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Früchte des Wahnsinns

Nutzer: dominusnoctum
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geschrieben am: 06.03.2000    um 17:38 Uhr   
Hast du sie gekostet?
Haben sie dir gemundet?
Waren sie reif?
Du wußtest wo sie wuchsen.
Du kanntest ihre Wirkung.
Du hast sie geerntet.
Früchte des Wahnsinns
Ihre Nährboden ist die Entäuschung.
Früchte des Wahnsinns
Ihr Wasser die bittren Tränen der Einsamkeit.
Sie wachsen stetig,locken mit süßem Versprechen - Vergessen.
Sie rufen mit süßer Stimme - Verständnis.
Sie verströmen süßem Duft - Vergebung.
Sie verstecken ihre kranken Wurzeln - Verzweiflung.
Sie leuchten mit den Farben einer schöneren Welt.
Du willst dich hingeben.
Du willst dich verlieren.
Du willst dich erlösen.
Koste sie!
Fühl die Umarmung ihrer Ranken!
Spür die Dornen, die in deine Seele eindringen!
Du spürst keinen Schmerz.
Du hast keine Angst.
Du fühlst - nichts.
Trinke von dem Süßen Nektar und vergesse die Welt.
Hier ist kein Schmerz.
Hier kannst du schweben, hier bist du frei!
Du siehst deine Zerfetzte Seele an dir vorbei taumeln. Es berührt dich nicht.
Du bist jenseits von Gefühlen.
Du bist jenseits von Schmerz.
Du bist jenseits vom Sein.
Aufgelöst treibst du dahin, auf ewig verfallen, geschändet, doch es stört dich nicht.

Hast du nicht dies gewollt?
Hast du nicht dies ersehnt?
Hast du nicht dies gesucht?
Die Früchte des Wahnsinns locken jeden Tag.
Sie wachsen stetig und reifen.
Niemals werden sie faul und immer sind sie süßer als vorher.

Werden wir des Wahnsinns fette Beute! Lassen wir alles hinter uns! Verzweiflung, Enttäuschung, Lüge, Verrat, Schmerz - Liebe!
Euer ergebener,
DominusNoctum

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"Autor"  
Nutzer: Gast_impala°
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Anzahl Nachrichten: 62

geschrieben am: 06.03.2000    um 19:22 Uhr   
Dies ist nur für dich ... ich schrieb es am 03.01.2000, erinnere dich an Zeit von damals ...
Wenn ich lange genug alleine bin, dann vergesse ich die anderen Menschen. Dann existiert nur noch der Schmerz, der Schmerz aus mir heraus, nicht der Schmerz, den mir ander Menschen in ihrer Unwissenheit und ihrer Arroganz zufügen, jeden Tag aufŽs Neue.
Wenn ich lange genug alleine bin, dann existiere nur noch ich, dann spüre ich wie sich die Tüe in meinem Inneren öffnet, wie sie knarrend aufschwingt. Ich gehe in den Räumen meiner Erinnerung spazieren. Jeder Raum eine Erinnerung. Tausende Türen hinter denen mein ganzes Leben zu sein scheint. Nur diese eine Tür ist tief verborgen in den Gewölben meiner selbst. Gut geschützt vor fremden Augen und gut geschützt vor mir selbst. Diese Tür öffnet sich nur in vollkommener Einsamkeit.
Wenn ich lange genug alleine bin, dann finde ich den Weg dorthin, finde die geheimem Stufen, die vor mir selbst verberge. Die Gänge dorthin sind verschlungen, dunkel und wurden, außer von mir an solchen Tagen, noch nie von jemandem betreten. Nur wenn ich mich meiner Einsamkeit hingebe, kann ich die Gänge betreten, ansonsten bleibt mir das Labyrinth verborgen. Die Zeit in der ich sie vergessen habe, scheint mir nun unendlich weit fort, nun da ich die kalten Stufen hinabsteige. Meine Füße berühren den Boden, den ich so lange vergessen hatte.
Ich kann sie sehen, die Tür, wie siefast unschuldigaufschwingt. Knarrend, ächzend. Ein fahles Licht strahlt flackernd heraus. Behellt kaum den dunklen Gang, scheint von ihm aufgesogen zu werden. Eine stille Unruhe umklammert mein Herz. Tiefer Schmerz scheint meine Seele gefangen zu nehmen. Doch finden meine Schritte ihren Weg. So lange war die Tür verschlossen, daß ich fast Angst habe, vor dem was ich sehen werde. Doch ich weiß es schon. Kein Laut dringt durch die Stille. Meine Finger berühren die Tür, spüren das alte Holz. Spinnweben, so alt wie ich selbst legen sich um meine Hand. Noch einen Schritt und ich kann hineinsehen. Mein Atem, mein Leben scheint zum Stillstand zu kommen.
Und da sehe ich es, mein kleines Leben, das in sich zusammengefallen ist. Eine kleine, unendlich alte Frau sitzt da, mitten in dem winzigen Raum, dernur durch ihre Anwesenheit zu leben scheint. In ihren alten, knochigen Händen hält sie hunderte von Fäden, Fäden die mein Leben bedeuten, Fäden die aus ihrer Umklammerung rutschen wollen, doch sie hält sie mit eiserner Faust fest. Leise murmelnd streichelt sie sie fast, mindert aber niemals den Druck. SIe ist es die meine Gefühle gefangenhält, meine Ängste schürt, doch ich mich und keine kleine, verhärmte Frau. Ich bin es, die sich in diesem kleinen, verborgenen Verließ eingschlossen hat und das Geheimnis meinerGefühle hüte, nur ich. Unfähig diese Tür daran zu hindern, sich wieder zu schließen.
Wenn ich lange genug alleine bin, dann öffnet sie sich vielleicht wieder ...
Wie gesagt, ich schrieb es am 03.01.2000 und die Zeit hat mich einiges gelehrt, darüber was ich bin, darüber was ich will ... Mehr ist dazu nicht zu sagen, nicht an dieser Stelle.
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"Autor"  
Nutzer: dominusnoctum
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Registriert seit: 07.01.2005
Anzahl Nachrichten: 38

geschrieben am: 07.08.2001    um 00:01 Uhr   
Der Wahnsinn lockt mit seinem Sirenengesang, Folge ihm ins Vergessen.
Dominus Noctum
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