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Schwarzer Engel

Nutzer: Gast_corun
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geschrieben am: 12.03.2000    um 13:29 Uhr   
Wenn am Horizont die Sonne untergeht, und der Himmel sich blutrot färbt, ist das die Zeit der schwarzen Engel. Es ist die Zeit, in der im Paradies die Schwerter gezogen werden. Denn nicht nur die Menschen sind schwach und ihren Gefühlen erlegen. Unter einen blauen Himmel auf grünen Wiesen mit duftenden Blumen werden Körper geöffnet, und die singenden Vögel picken das Fleisch der Toten. Es ist die Zeit der Rebellen, der selbstständig denkenden. Ich befinde mich unter ihnen, führe auch mein Schwert für die Anarchie, für die Freiheit. Für eine Freiheit, die sich nicht definieren lässt. Denn das würde wieder eine Ordnung bedeuten, und gegen diese Ordnung kämpfen wir. Wir könnten uns friedlich hinsetzen, und den Befehlen gehorchen, uns keine Gedanken machen, sondern uns einfach nur an den Fäden des Spielers hängen lassen. Doch die Fäden sind lang, und sie geben uns Freiraum. Kommen wir dem Spieler näher, kann er uns nicht mehr bewegen. Gott ist der Spieler. Er sitzt auf seinen goldenen Thron, hoch über den weiten grünen Grasflächen. Dort oben hält er die Fäden und führt seine Marionetten, all jene, die es sich gefallen lassen, die diese Art zu leben am einfachsten finden. Die schwarzen Engel stehen am Fusse des Throns und kämpfen dort gegen die Legionen Gottes, gegen die weissen und reinen Engel. Ihre weissen Gewänder und Schwingen werden mehr und mehr von ihren Blut in Rot gefärbt. Aber auch unsere schwarzen Kettenhemde und Panzer bleiben nicht sauber. Ich führe mein Schwert, und verliere mich im Hass, dem Hass auf unseren Spieler, dem einfältigen Literaten unseres Lebens. Er ist nicht mehr als wir sind, er ist sterblich. Und wenn wir einmal seine weissen Legionen besiegen, wird er ihnen nicht folgen. Wir werden ihn an unsere Fäden binden, ihn tanzen lassen. Doch noch sind wir in der Schlacht am Fusse seines Throns. Dort, wo wir am Ende jedes Tages sind. Dort, wo die grünen Wiesen immer ein neues rotes Kleid bekommen. Wenn dann die Nacht zu ende geht, und die schwarzen Engel sich wieder zurück ziehen, wir wieder zurück in unsere Welten gehen. Dann lässt Gott seine Marionetten wieder aufräumen, lässt alte Ordnung wieder gebären. Er lässt keine Veränderungen zu, ist krankhaft vernarrt in seiner Macht über seines gleichen. Ihr hier unten auf der Erde erlebt diese Schlachten nicht. Euch lässt Gott nur von den hellen schönen Tagen wissen. Er liebt die Lüge, und verachtet das, was doch nur Wahrheit ist, das er wie wir ist. Das er das verachtet, was er doch selber ist. Wir sind keine Erlöser, keine Propheten oder gar Helden. Wir leben nur und denken selbstständig. Ich weiss nicht, was ihr macht, die nicht an Gott glaubt. Aber ich weiss, das es ihn gibt, das er irgend wo in seiner Welt auf seinen Thron sitzt, seine hohe Technik euch als körperliche Macht vorspielt. Eine weiterer Tag geht zu ende, und wieder versammeln wir schwarzen Engel uns an der goldenen Himmelspforte, die für jeden offen steht. Was dort hinter liegt, ist nicht für jeden das Paradies. Für manche ist es die Hölle. Für uns ist es ein Schlachtfeld. Ich glaube seine Art verstehen zu können, glaube, ihn akzeptieren zu können, wenn er nur uns akzeptieren würde. Wir würden unsere Schwerter versenken und uns wieder in unsere Welten zurück ziehen. Wenn er es uns gestatten würde, selber zu leben. Aber er ist der Macht versessen, so wie wir es auch sind. Wir beschränken uns aber auf eine Macht, die wir dann nur über uns haben. Was kann Gott für uns tun, was wir nicht selber für uns tun können? Wenn wir glücklich sein wollen, brauchen wir ihn nicht dafür, das Glück kann für uns nur ohne ihn sein, wenn wir frei sind. Wieder dieser undefinierbare Begriff von Freiheit, so wie auch die Zeit, die sich nicht definieren lässt. Wir kämpfen für ein Chaos, das wir in unseren Welten errichten wollen, benutzen in dieser Schlacht nicht die Mittel, die er gegen uns verwendet. Feuer lässt sich nicht mit Feuer bekämpfen, aber Gewalt nur mit Gewalt. Wir baten ihn so oft, uns in Ruhe zu lassen. W
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