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Was ist Liebe, was sind Gefühle

Nutzer: Gast_hunter18
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geschrieben am: 17.03.2000    um 15:39 Uhr   
Die Liebe (Reiner Kunze)
*********************
Die Liebe
Sie ist eine wilde Rose in uns
Sie schlägt ihre Wurzeln
In den Augen,
Wenn sie dem Blick des geliebten begegnen
Sie schlägt ihre Wurzeln
In den Wangen,
Wenn sie den Hauch des geliebten spüren
Sie schlägt ihre Wurzeln
In der Haut des Armes,
Wenn ihn die Hand des geliebten berührt
Sie schlägt ihre Wurzeln,
Wächst, Wuchert
Und eines Abends
Oder eines Morgends
Fühlen wir nur:
Sie verlangt Raum in uns
Die Liebe
Ist eine wilde Rose in uns,
Unerforschbar vom erstand
Und ihm nicht Untertan
Aber der Verstand
Ist ein Messer in uns
Der verstand
Ist ein Messer uns,
Zu schneiden der Rose,
Durch hundert Zweige
Einen Himmel

Alte Texte/alte Zeiten/Aktuelle Gefühle
Du bist reich*, du bist schön
Gestern hab ich dich gesehn
Und nun sehn ich mich nach deinem süßen Munde
Augen sanft wie Mondenschein
Rosenblätter würd ich streun
Verse schenkt ich dir aus tiefstem Herzensgrunde
Doch unerreichbar fern bist du auf ewig
Frommer Wunsch wird es sein
Der mir fuhr ins Herz hinein
UND SEITDEM VERFLUCH ICH JEDE VOLLE STUNDE
Ich bin arm*, du bist reich*
Meine Hände sind nicht weich
Denn die Welt ist alles andre als ein Garten
Wo viel bunte Blumen blühn
Rosen, Veilchen und Jasmin
Und so muß ich bis zum jüngsten Tage warten
Tränen brennen heiß in meinen Augen
Ach was ist mit mir geschehn
ALLE ZEIT VERFLUCH ICH JEDE VOLLE STUNDE
*reich = wundervoll
*arm = unwürdig

Geboren, verloren, zum Sein auserkoren
Nicht fragen nur tragen, nur gehen, nicht verstehn
Gegangen, gefangen, am Ast aufgehangen
Als lebloser Körper im Winde sich drehn
Ich hab keinen Glauben, ich hab nur mein Lied:
Ach ich bin von dieser Welt so müd
Gefunden, verschwunden, es brennen die Wunden
Vom Wandern zerschunden, am Flußufer stehn
In Wellen versunken, vom Wasser betrunken
Von Steinen gehalten, am Grunde vergehn
Ich hab keinen Glauben, ich hab nur mein Lied:
Ach ich bin von dieser Welt so müd
GEFUNDEN; VERSCHWUNDEN; BETRUNKEN; VERSUNKEN
GEGGANGEN; GEFANGEN; GEBOREN; VERLOREN
[Ich hatte sie gefunden, sie ist aber verschwunden
Ich fühlte mich wie betrunken (konnte es nicht verstehn), und bin versunken in meinen Gedanken und Selbstvorwürfen
Dann bin ich gegangen (Ich nahm Abschied vom Wald), war gefangen in meiner Erinnerung,
War neu geboren (erwachte aus meinem Traum), doch war auch gleich wieder verloren, denn es war kein Traum, es war die Wirklichkeit!]


Am Tag der Rache
Wenn einst der Himmel tobend, brüllend, rasend
Die Städte peitschend und das Meer zerblasend
Auf Erden wütet ohne Sin und Segen
Dann stell ich mich dem Strafgericht entgegen
Wenn plötzlich alles, was die Augen sahen
Zu Staub zerfällt, weil schwarze Reiter nahen
Wenn Menschenwerke fallen und versinken
Dann wird ich ihnen schon von weitem winken
Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla
(Tag der Rache, Tag der Sünden
wird das Weltall sich entzünden)
dann stürzt auf uns ein Heer mit grellem Lachen
und bläst zur Rache an dem kranken, schwachen
und ach so jämmerlichen Erdentreiben
zur Reinigung von Menscherbärmlichkeiten
ich wird nicht winseln und um Gnade flehen
nicht auf dem Boden kriechen sondern stehen
der Richter wird sich feierlich erheben
dann zeigt sich, was es wert war - dieses Leben


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"Autor"  
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geschrieben am: 20.03.2000    um 08:06 Uhr   
blickt traurig zu Hunter.....
Nur Mut edler Freund.Ich könnte Dir viel dazu sagen doch bin ich keine Mann der Worte.
Wir sehen uns im Wald.
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