Auf den Beitrag: (ID: 26507) sind "10" Antworten eingegangen (Gelesen: 321 Mal).
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Nacht-Express

Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.05.2000    um 18:59 Uhr   

[i]Weltende[/i]
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehen entzwei
und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken
[i]Ludwig Meidner[/i]
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Nutzer: Gast_vero*
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geschrieben am: 19.05.2000    um 22:24 Uhr   
Wenn wir uns unter «Weltende» nicht so fürchterliche Dinge vorstellen würden, wären die Verse wirklich lustig! Lustige Bilder.
Szenario wie beim Zusammenputschen von Modelleisenbahnen!
Geradezu perfide ist natürlich, wenn man in dieser Apokalypse auch noch den Schnupfen kriegen sollte - als ob man da nicht mit mit anderem beschäftigt wäre... z.B. das allerletzte makeup auflegen, damit man als Leiche immerhin noch einen gepflegten Eindruck macht ...
Gruss vero
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Nutzer: sam_naseweiss
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geschrieben am: 19.05.2000    um 23:29 Uhr   
Nutze die Gelegenheit mal wieder schamlos aus, und poste was von mir!

Dämmerung
Drohend schwarze Wolken
die Kraft der Sonne gebrochen
blutrot tropft ihr kraftloßes Licht
das letzte Lachen schon längst vergessen
Zeitungsfetzen und Abfall wirbeln im Wind
an den Häusern Plakate
halbheruntergerissen und verschmutzt
auf den Straßen rostender Schrott
letzte Lichter in Festungen aus Beton
bald werden auch sie
von wachsamen Maschinen erlöscht
und die Welt wird umhüllt
von sanftem Schweigen
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 20.05.2000    um 01:08 Uhr   
Ja, - Ungetüm Großstadt, der Koloss mit seinen Dämonen die staunend durch die Baracken schleichen ! Passend zum aktuellen Vollmond, der versöhnend aus gelber Wolkenwand hervortritt und Chopins Opus 35 in den Ohren der schönen Jugend klingt. :-)

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 20.05.2000    um 01:19 Uhr   

[i]Apokalyptische Stadt[/i] vom Meidner


[i]Die Stadt von Jakob Steinhardt
[/i]
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 20.05.2000    um 01:42 Uhr   
Vero,
Perfidie, Ignoranz, Regression .. wie auch immer. Ursprünglich war es ein Spottgedicht das dann die Epoche der Wiedervereinigung des vorher Aufgelösten einläutete.
Ist sie in Krisenzeiten nicht natürlich, ja menschlich, diese verzweifelte Suche nach irgendeiner Normalität ? Mensch verfällt nach außen ungewollt ins würdige Lächerliche. Dem unbeteiligten Dritten erscheint es so.
Die Menschen tanzten viel zu Maler Beckmanns Zeiten, warfen sich in atemberaubende und sinnbetäubende Feiern während ihnen vor der Tür die Fratze des Elends frech und unverblümt ins gepuderte Gesicht grinste. ( mir kommt dieses Triptychon, in ? Stuttgart ? in den Sinn .. )
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Nutzer: orla
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geschrieben am: 20.05.2000    um 13:56 Uhr   
Frage: ist die Geschichte von Apokalypse nicht nur der unverständliche Drang des Menschen, sich selbst zu bestrafen.
NUr eine selbstgezogene Grenz, um nichtselbst über die Grenzen anderer zu schwappen.
Nicht nur vielleicht ein gewähltes Ende, damit wir sagen können, wir zerstören uns nicht einst selbst, nein es wird die Apokalypse sein?
Vielleicht sollte ich meine Gedanken einzeunen, da sie solch skurielen Sprünge machen!

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 20.05.2000    um 20:02 Uhr   

die gedanken einzäunen ? aber ich bitte Dich ! die letzte freiheit begrenzen .. rhetorik, rhetorik *smile

[i]wuschel@verolein[/i], - danke für den ludwig klar paßte es !

der weltuntergang bahnte sich um die entstehungszeit des gedichts an und mutter zeit gab der vorausahnung kassandras leider recht.
man wollte über die grenze anderer schwappen.
handele es sich nun um menschen- oder götterdämmerung, aliens, gegenschlag der natur, betrunken segelnder meteor, gravitation der sonne oder ein kindsgott der in einer plötzlichen eingebung seine sandburg zerstört
sicherlich ist ein gewisser revanchismus teil dieses denkens. eine art humanitärer einsatz von irgendwas zur bestrafung von irgendjemand. hunger nach gerechtigkeit oder süffisant ausgeführte bittere logische konsequenz ? carlos spielt derweil unermüdlich sein jingo im hintergrund während langsam die serververbindung zurückgesetzt wird.
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Nutzer: Gast_vero*
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geschrieben am: 21.05.2000    um 00:15 Uhr   
[b]starchaser[/b]
kenne den Ludwig Meidner nicht. Bin nun aber froh, dass ich die Ironie richtig verstanden habe. - War nämlich nicht ganz sicher und wollte Dir den Spass nicht verderben.
Muss natürlich auch etwas auf die Imagepflege achten
Hast Du den sw Film «Das letzte Ufer» mal gesehen? Ist ein uralter.
Handelt vom letzten Atomkrieg, der die Erde in einem GAU stürzt. Die letzten menschen flüchten nach Austrelien/Neuseeland oder so und geniessen in vollen Zügen das Leben, bis Pillen zur Selbsteuthanasie verteilt + eingenommen werden.
Ein anderes Bild aus der Literatur (Elias Canetti): Nachdem die Apokalypse eingeläutet hat, laufen die Presse-Agenturen + Druckereien auf der Erde heiss. Es wird gearbeitet wie wild, um die letzten Ausgaben aller Printmedien noch rauszubringen. Vergessen wird dabei, dass die Zeit nicht mehr ausreichen wird, sie zu lesen, da die Menschheit bereits verstorben sein wird ...
[b]samy[/b]
Passt aber schon sehr schön zu starchasers Wurf. Ähnlich werden im o.a. Film die letzten Bilder gezeigt. Bilder einer Stadt mit menschenleeren Strassen, ein leiser Wind wälzt Staub und Papierfetzen. Die Menschen schlafen in den Häusern den grossen Schlaf und sind längst auf die letzte Reise gegangen.
vero
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Nutzer: Gast_black-rose
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geschrieben am: 22.05.2000    um 16:38 Uhr   
alles hat ein ende,
alles ist vergänglich,
dagegen können wir nun leider nichts tun,
nur das eine: den moment genießen.
[i] geht genießen [/i]
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Nutzer: orla
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geschrieben am: 23.05.2000    um 00:20 Uhr   

..Seifenblasen
dort ist eine
PLING
zerplatz
und dort
PLING
zerplatz
ewig wird es neue geben
ewig der Gedanke leben
manchmal platzt er
manchmal schafft er es zum Himmel
ein ewiges
PLING
wir ihn begleiten
und ein ewiges Hoffen weiten
...ein PLING hier und da
sollte uns nicht schrecken
im Spnnennetz zu agieren
uns nicht in trübe betten
Ob je untergang
oder nicht
wichtig ist das Heite
das Leben
und das ewige ICH...

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