| "Autor" |
Ein Liebesbrief |
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geschrieben am: 16.05.2000 um 20:56 Uhr
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Mein Herz, erfüllt von glühendem Verlangen,
will sich nähern Deiner Seele nur.
Doch die weltlich' Falschheit füllt's mit Bangen,
läßt es sich führen auf die tückisch' Nebelflur.
Oh, mein Liebster, Dein seelisch' Reichtum,
tief in meinem Inneren offenbar,
straft mein ew'ges Zweifeln bittren Irrtum,
Kränkung Deines Sinnens gar!
Kann die Liebe dies verzeihen?
Darf ich Sünderin denn von ihr sprechen?
Bin ich nicht auf dem Weg, mich einzureihen
in die mir verhaßte Welt mit ihren Gebrechen?
Statt in jubelnder Freude zu vergehen,
mich am Liebreiz Deines Wesens zu ergötzen,
will das Gift in meinem Herzen falsche Bilder säen
und mein Aug' mir trüben mit blendenden Blitzen.
Egoismus ist es, der mich zersetzt.
Dein zartes Herz, mein stetes Fordern unterdrückt's.
Ist das meine schon so von Unzufriedenheit durchsetzt,
wie soll es sich hinheben zur Empfindung puren Glücks?
Ich will von wahrer Liebe sprechen,
und säe dunkle Schatten in Dein Leben -
will die Dunkelheit in Dir doch brechen!
Und zerbreche doch nur mein Bestreben.
Lieben will ich, nicht besitzen -
meine Erfüllung ist Dein Glück!
Lernen will ich, Dich zu schätzen
wie Du bist - ein jedes Stück!
Möge mir die gewaltige Kraft gegeben sein,
das Gesagte mit Inbrunst umzusetzen.
Wäre alles nur Lug, Trug und Schein,
müßt' ich mich aus tiefster Seel' geringe schätzen.
Komm, oh komm, denn die Gefühle toben,
meine Seele singt leise Liebessänge -
unsre Herzen, von der Sonne Schein umwoben,
umarmen sich im Weltgedränge.
Laß mich nun pressen die Lippen mein
auf Deinen vollendeten Mund so zart ...
Heloise kann ich Dir noch nicht sein -
doch Du, Du bist mein Abälard ... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2000 um 20:57 Uhr
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| Aba mal ganz anders [i]lächel[/i] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2000 um 23:55 Uhr
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*staunt...nickt....und verschwindet wieder...
[Diese Nachricht wurde geändert von: sylph (geändert am: 16-05-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.05.2000 um 02:26 Uhr
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einige vorkommnisse ist nett gesagt ;-) und freiwillig wars wohl auch nicht und .. das wird ja immer komplizierter ..
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.05.2000 um 02:57 Uhr
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[i]Am Strande[/i]
Vorüber die Flut.
Noch braust es fern.
Wild Wasser und oben
Stern an Stern.
Wer sah es wohl,
O selig Land,
Wie dich die Welle
Überwand.
Noch braust es fern.
Der Nachtwind bringt
Erinnerung und eine Welle
Verlief im Sand.
[i]Rilke[/i]
[Diese Nachricht wurde geändert von: starchaser (geändert am: 17-05-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.05.2000 um 12:26 Uhr
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hm, mit solchen reaktionen habe ich immer so meine schwierigkeiten [i]lächel[/i]
ich nehme an, du kannst dich mit den zeilen identifizieren, wunderst dich aber über die form?
ich möchte an dieser stelle einmal auf heloise und abälard hinweisen, die mich zu diesen zeilen inspirierten.
sie lebten im 11./12.jhd. - er war ein großer philosoph, sie eine intelligente und hübsche frau - und sie erlebten die wahre liebe, bis zum tode.
aber ihr schicksal war hart, sie waren den großteil ihres lebens getrennt, da einige vorkommnisse sie schon in jungen jahren dazu bewogen haben, ins kloster einzutreten ...
nach etlichen jahren der trennung begannen sie einen briefwechsel, der einem auch heute noch, acht jahrhunderte später, ans herz geht ...
ich habe heute einen tiefen blick in das buch über die beiden und ihre briefe geworfen - und es hat mir die augen über mein verhalten in meiner beziehung geöffnet - und so schrieb ich diese zeilen, im stile heloise' und abälards ...
[i]lächel[/i] ABA |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.05.2000 um 22:01 Uhr
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klar, starchaser, ich hätte jetzt auch eine 20seitige abhandlung über das leben und die leiden des peter abälard und seiner heloise verfassen können - aber das ginge dann wohl doch etwas zu weit, nicht wahr?
danke für rainer maria ... er war großartig ...
*gruß* ABA |
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