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geschrieben am: 02.04.2000 um 21:01 Uhr
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"Wo willst Du hin?", fragt sie.
"Raus." Die kurze, knappe Antwort.
Die Tür fällt ins Schloss.
Sie weiß nicht, wo ich bin, wo ich sein werde.
Was ich mache - es scheint so egal...
RAUS! Immer und immer wieder RAUS!
RAUS aus dem Alltag, weg von den Sorgen.
Erst langsam, dann schneller und immer schneller weg,
weg von dem, was ich mein Heim nenne.
Es treibt mich fort, fort von den Menschen,
fort von ihren (meinen?) Sorgen, Nöten und Ängsten.
Schritte, ganz in meiner Nähe.
Folgen sie mir?
Wollen sie mich nicht gehen lassen?
Ich drehe mich um - leer.
Nichts.
Niemand.
Nicht der Jogger, nicht die Frau mit dem Hund.
Bin ich endlich allein? - Nein, ich höre sie noch...
Sie suchen nach mir, folgen mir, jagen mich.
Ich spüre ihre Nähe;
Kann hören, wie sie näher kommen.
Nein, ich will nicht!
ICH WILL NICHT MEHR !
Ich gehe schneller,
Panik kriecht in mir hoch,
nur nicht rennen; nur nicht auffallen!
Die Frau da, warum sieht sie mich so an?
Ahnt sie, dass ich weg will?
Wittert sie meine Angst, wie eine Schlange es tut?
Ich senke den Blick.
Meine Augen starr auf den Boden gerichtet.
Sie kommen näher - ich weiß es!
Ein schmaler Pfad, ein Abhang.
Jetzt oder nie, ich muss.
Ein Blick zurück, niemand in Sicht.
Nur einige Schritte und ich bin frei.
Ich stolpere die Böschung hinab,
Dornen zerkratzen meine Beine.
Blut? Ohne Schmerzen? Egal - nur weg!
Plätschern, Rauschen, ein Bach...
Gleich bin ich da, gleich habe ich es geschafft.
Nur die Amsel weiß wo ich bin.
Sie wird es nicht verraten, sie ist auf meiner Seite.
Schritte...
Verdammte Menschen, wie haben sie mich gefunden?
Ich senke den Blick, sie kennen mich nicht...
Als ich sie nicht mehr höre, hebe ich die Augen,
sehe nur noch ihre Rücken.
Sie tun mir nichts, sie treiben nur Sport.
Aber es sind Menschen, das reicht schon...
Warum stören sie mich?
Warum brechen sie die Stille mit ihren Worten?
Ich schließe die Augen, höre auf das Wasser,
höre auf die Vögel, höre auf den Wind.
Warum reden? Die Tiere sind meine Freunde.
Sie spüren, wenn es mir nicht gut geht,
sie wittern meine Angst.
Mein Kater ist bei mir, wenn ich leide.
Er schenkt mir seine Nähe,
ohne jemals nach dem "Warum" zu fragen.
Er verlangt nichts für seine Wärme,
seine Nähe, seinen Trost.
Er gibt, ohne zu nehmen.
Und er liebt mich...
"Der Mensch ist das schlimmste Tier von allen..."?
Nein, der Mensch ist kein Tier...
Maschinen, denkende Maschinen.
Sie nennen Tiere, meine Freunde, dumm.
Dumm, weil sie erkennen ohne zu fragen.
Dumm, weil sie finden ohne zu suchen.
Dumm, weil sie begreifen, ohne zu tasten.
Dumm, weil sie wissen, ohne zu lernen.
Der Mensch fragt, ohne die Antwort zu wollen.
Er sucht, ohne Erkenntnis finden zu wollen.
Er sucht den Sinn, um die Sinnlosigkeit zu verbergen.
Er sucht weiter und weiter, nur um dann doch noch das zu finden,
was er über die Suche hinaus vergessen hat...
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