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Ende des Impulses

Nutzer: Gast_corun
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geschrieben am: 14.04.2000    um 19:27 Uhr   
Die schwarze Rüstung steht ganz ruhig auf ihrem Platz. Ich befinde mich in ihrem Innern, sende still aber ohne Hoffnung weiter meine Impulse. Doch anstatt das ich gleiches Empfange, jagd ein Stein durch die Luft auf mich zu. Mit einen leisen Klirren durchschlägt er meine Rüstung, wühlt sich durch Fleisch und zerschlägt Platinen. Ich wage nicht, mich zu bewegen, stehe starr und
verkrampft vor Schreck. Ich zwinge meinen Körper weiterhin zur Ruhe, aber er fängt an zu zittern. Durchtrennte Kabel können ihre Informationen nicht mehr weiterleiten. Zerfetzte Adern lassen mein Blut freien Lauf. Aus meinen Augen unter dem Visier treten schwarze Tränen. Ich kann meinen Körper nicht länger halten und stürze zu Boden. Verzweifelt versuche ich die gewohnten Impulse wieder auszumachen. Aber sie sind schwach, zu schwach um mich wieder zu stärken. Doch sie halten mich noch am Leben. Ich ziehe einen der gepanzerten Handschuhe aus und greife vorsichtig in die kleine Wunde. Der Schmerz raubt mir beinahe das Bewustsein, ich ergreife den kleinen Stein, und spüre nichts mehr. Um mich herum bildet sich der gewohnte Ring aus Gefühlen. Sie schauen mich stumm an, bewegen sich nicht. Sie reissen ihre Schwerter aus den Scheiden und bekämpfen sich gegenseitig, Liebe gegen Hass. Auch ich ziehe mein Schwert und stürze mich in das Getummel. Ich schlage einfach nur um mich, unkontrolliert und zu schwach, jemanden zu töten. Nun wenden sich meine Gefühle auch gegen mich. Dünne Klingen aus schwarzen Metall dringen durch meine Rüstung,
durch mein Fleisch, durchtrennen Fleisch, Adern, Kabel und zerschlagen Platinen. Ich taumel, stürze wieder, und richte mich wieder auf, um direkt wieder niedergeschlagen zu werden. Plötzlich verschwinden sie, und lassen mich mit meinen Wunden alleine zurück. Ich spüre meine schmerzenden Wunden, suche wieder nach den Impulsen. Diesmal bin auch ich zu schwach um noch etwas zu empfangen. Aber ich sende noch, schwach aber intensiv und sicher. Mein Gehirn verabeitet IHRE Worte und Gründe. Ich kann sie nur akzeptieren, will SIE nicht hassen, und liebe SIE immer noch. Die Zukunft ist jetzt noch verworrener als vorher. Ich kann sie gar nicht mehr sehen. Vorher existierte ein kleines Schild, das mir so ungefähr sagte wann ich SIE wieder sehen werde. Nun ist auch dieses Schild verschwunden. Ich stehe ganz alleine in meiner kleinen Welt. Alle Eingänge sind verschlossen, und ich bin zu kraftlos, sie zu öffnen. Ich möchte sie jetzt auch nicht öffnen, ich will alleine sein. Die Vergangenheit die immer existiert hat, immer als das, was gerade geschehen ist, verblasst langsam. Sie wird mir unklar und fremd. Mein Gehirn entwickelt Fragen, speichert sie, und ich warte bis das ich noch einmal mit IHR sprechen kann. Ich möchte so vieles von IHR wissen. Aber ich möchte SIE nicht weiter mit meiner Liebe quälen. Einfach abschalten kann ich sie nicht. Auch mein Körper lässt sich nicht so einfach töten. Er ist durch und durch zerfetzt von schmalen langen Löchern. Mein Blut läuft, Funken sprühen aus Wunden. Ich suche IHR Bild, lege es in ein kleines Gefäss und verbrenne es. Ich fühle mich so leer, und finde wieder keinen Sinn in meinem Leben. Ohne Liebe hat das Leben auch keinen Sinn. Und ich möchte niemand anderes. Nun ruhen wieder die Elektronen. Ein schwerer Schall versetzt meine Welt in Schwingung, Wörter und Schreie vermischen sich mit Musik. Ich schweige, und höre ihr zu.
[i]11.04.00 by Corun[/i]
Ich versuche es zu ertragen, aber es ist schwer ... es scheint mir unmöglich damit zu leben, aber ich muss es schaffen. Nur stirbt mit dem Impuls ein Wesen ... Ich weiss gar nicht, warum ich hier schreibe, und was ich noch schreiben soll, also höre ich hier auf ... i.l.d.a.
Corun
[Diese Nachricht wurde geändert von: corun (geändert am: 14-04-00).]
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Nutzer: sam_naseweiss
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geschrieben am: 14.04.2000    um 23:19 Uhr   
"Sieh her" sagte der Meister. Ich blickte zu ihm auf, Blut und Tränen trübten meinen Blick. "Ich lehre dich kämpfen!"
Ich fühlte mich schwach. Mein Körper, wundenübersät, widerstand meinem Willen, der ihm aufzustehen befahl, und so blieb ich auf den Knien liegen.
In meiner Brust hämmerte der Schmerz. Die Rüstung, die sie schützte, war durchdrungen und aus dem Krater ronn mein Leben in rotbraunen Spuren hinab - langsam wie eine Schnecke schleimige und schmutzige Spuren über einen Spiegel ziehend.
Der Meister legte eine Hand auf meine Schulter. Ich spürte seine Kraft und seine Absicht, mir Mut zu spenden, doch ich war ein geöffnetes Gefäß, aus dem die Seele ungeschützt nach draußen pulsierte, in der Kälte der Luft erstarrte und verdarb, während in mir drin die letzte Quelle der Wärme einem schwarzen Loch glich, das den äußeren Tod ansaugte und mir das letzte Glimmen meines Lebens zu rauben drohte.
"Der Kampf da draußen, der geht schon so seit tausend Jahren." Er schwieg einen Moment. "...So viele sind schon gestorben, oder schlimmer, verblaßt! Wir wissen nicht, warum wir kämpfen, aber nach jeder Schlacht geht über dem Feld wieder die Sonne auf. Dieselbe Sonne, die schon immer den Gefallenen die letzte Ehre erwiesen, aber auch das trotzige Lächeln der Überlebenden gesegnet hat."
"Unsere Arme schmerzen, unser Herz schlägt schwach, einige Schlachten hinterlassen Wunden, die nie richtig heilen werden, andere machen uns stärker...aber letztendlich wird uns alle die große Müdigkeit ereilen, und wir werden schlafen." Er schwieg und schloß einen Moment die Augen. "....Vielleicht auch träumen, wer weiß das schon, es mag uns eine Hoffnung sein..." Er öffnete wieder die Augen. "Aber jetzt leben wir, die Schlacht ist geschlagen und wir lachen der Sonne entgegen...warte nicht auf das Glück, es gibt kein Glück, das einen ereilt, warte nicht auf einen Grund zu lachen - lache einfach, schaffe dir das Glück..denn es ist leichter, sich zum Lachen zu zwingen, als den Schmerz der Traurigkeit zu ertragen!"
Er blickte mich an, sah auf die rostbraune Öffnung in meinem Panzer und hob mein Schwert auf. "Nimm dein Schwert, dort brennt ein Feuer." Er deutete auf die Reste einer Kampfmaschine, die neben uns lag und in einer unheilvolle schwarzvioletten Flamme brannte.
"Nimm dein Schwert, erhitze es in der Feuersglut der Verdammnis und brenne dir damit deine Wunde aus...auf daß sie sich schließe und deine Seele ihren Halt in deinem geschundenen Leib finden möge."
Einen Moment zögerte ich..."Sei endlich hart zu dir selbst! Du mußt dich selbst lieben können, damit du geliebt werden kannst, und leben wirst du nur, wenn du leben willst."
Er stand auf und sagte: "Sieh diesen Himmel, sieh die Vögel, wie sie mit ihrem Gesang die eisige Ruhe der Schlacht verdrängen, sieh den Schmetterling dort auf deiner Rüstung, wie er sich an dem getrockneten Blut labt....Ich liebe die Ruhe nach dem Kampf, den Schmerz, der uns das Leben verkündet, und die sanfte Stille des Waldes, in dem ich nach den Schlachten Ruhe finde und die Hoffnung auf das Glück kommender Tage..." Der Meister lächelte zu mir. "Vielleicht treffen wir uns wieder, auf einem Feld wie diesem hier, oder aber auch irgendwo in der tröstenden Ruhe des Waldes als Erholung suchende Wanderer! Mag sein, wir lauschen in verstohlenen Winkeln dem Gesang von Feen, die sich sanft im Takte ätherischer Klänge wiegen..."
"Wir tragen unser Bewußtsein durch Raum und Zeit, Bote unseres Selbst, gesendet voller Sehnsucht....."

Gruß Sam
[Diese Nachricht wurde geändert von: sam_naseweiss (geändert am: 14-04-00).]
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Nutzer: Gast_corun
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geschrieben am: 15.04.2000    um 11:37 Uhr   
"[i]- Wir sind die Verlorenen. Wir sind die Letzten. Wir sind die Lieblosen. Wir sind die Krieger am Abgrund der Zeit. Wir sind die Geschlagenen, wir sind die Verzweifelten, wir sind die Betrogenen. Wir sind die Kämpen aus tausend geistigen Schlachten.
Wir sind die Krieger am Abgrund der Zeit. Wo ist unsere Freude? Wo ist unser Kummer? Wo ist unsere Furcht? Wir sind die Tauben, die Blinden, die Stummen. Wir sind die Unsterblichen. Es ist kalt am Abrgund der Zeit. Wo sind unsere Mütter und unsere Väter? Wo sind unsere Kinder? Es ist zu kalt am Abgrund der Zeit! Wir sind die Ungeborenen, die Unbekannten, die Unsterblichen. Es ist zu kalt am Abgrund der Zeit! Wir sind müde am Abgrund der Zeit ...
Wir sind die Verlorenen, wir sind die Letzten, wir sind die Lieblosen. Wir sind die Krieger am Abgrund der Zeit. Wir sind die Kalten, die Gebrechlichen, die Tauben, die Blinden. Des Schicksals erstarrte Scharen, Veteranen der geistigen Kriege ...
Wir sind die Verlorenen, wir sind die Letzten, wir sind die Lieblosen. Wir sind die Krieger am Abgrund der Zeit. Und wir sind müde. Wir sind es müde, zu lieben ...
Wir sind die Scherben eurer Illusionen. Die Überreste eurer Hoffnungen. Wir sind die Krieger am Abgrund der Zeit.[/i]"
[i]aus "Der Ewige Held" von Michael Moorcock[/i]
Es wird Zeit sich meiner Werke und Worte zu schämen. Vielen Dank Sam für deine Worte, sie haben mir sehr gefallen ...
Corun
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