfolgreicher, aber sobald Feingefühl und Differenzierungen gefragt sind, haben Frauen die Nase vorn. Stellen wir uns vor, ein reuiger Sünder kniet vor Gott, bietet um die Abnahme seiner Beichte: Hätte Gott da vielleicht gesagt "Sorry, habe gerade keine Zeit, meine Frau kocht heute Semmelknödel" ? Nein, bestimmt hätte Gott geantwortet, daß es zwar ein unpassender Augenblick sei, aber eine Beichte immer willkommen wäre. Oder denken wir an das letzte Abendmahl: Wer schaffte es, die zwölf männlichen Apostel mit einer konkreten Voraussage zu unterhalten, trotz allen Unterbrechungen durch die Apostel die Nerven zu behalten und die folgendene, schwierige und haarspalterische Diskussion erfolgreich zu beendigen? OK, es war der Sohn Gottes, aber irgend etwas muß er von Gott ja geerbt haben.
All die Merkmale, die die Kommunikationsforscher den Frauen zuschreiben, treffen bei Gott zu: Detaillierte, konkrete und teilweise subjektive Argumentation, wenige Beiträge zur Diskussion (und falls doch, dann einschläfernd und ewig wiederholend), provokante Behauptungen, rhetorische Fragen und gnadenlose Übertreibungen.
[i]Gott hatte zumindest weibliche Fähigkeiten - Wow[/i]
Und war Gott nicht auch karrieregeil? Ein Nobody: erst durch den Sohn wurde Gott berühmt und muß wohl auch Gagen in dimensionalen Höhen eingestrichen haben (man denke an die unzähligen Auflagen der Bibel). Gott erlangte zu solch einem Ruhm, der heute noch ungebrochen ist, nur durch den eisernen Willen, Kind und Karriere gleichzeitig zu haben. Selbst die moderne Frau schafft das nur unter großen Mühen, aber Gott schaffte es, den Kinderwunsch mit der Karriere zu vereinbaren und engagierte kurzerhand eine Leihmutter. Aus heutiger Sicht revolutionär, wenn man bedenkt, daß diese Handlungsmöglichkeit heutzutage tiefe religiöse Gewissenskonflikte auslöst. Schwangerschaftsabbruch wäre sicherlich auch eine Option gewesen, aber Gott hatte da einen sicheren Instinkt, wir ihn viele Frauen haben, wenn es um ihre Zukunft geht.
Gott lebt |
|
|
|
|