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"Autor"

Angels of Stone

Nutzer: apfelblüte
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geschrieben am: 28.04.2000    um 12:22 Uhr   
Wie zwei Engel geboren aus Stein mitten in der Bewegung eingefroren, lebten wir das Leben rund um uns.
Fühlten uns in Bewegung und waren doch erstarrt und fest verankert. Ohne Zukunft, ohne Vergangenheit, das
Jetzt lebend. Unser Leben war ein Traum und wir Gefangene in uns selbst.
Bis eines Tages das Licht uns traf. Das Licht der Hoffnung des anderen. Wir öffneten die Augen in dieser
kalten Welt geblendet vom hellen Schein und waren eins, als wäre es nie anders gewesen. Unsere Blicke
versanken in einander. Sich streckend und berührend. Doch wir konnten nicht zusammen kommen. Waren
doch Stein ein Leben lang...
Das sich Sehnen wurde stärker mit jedem Tag und mit ihm auch ein ganz neues Gefühl. Wunderschön wie eine
sich öffnende Rosenknospe vom Morgentau benetzt. Leicht und schwebend wie eine Feder getragen vom
ersten Frühlingshauch. Vom Licht durchbrochen wie ein Netz aus Tränen. Wärme tief ins Innere dringend wie
der Atem des Geliebten und zu einem Feuer entfachend. Einem Feuer, daß wärmen aber auch innerlich
verbrennen konnte.
Süßer Schmerz der Verlorenheit und des Wiederfindens, ich möchte die Sehnsucht und das Wissen um ihre
Unstillbarkeit von deinen Lippen trinken, schienen deine Lippen mir zu verheißen. Es geht nicht. Es ist
unmöglich, hörte ich die Stimme meines Verstandes sagen. Doch dein Blick so sanft und voller Magie
übertönte diese Stimme und ließ mich niemals die Hoffnung verlieren, daß es eine Zukunft für uns beide gab.
Ich fühlte nur den Schmerz, der mich spüren ließ, ich lebte. Sah nur dein strahlendes Wesen und wußte, ich
wollte bei dir sein über alle Grenzen hinweg und allen Gesetzen zum Trotz.
Ich ließ mich vertrauensvoll fallen in deine mich beschützenden Arme und versuchte meine Flügel auszubreiten.
Um jeden Preis und wenn es mein Leben kostete. Dich zu fühlen und nicht bei dir zu sein, hieß tausend Tode
sterben.
Jahrhunderte schienen zu vergehen und doch gab ich nie auf in meinem Bestreben dich zu erreichen. Hatte
immer dich vor Augen und fühlte deine Anstrengung gleiches zu tun in mir. Du. Der Antrieb und Grund meines
Seins.
"Ich liebe dich." Hatte ich es gesagt oder nur gedacht? Liebe? War es möglich, daß ein Ding lieben durfte?
War ich aber ein Ding? War ich nicht lang schon mehr? Durch dich mehr?
Ich hörte ein lautes Krachen gefolgt von einem zweiten weiter entfernten. Erst dachte ich mein Herz wäre
gebrochen, ob der Anstrengung zu dir zu gelangen, mein Liebster, doch dann fühlte ich mich so unendlich
leicht...
Ich erhob mich vom Boden empor und sah, daß ich mein Gefängnis unter mir gelassen hatte. Der Stein ließ
mich nach Urzeiten endlich gehen. Ich war frei. Frei...
Ich reckte die Arme zum Himmel empor. Gleich einer Huldigung an das Leben. Fleisch gewordene Arme.
Warm, weich und nach Zärtlichkeit hungernd. Bereit Nähe zu schenken. Ich versuchte meine Flügel
auszubreiten, doch sie waren nicht mehr da. Waren zurückgeblieben in Stein gemeisselt. Als Ketten meiner
selbst, die mich bis dahin in meiner Welt gefangen hielten. Preis des Mensch geworden sein, abgestreift für
die Liebe. Doch ich gab sie gerne. Vermißte sie nicht mal. Ich atmete die laue Frühlingsluft eines ewigen
Sommers, der mit dir ins Land gekommen war. Mit dir...
Ich spürte deinen Blick auf mir ruhen, einer zärtlichen Umarmung gleich. Zögernd und voller Angst mein Herz
würde zerspringen, blickte ich dich an. Du warst auferstanden wie ich. Aus den Trümmern einer heilen Welt,
die doch unvollkommen und einsam war. Mit einer Ewigkeit, die leer war ohne uns beide.
Wie ich hattest du nichts, als deinen nun irdisch gewordenen Körper. Und doch hatten wir alles. Denn wir
hatten uns und unsere Liebe. Eine Liebe, deren Glaube daran so stark war, daß sie das Unmögliche möglich
machen konnte. Wir gingen auf einander zu. Ohne Angst, ohne Vorurteil, ohne uns zu verstecken. Zwei Kindern
gleich, die keine falsche Scham kennen. Schwebe
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 03.05.2000    um 14:07 Uhr   
Hallo Apfelblüte !
Die Gedanken sind wunderbar!
Warum nur sagen wir 'Fallenlassen' und meinen dabei 'Hinauffliegen' ?
Weil der Stein befürchtet / sich wünscht die Erde würde / möge sich auftun und ihn verschlingen, ihn dem blendenden Licht der Hoffnung zu entziehen ?
Immanent jedoch die Sehnsucht des Steins atomisiert und schwerelos auf den ewigen Flüssen des Sonnenwindes ruhend zu ziehen .. im Konflikt mit dem Versuch, durch Druck zum Kristall gepreßt zu werden.
Herzlichen Glückwunsch und frohes Weiterblühen ! ;-)
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