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noch mehr Philosophie ... |
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geschrieben am: 25.01.2000 um 03:32 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 25.01.2000 um 15:43 Uhr
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War wirklich nötig einen neuen threat zu eröffnen. Sollen wir auch gleich mit nem neuen Thema anfangen?
Beispiele:
1. Was ist überhaupt Philosophie
2. Was ist Gerechtigkeit
3. Die Sprache und der Gedanke (Kann man ohne Sprache denken?)
4. Der Tod (Leben nach dem Tod? Was ist der Tod?)
5. Ein Grashalm
6. Internet
Habt ihr noch welche?
tbear |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 25.01.2000 um 16:00 Uhr
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...finde die Themen sehr interessant und werde bald meinen unvermeidlichen Beitrag zu dem neuen Philosophiethread leisten.
PS. Abalone kündigt sich auch schon an....
Gruß Sam |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 25.01.2000 um 20:28 Uhr
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hmmm.. find die themen auch alle interessant - aber was mich am meisten interessiert (weil mir dazu partout selbst auf anhieb nix einfaellt) waer internet...
wer faengt an?
oder soll ich mit fragen anfangen? det kann ich glaub ich |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 26.01.2000 um 01:05 Uhr
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Dinge, die mir zu Internet einfallen:
Wiederspiegelung der Menschheit / Menschlichkeit
Veränderung des einen Verhaltens
Zukunft mit Internet / des Internets
Wirklich das beste System? Gibt es bessere Systeme / Lösungen?
Was für eine Macht hat das Internet?
Inwieweit ist der Mensch schon jetzt vom Internet abhängig?
Gesetze im Internet?
Internet und ein neues Menschen und Weltbild?
tbear der Zauberlehrling |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 26.01.2000 um 16:56 Uhr
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Das Internet ist die neue Brutstätte des archaischen Wirtschaftsliberalismus. Der Monopolkapitalismus hat ausgedient.
Virtuelle Monopole sind ebenso unüberschaubar und damit unmonopolistisch wie unbeständig. Jene Produkte der Industrialisierung sind sterbende, unbewegliche Riesen, die von diesem Umstand nichts wissen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 26.01.2000 um 19:36 Uhr
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was mir da gerade wieder einfiel:
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica quote:</font><HR>Das Internet ist eine neue Hochtechnologie, dessen Ziel es ist, auf Kosten der Steuerzahler jedem Hochschulangehörigen auf elektronischem Weg Pornographie zugänglich zu machen.<HR></BLOCKQUOTE>
so die These einer nicht ganz ernst gemeinten Anleitung fuer Boulevard-Reporter und solche die es werden wollen, die ich einfach mal so zur Lektuere weiterempfehle - trotz des etwas ominoesen Titels - gerade wegen der recht interessanten Analyse der Gesellschaft und zu einem gewissen Grade auch des Internets selbst.
Link
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noch zu erstens: als ich mich letztlich genoetigt sah, Philosophie aus dem Stehgreif zu erklaeren/definieren, beschrieb ich es als "Nachdenken ueber die Welt, das Leben und alles was dazugehoert"
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noch zu der Frage bei drittens: ja - aber kann man auch ohne Gedanken sprechen?
aber mehr moechte ich nun nicht ohne die noetige Ruhe dazu schreiben
Berni, der Apfel
[b]______
and so it goes on and ever on[/b] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 26.01.2000 um 23:16 Uhr
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§1. Stimme hier Apple zu, ich denke auch, daß Philososphie "Nachdenken ueber die Welt, das Leben und alles was dazugehoert" ist, das Nachdenken über sich Selbst würde ich aber auch noch hervorheben.
Das Philosophieren unterscheidet sich von dem bloßen, nur oberflächig bleibenden, Nachdenken über die Dinge aber auch noch durch die bohrende Tiefe des Denkens.
Der Philosoph sollte sich nicht mit scheinbar naheliegenden und einfachen Erklärungen zufriedenstellen, sondern alles in Frage stellend, selbständig nach Antworten suchen.
Er unterscheidet sich vom Intellektuelen dahingehend, daß er nicht einfach nur Wissen anhäuft und rezitiert- er beobachtet die Welt, nimmt die Gedanken anderer auf und ringt um ein eigenes Verständnis der Dinge.
Er sollte sich dabei nicht vom Zeitgeist, Institutionen oder Meinungen anderer bestimmen lassen.
Nur was er selbst erkannt hat, ist von ihm auch wirklich verstanden worden.
- Schon oft habe ich erfahren, das ich Dinge die ich schon oft gesehen oder oft gehört/gedacht habe, plötzlich, durch irgendein Ereignis, gänzlich neu, größer bzw. erst richtig verstand.
Ausgelößt wird die philosophische Betrachtungsweise oft durch das Erleben von Grenzsituationen (wieder so ein soziologisches Wort) oder durch ein staunendes Fragen:
Warum sind die Dinge wie sie sind?
Wieso ist dies Geschehen, es lief doch bisher alles anders?
usw.
...das wars fürs Erste
Gruß Sam
[Diese Nachricht wurde geändert von: sam_naseweiss (geändert am: 27-01-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 26.01.2000 um 23:23 Uhr
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staunen oder zweifeln
tbear der Zauberlehrling
[Diese Nachricht wurde geändert von: tbear (geändert am: 27-01-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.01.2000 um 20:02 Uhr
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Gerechtigkeit wir im allgemeinen mit Gesetzen und Richter in Zusammenhang gebracht.
Der Begriff der Gerechtigkeit scheint mir jedoch über den Bereich der Juristik hinaus zu gehen.
Richter und Gericht können gerecht urteilen, wie jeder anderer Mensch auch, aber sie bestimmen nicht was Recht und Unrecht ist, denn dann könnten sie ja niemals unrecht urteilen, da sie ja selbst der Maßstab dessen sind was gerecht ist.
Jeder weiß aber, das es ungerechte Urteile geben kann und gibt.
Gerechtigkeit geht über den Bereich der Juristik hinaus.
Juristik beschäftigt sich mit Gestzen, künstlich geschaffen von Menschen zur Regelierung gesellschaftlicher Belange.
Mein Verständnis von Gerechtigkeit:
Gerechtigkeit ist das Zugeständniss, daß das was einem geschah unrecht/falsch/schlecht war, gegeben von demjenigen, der das Unrecht begangen hat, fast zwangsläufig begleitet von dem Bestreben des Täters, das begange Unrecht wieder gut zu machen.
Oder umgekehrt, die eigene Einsicht, daß eine begangene Tat unrecht/falsch/schlecht war, und das darauf folgende Bestreben, sich zu entschuldigen, die Tat wieder rückgängig zu machen, zu sühnen usw..
Strafe, als Zwang zur Reue, kann Haß auf den Täter befriedigen oder die Gesellschaft vor weiteren Taten schützen, aber sie verhilft nicht zwangsläufig zur Gerechtigkeit.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.01.2000 um 21:17 Uhr
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[i]..vorneweg,
wollt ne Zusammenfassung bringen von letzten thread (hab dann eine Stunde meinen Drucker gequält und keine Lust mehr gehabt), weil ichŽs schade find, mit Umzug in einen neuen Raum, alles dort Geschriebene zurückzulassen. Ich denk einige Fragen sind noch offen, andererseits wärŽs schön (für mich), die vielen guten Gedanken und Ansätze Aller nochmal komprimiert vorliegen zu haben. Na irgendwann mach ich mir die Mühe, vielleicht ja noch heut....[/i]
zu dem hier:
sam, finde deine Gedanken zur Philosophie schön, folge dir in deinen Betrachtungen.
Mit zwei Einschränkungen/Ergänzungen:
1.finde ich es, wie oben schon gesagt, ein wenig oberflächlich, die Kneipe [b]und[/b] das Thema zu wechseln - aber es ist mein Gefühl, daß noch was offen ist - möglicherweise ist es nicht so
(und auch warst du nicht der Initiator des Szenenwechsels)
2."Der Philosoph sollte...alles in Frage stellend..."
Eines scheint mir da wichtig: Stelle dich nie selbst in Frage!
Hab ich lange genug geübt, dieses sich selbst in Frage stellen, dieses Zweifeln am eigenen Ich.
Irgendwann muß man akzeptieren, daß man ist, wie man ist.
Zur Gesamtproblematik Recht, Gerechtigkeit, Gewalt, Macht später.
oder doch schnell die Frage: Wer maßt sich an allgemeingültig festzulegen, was "unrecht/falsch/schlecht" ist?
Wer ist "Täter" wer "Opfer"?
(womit wir alsbald bei Moral und Ethik wären-freu)
denn-denn wups |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.01.2000 um 22:07 Uhr
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Philosophie ist für mich das denken selbst. Wer denkt, der philosophiert. Entweder oberflächlich, wobei man meistens nicht mal merkt, das man philosophiert, oder bis ins Deteil gehend, was einen manschmal wirklich den Verstand rauben kann. Hauptsache man denkt. Und zwar seine eigenen Gedanken.
Ich finde auch, daß noch ein paar Fragen aus dem alten Threat offen geblieben sind, fand aber auch, das nach der allgemeinen Stimmung zu urteilen, es vielleicht besser wäre, auf diese Fragen später nochmal einzugehen.
Gerechtigkeit. Was versteht man denn unter Gerechtigkeit? Bestrafung? Etwas was die Vergangenheit etwas angenehmer gestalten kann? Gesetze? Die Grundlage für die Gesellschaft? Der Staat? Etwas Göttliches?
tbear der Zauberlehrling |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 06:06 Uhr
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Ist das Wirklich Gerechtikeit ?
Und ist das Gesetz, das wir wir erfunden haben, wir Menschen wirklich Gerecht ?
Ist Urteilen, über einen anderen Menschen gerecht ? Urteilen wir, nicht mehr aus dem Bauch, oder aus der sympathie, des jenigen Menschen gegenüber ? lässt man nicht sein Urteil, über einen Menschen, durch seine eigenen Sympathien beeinflussen?
Der Mensch, und das gesetz, ist beeinflussbar, somit ist in meinen Augen die Gerechtikeit, etwas beeinflussbares. Gesetze müßen nun mal sein, aber viel haben sie nicht gebracht, man schaue die welt an in der wir leben. Gerechtikeit, genauso, seit jeher ist fast alles as der Mensch, tut und dEnkt, beeinflussbar. Es tut mir leid wenn ich sagen muß das es die Gerechtikeit, und das gesetz so wie es sein "sollte", nie gab und geben wird. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 08:15 Uhr
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He!
Ist Gerechtigkeit nicht dasselbe wie Sinn des Lebens? Konstruierte Realität?
Schade, daß ich keine schlauen Zitate zur Hand hab und nicht mit einer Literaturliste glänzen kann.
Gut aber, daß hier ein neuer thread versucht wird: der alte war voll von kopierten, abgedruckten, oft verwendendeten Postulaten. Gibt es hier so wenig eigene Meinung und Kreativität? Es geht immerhin nicht um Schlauheit.
stöppel |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 15:25 Uhr
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Hallo alle
Klar sind noch ein paar Fragen im ersten Thread unbeantwortet geblieben.
Aber kann man philosophische Fragen für sich alleine betrachten, losgelöst von dem Ganzen, unabhängig, für sich alleine stehend?
Ich glaube nicht!
Die Welt, unser Denken von ihr, ist ein verflechtetes Gebilde, indem alles mit allem verknüpft ist, und so manches erst im Zusammenhang mit einem anderen einen Sinn gibt.
Unsere Sprache zwingt uns jedoch dazu, unsere Gedanken linear wiederzugeben. Ein Gedanke schön nach dem anderen.
Die alte Harmonie geht dabei verloren. Ist der Gedanke in sich stimmig und rund, droht er auf dem Papier oder als gesprochenes Wort zu zerreisen.
Wem ist es noch nicht so gegangen, das er eine Vorstellung, einen Gedanken hatte ihn aber nicht in Worte oder Schrift fassen konnte?
Wie wäre dies möglich, wenn nicht das Denken mehr wäre als die Schrift?
Womit wir schon beim nächsten Thema: Denken und Sprache wären.
Doch dazu schreibe ich später mehr.
Wir werden hier wohl keine philosophische Frage endgültig beantworten, zu umfangreich und dem menschlichen Denken unzugänglich ist die Materie beschaffen, die der Philosoph zum Gegenstand hat.
Wenn wir andere zum Nachdenken anregen können, und unsere eigenen Gedanken überprüfen, erweitern oder vertiefen, dann hat sich das viele Schreiben schon gelohnt. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 16:04 Uhr
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an Wupel:
Stimme mit dir überein, daß man sich selbst nicht in Frage stellen sollte, tatsächlich sollte jede Philosophie zunächst das eigene Selbst als Ausgangspunkt haben.
-->Alle Philsophie sollte vom subjekt ausgehen!
Das eigene Selbst ist der Fels von dem aus man Zweifeln kann, der Fels im Ungewissen, zweifele an der Existenz der Außenwelt aber wie willst du an der Eigenen zweifeln?
Man kann sein Selbst natürlich hinterfragen;
Möchte ich dies wirklich?
Bin ich so wie ich im Moment bin, wirklich so wie ich eigentlich sein sollte, wie ich tief im Innern wirklich bin?
Deine Frage nach dem, wer es denn festlege, was "unrecht/falsch/schlecht" ist finde ich sehr wichtig.
Es ist eine Art beidseitiges Erkennen von Opfer und Täter.
Das Opfer erkennt wirklich was ihm angetan hat, es haßt nicht und verlangt nich nach Rache, es sieht die Tat nicht verharmlosend oder übersteigert, sondern so wie sie ist.
Der Täter erfaßt den Umfang seiner Tat, empfindet mit seinem Opfer und empfindet Reue.
Für mein Verständnis von Gerechtigkeit ist der Begriff des Gewissens sehr wichtig, doch zur Ethik und Gewissen schreibe ich später noch. Die Ethik ist mir zu wichtig um sie hier kurz zu behandeln.
an Nightwyng:
Wenn du dich mit deinem Posting auf meine Äußerungen (siehe oben) zur Gerechtigkeit beziehst, fühle ich mich mißverstanden.
Ich denke das deine Fragen dort bereits von mir bedacht worden sind.
Gerechtigkeit wie sie sein sollte wir es nie vollständig geben.
Sie wird nur in einezelnen Momenten, möglicherweise auch nur annähernd erreicht werden.
an Stöppel:
Alles was ich hier niederschreibe sind meine eigenen Gedanken, manchmal stimmen dies mit dem Denken anderer überein, die auch auf mich eingewirkt haben, aber ich bleibe nie beim bloßen zitieren anderer stehen, sondern erhebe den Anspruch hier mein eigenes Gedankengut wiedergegeben.
Gerehtigkeit halte ich nicht für den Sinn des Lebens.
Es ist etwas, das wir erhoffen wie vieles andere auch; zB. Glück, Liebe, Verständins usw..
Unsere Gesetze sind künstliche Gebilde, wie ich es auch oben schon ausgeführt habe.
Gerechtigkeit wie ich sie verstehe ist kein Konstrukt, sondern wird durch Einsicht/Erkenntnis erreicht.
Sie läßt sich nicht in Regeln fassen, sie ist an konkrete Momente, Ereignisse, Personen gebunden.
Was du als "Schlauheit2 kritisierst, beschimpfe ich oft als Intellektuel.
Das rezitieren von angehäuften Wissen, ohne eigene Reflektion.
An tbear:
Gerechtigkeit hat nichts mit Bestrafung zu tun, die Reue ist Bestrafung für den Täter genug. Der Täter ist "bestraft" genug, wenn er seine Tat erst einmal vollständig erfaßt hat, und sein Gewissen erreicht.
Unsere Gesellschaft wäre allerdings ohne Gesetze, Strafvollzug und der damit verbundene Schutz vor Wiederholungstäter wahrscheinlich nicht funktionsfähig.
Die Gesetze sind daher eine Grundlage unseres Staates. Aber die Gerechtigkeit?
Gerechtigkeit kann die Vergangeheit erträglicher machen, da man weiß, daß der Täter seine Schuld gesteht und Reue empfindet- dies ist erträglicher als zu wissen, daß der Täter noch weiter sein Unwesen treibt.
Die Gerechtigkeit, so wie ich sie verstehe ist ein ethisches nicht rechtliches Problem!
Gerechtigkeit ist der Moment indem der Schleier des Selbstbetruges fällt.
Das Selbst sich und seine Taten ungetrübt betrachtet und dem Gewissen überantwortet wird.
Gruß Sam |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 18:53 Uhr
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nun denn...
eines erstmal zur philosophie... wenn es nur um die eigenen gedanken ginge, braeuchten wir uns gar nicht drueber unterhalten.. und wahrscheinlich gaebe es dann auch gar keine philosophie
ich jedenfalls glaube nicht, dass ich in einem welt- und zeitumfassenden sinne irgendetwas wirklich neues denken (und dann natuerlich auch schreiben) kann - vielleicht bin ich dann und wann die erste, die einen bestimmten gedanken das erste mal auch aeussert... meine einzigartigkeit aber (nicht im ueberheblichen sinne gemeint) macht die kombination alles dessen aus, was ich denke, wie ich es zusammenfuege, verwebt mit fuehlen, riechen, schmecken... nunja den tausend anderen dingen...
stoeppel - wenn du wirklich neue gedanken hast, immer heraus damit :-)
ansonsten find ichs schon einfacher, wenn man wenigstens auf die quelle verweist - dann hat ja der andere die chance, selbst nachzulesen - und sich ein eigenes urteil zu bilden ;-)
gerechtigkeit - sam, deine definition von gerechtigkeit trifft es fuer mich nicht, das klingt mehr nach einer definition fuer wirkliches verstehen
ich glaube auch nicht, dass es eine absolute gerechtigkeit gibt, insoweit find ich die zurueckfuehrung des begriffs auf recht schon richtig - und zwar auf jenes, welches wir menschen uns selber geben, nicht ein absolutes... denn das gibt es meiner ansicht nach ebensowenig..
um mal konkret zu werden, was soll ich denn mit einem menschen machen, der immer wieder frauen vergewaltigt und umbringt?
ganz egal, wie sehr er das unrecht seines tuns einsehen mag, er kann es nicht wiedergut machen, die opfer koennen ihm auch in diesem leben nicht verzeihen
sollte er nicht bestraft werden? und ich meine strafe, ganz unabhaengig vom schutz der gesellschaft vor weiteren vergewaltigungen und morden...
ist es nicht "gerecht", einen solchen menschen zu bestrafen? ist es nicht "ungerecht", dass viele, viele soldaten, milizionaere, aus vielen vielen kriegen dies hundert-, tausendfach getan haben und immer noch frei rumlaufen?
sorry... ich bin bestimmt kein anhaenger der "auge um auge"-sichtweise, ich hasse diese menschen auch hoechstens abstrakt (mir haben sie ja nichts getan) und doch werd ich weissgluehend vor zoern, wenn ich mir vorstell, dass sie frei herumlaufen, sich nirgends ausser vielleicht vor sich selbst rechtfertigen muessen, dass keiner sie zwingt, dem was sie getan haben ins auge zu sehen und dafuer konsequenzen zu tragen!
puhhh... punkt mach.
aber ich denke schon, philosophie sollte sich an der realitaet messen koennen... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 20:13 Uhr
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Tjane, genau darum geht es ja, das diese Menschen einsehen, daß sie unrecht gehandelt haben.
Das kann im Gefängnis geschehen, nicht wegen der Strafe, sondern vieleicht, weil der täter im Gefängnis Zeit hat sich mit sich selbst und seine Tat zu beschäftigen.
Was nützt es mir, selbst als Betroffener, über die Befriedigung meines Rachedurstes hinaus, wenn der Täter bestraft wird?
Macht das die Tat rückgängig?
Was willst damit erreichen, wenn du sie dazu zwingst, dem was sie getan haben ins Auge zu sehen?
Wenn nicht, das sie ihre Taten endlich begreifen?
Und welche Konsequenz könnte es haben als die Reue über ihre Taten?
Ist es nicht das was wir wollen?
Täter die ihre Schuld eingestehen und sich ihr stellen?
Zunächst mögen harte Strafe den Zorn auf sie besänftigen, aber Gerechtigkeit kann man erst erfahren wenn eine Schuld eingestanden ist, wenn der Täter seine Tat nicht mehr leugnet und sie als falsch erkannt hat?
Einer der immer wieder vergewaltigt und mordet sollte eingesperrt werden, um zu verhindern das er dem weiter nachgeht.
Dann sollte ihm sein Tun begreiflich gemacht werden, mit Therapien und mit der Konfrontation der Konsequenzen seiner Taten.
Man ist diese Vorgehensweise, sowohl dem Täter als auch dem Opfer schuldig.
Wenn ich einen Mörder foltere, töte oder ähnliches, verlagere ich die innere Strafe von Gewissensqualen auf eine äußere Ebene der körperlich/psyschichen Züchtigung.
Wenn Philosophie sich an dem jeweilig gegeben Beschaffenheiten des Jetzt und Hieres binden würde, wie könnte sie dann kritisch sein?
Philosophie kann uns zeigen wie die Dinge sein sollten, wie sie umsetztbar sein könnten oder ob sie überhaupt umsetztbar sind.
Wenn das Recht der Menschen maßgebend wäre für Gerechtigkeit, dann wäre etwas im Iran ungerecht, was bei uns völlig gerecht ist - Gerechtigkeit wäre beliebig.
Gesetze der Menschen sind willkürlich und beliebig, warum sollte man sich an sie halten?
Wenn man sich nicht erwischen läßt darf man alles?
Ich denke wenn es nicht so etwas wie ein Gewissen gibt, dann auch keine Gerechtigkeit!
Jede Mensch könnte danach streben das zu nehmen was er begehrt, die Grenzen dessen was er erlangen kann würden ihm nur durch den Umfang seiner Macht gesteckt!
Und dies ist Realität! Alles dreht sich um Macht in der Gesellschaft/Politik, einfach überall.
Und das einzige was dem entgegen steht sind Menschen mit Gewissen und Charakter.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 20:44 Uhr
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sam - danke :-)
hab so oft genauso argumentiert...bei der frage, ob man solche menschen wieder freilassen darf, selbst wenn jemand sagt, sie seien "geheilt"...
aber: ja, ich will erreichen, dass sie ihre taten begreifen... aber bei manchen taten will ich auch busse...
die beste strafe, die gerechteste, waer in meinen augen, wenn die taeter wirklich fuehlen koennten, wie sich ihr opfer gefuehlt hat..
aber selbst dann waer ich mir nicht sicher, dass es hilft, vor wiederholung der tat bewahrt..
natuerlich ist philosophie ein guter ansatz, aber ich denk, da hilft mehr pragmatismus... wegschliessen... also simples recht.. selbst, wenn das nicht immer gerecht ist, wenn du dir die taeter genau anschaust...
nein, umbringen wuerd ich niemand, egal fuer was, aber wegschliessen...
vielleicht etwas ab vom ursprungsthema, aber det regt mich einfach auf... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.01.2000 um 23:48 Uhr
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- Die Gesetze versuchen im weitesten Sinn, die Angelegenheiten zwischen den Menschen und dem jeweiligen Staat und seinen Staatsbürgern zu Regeln.
- Gesetze schreiben keine Willkürhandlungen vor, sondern orientieren sich an den jeweiligen Gesellschaftsverhältnissen im betreffenden Staat. Deshalb finden ständige Diskussionen über Abänderungen von Gesetzen vor.
- Zwischen dem durchgesetzten Recht, das auf schriftlich fixierten Gesetzen basiert, und dem subjektiven/individuellen Rechtsempfinden der einzelnen Bürger klafft immer ein mehr oder weniger grosser Graben.
- Eine Strafe ist das Resultat eines Urteils, das ein Richter gefällt hat, welcher sich an den Gesetzen orientiert.
- Jeder Richter besitzt zur Beurteilung einer Tat einen gewissen Ermessensspielraum. So können Urteile über scheinbar gleiche Taten unterschiedliche Strafmasse haben.
- Jede Strafe beinhaltet nebst dem «Aus-dem-Verkehr-Ziehen» des Täters natärlich die Bestrafung an sich, aber auch das Hinführen zu Reue/Einsicht in die Tat, Resozialisierung etc.
- In Europa wird die Strafe weniger als in den USA als Racheakt betrachtet.
- Für die Opfer bzw. die Hinterbliebenen von Opfern beinhaltet die Strafe - vorallem das Strafmass (Anzahl Jahre Gefängnis, Betrag der Busse etc.) auch Satisfaktion.
- So ist es auch Aufgabe des Richters, das Strafmass so anzusetzen, dass für Täter, Opfer/Hinterbliebene und die Gesellschaft als Ganzes eine akzeptable Situation entsteht.
- Das Spannungsfeld zwischen angewandtem Recht und dem Rechtsempfinden einzelner Bürger wird m.e. immer bestehen, solange die Gesellschaft nicht aus gänzlich abgestumpften Menschen besteht.
- Gerechtigkeit ist ein abstrakter Begriff, der mit Recht nicht viel zu tun hat, und ich bin müde vero
[Diese Nachricht wurde geändert von: vero50 (geändert am: 28-01-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.01.2000 um 13:56 Uhr
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an Hedoné:
Auch im Internet bilden sich Monopole.
Die anfängliche Freiheit und Vielfalt geht zunehmend verloren.
Surfer im Internet benutzen immer mehr Portalseiten, die sie mit Links zu allen nur erdenklichen Interessensgebieten versorgen.
Der Surfer im Netz sucht immer weniger auf eigene Faust, sondern springt von einer Linksammlung zur anderen. Das Eintragen in Suchmaschinen und die Positionierung entscheidet im zunehmenden Maße über Erfolg und Mißerfolg von Online-Shops.
Es gibt immer weniger Suchroboter, die die Seiten im Internet auch ohne Eintragung auf ihre Inhalte untersuchen.
Die Unüberschaubarkeit ist wie auch in den anderen Wirtschaftmärkten eher ein Problem des Konsumenten als der Unternehmen, die im I-Net wie auch anderswo fleißig fusionieren und aufkaufen.
Ein zweiter Trend besteht darin, daß zum Online-Shopping zunehmend einige wenige bekannte, etablierte Seiten benutzt werden.
In diesem Bereich wird bereits fleißig verkauft und eingekauft, so daß sich dort bald die ersten Monopole bilden.
Wenn man sich im Dschungel des Kapitalismus umschaut, sieht man bald, daß hinter allen Unternehmen/Firmen/Verlagen usw. größere Unternehmen stehen und so immer weiter die Spitze der Pyramide hinauf.
Die Spitze der Pyramide kennt keiner genau, doch viele Unternehmen/Unternehmer finden keinen Platz an der Spitze.
Gruß Sam |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.01.2000 um 19:06 Uhr
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Hat da wirklich jemand gesagt: "Gerechtigkeit ist nicht konstruiert?"
Ist sie etwa Gottgegeben?
Und glaubt Ihr, Eure Moralvorstellungen seien eure eigenen? Selbst entwickelt? Unabhängig von der Außenwelt? Wärt Ihr und ich in einer Welt aufgewachsen, in der es legitim wäre, zu vergewaltigen und zu morden, wäre es gerecht, auch mal "ran zu dürfen"?
Oder es wäre gerecht, Frauen zu schlagen, Kinder zu foltern und was weiß ich nicht noch alles?
Ihr habt Euch doch alles zurechtgelegt, Eure Außenwelt abgecheckt, was man sagen darf und was nicht. Und so gibt es in jeder Zeit, an jedem Ort die GERECHTIGKEIT!.
Übrigens - wenn man öfter im Forum ist - gibt es auch die LIEBE und den SINN des LEBENS.
Fangt bei Euch selbst an, verdammt noch mal! Das meinte ich, tjane.
Bin aber kein Schreibkünstler.
Aber zur Vollständigkeit: [i]"Die Haltung ist eine [b]erworbene[/b] Verhaltensdisposition, auf Klassen sozial bedeutsamer Reize in verhältnismäßig konstanter Weise zu antworten"[/i]
(aus Oerter -[i] Moderne Entwicklungspsychologie, Verlag Ludwig Auer et.al.[/i])
Und da tollste daran ist, daß diese erlernten Verhaltensweisen internalisiert werden, d.h. die Leute glauben, die eigene Haltung hätte sich von selbst entwickelt und stelle jetzt etwas reines, allgemeingültiges und unanfechtbares dar. So wie Ihr halt.
Genügt das der Form, tjane? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.01.2000 um 20:05 Uhr
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stoeppel - dass wir letztendlich nur ein produkt unserer umwelt sind hatten wir doch im ersten threat schon...
warum nochmal dabei anfangen? ich hatte bislang den eindruck, dass ueber diese grundpraemisse einigkeit herrschte und allen bewusst ist, dass wir jede diskussion von dieser basis aus fuehren...
mord, vergewaltigung sind uebrigens meines wissens - ausser in ritualisierter form - nie und nirgends in der menschheitsgeschichte als "gerecht" betrachtet worden.. was fuer mich zumindest nahe genug an ein, wenn nicht objektives so doch allgemeines, gerechtigkeitsbild heranreicht, um es nicht explizit hinterfragen zu muessen |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.01.2000 um 20:21 Uhr
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Schön, Stöppel, daß du noch ein Buch zum Zitieren gefunden hast.
Im vorigen Jahrhundert wurden zwei Kinder gefunden, die von der Außenwelt abgeschloßen und von Wölfen aufgezogen wurden.
Diese Kinder verhielten sich unberechenbar und unzivilisiert, sie konnten sich nur schwer bzw. gar nicht an das Tragen von Kleidern gewöhnen. Lange Zeit scheuten sie die Sonne und liebten die Nacht. Nach einiger Zeit gewöhnten sie sich daran, tagsüber aktiv zu sein und fingen sogar an, sich in der Dunkelheit zu fürchten.
Diese Kinder wurden oft als Beweis aufgeführt, daß es kein Gewissen gäbe, daß das Gewissen ein Produkt der Gesellschaft sei.
Nun, wenn das Gewissen ein Produkt der Gesellschaft ist, wie kann es dann Menschen geben, deren Gewissen über der Gesellschaft steht?
Selbst in einer Gesellschaft, in der Morden und Vergewaltigen selbstverständlich ist, wird es einige wenige geben, die sich dem allgemeinen Morden nicht anschließen, und einige wird es auch geben, die sich gegen eine solche Gesellschaft auflehnen.
Gewissen und Charakter sind zwar in allen vorhanden, aber sie bestimmen nicht bei allen Menschen im selben Maße das Handeln.
Wenn es kein Wissen gibt, dann gilt nur das Prinzip des Egoismus.
Gesetze und Moralvorstellungen sind Einschränkungen, die nur solange gelten, wie Sanktionen zu fürchten sind.
Selbst internalisierte Normen und Moralvorstellungen können willentlich übergangen werden, wenn einem erst mal klar wird, daß die Werte nur Produkte der Gesellschaft sind und keine eigenständigen Werte.
Wir hätten nicht mehr in der Hand, was wir Mörder oder Vergewaltiger entgegensetzen könnten, keinen Grund, ihnen irgendetwas vorzuwerfen.
Wenn wir Gewissen als eine evolutionsbedingte Entwicklung verstehen, dann steht sie immer in Konkurrenz zum egoistischen Selbsterhaltungstrieb.
Gewissen und Gesellschaft könnten irgendwann evolutionistisch überholt sein.
Wenn jemand dich verletzt, kannst du ihm nichts vorwerfen. Oder willst du ihm vorhalten: "He, das ist gesellschaftlich inakzeptabel."
Das einzige, was du ihm entgegen halten kannst, wäre deine Faust--->Der Stärkere hat Recht!
Wenn wir annehmen, daß es ein Gewissen gibt, welches nicht von der Gesellschaft vermittelt ist, müssen wir erklären können, wieso manche Menschen mehr Charakter und Gewissen haben als andere.
Einen Versuch dazu werde ich später unternehmen.
Wer Kinder beobachtet, wird vielleicht bestätigen können, daß Kinder bereits sehr früh ein gewisses Maß an Unrechtsbewußtsein aufweisen.
Einige mehr, andere weniger.
Erziehung und gesellschaftliche Prägung haben nur einen begrenzten Einfluß auf den Charakter des Menschen.
Stanley Milgrams Experimente zeigen ebenfalls, daß Charakterstärke nicht in erster Linie von der Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Klassen oder Berufen abhängig ist.
Gruß Sam |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 18.02.2000 um 21:47 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.02.2000 um 19:27 Uhr
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nein. aber darum geht es nicht. ich glaube hier haben eihnige einen anstoß zum denken bekommen. neue sichtweisen kennengelernt. sich ein neues bild gemacht.
es geht nicht darum die Fragen hier auszudiskutieren, es geht darum die Fragen zu stellen.
tbear der Zauberlehrling |
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