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geschrieben am: 30.05.2000 um 04:16 Uhr
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Schwesters,
Das Leben ist manchmal unendlich schwer. Alles stellt sich einem in den Weg, zu viele der engsten Familienanghörigen und Freunde verstehen nicht wie schlimm es schon ist und verletzen zusätzlich durch Unachtsamkeit oder ohne zu wissen, was sie tun. Wenn du in einem Haufen von Problemen sitzt, kannst du nicht mehr darüber hinaus schauen, du siehst kein Licht, keinen Ausweg mehr, verirrst dich immer tiefer in immer mehr Probleme und glaubst nie mehr rauskommen zu können. Du lässt dich erdrücken von immer neuen, neu dazu kommenden Problemen, alles tut weh, alles scheint sich gegen dich zu verbünden.
Ich kenne dieses Gefühl der Ausweglosigkeit auch, ich war selbst auch manchmal so weit, daß Selbstmord mir der einzige Ausweg zu sein schien.
Bitte Schwesters, warte ein wenig. Du bist zu jung, Dein Leben wegzuwerfen, es hat niemand etwas davon, am allerwenigsten Du. Du hast doch eben erst begonnen zu leben...
Weisst Du noch, wie es war, damals als Du zum aller ersten Mal in die Schule gingst?
Schwesters, betätige Dich mal eben als Maulwurf, buddel die Probleme mal in eine Zimmerecke, befreie Dich kurz von dem ganzen Druck, mach das Fenster auf und atme ganz tief durch. Nun besinne Dich mal ganz intensief auf Dich, spürst Du Deine Zehen?
Spürst Du Deine Knie, deinen Körper, Deine
Schultern, Deinen Hals, Deinen Kopf? Spürst Du DICH? Was gab es Tolles in Deinem Leben?
Denk nach! Was hast Du an Schönem erlebt?
Worüber hast Du Dich halb schief gelacht? Erinnere Dich! Erinnere Dich an das Schöne, an das Positive, du MUSST DIR helfen aus den negativen Momenten rauszukommen. Denk eine halbe Stunde lang nur an tolle Sachen, zieh dich hübsch an, ruf einen Menschen zu Dir zu dem Du Vertrauen hast, wenn's den nicht gibt, ruf Schulfkameraden oder Arbeitskollegen an, geh raus, geh ins Kino, meintwegen heul Dich an ner Schulter aus. Das macht nix, das ist völlig in Ordnung. Komm raus aus der Trauer, komm raus aus der Ausweglosigkeit. Du, DU hängst selbst drin, du sitzt in deinen Problemen, nur DU allein kannst dich da wieder rausholem, also tu's, komm raus!
Probleme haben alle Menschen, meist mehr als ihnen lieb sind. Such dir die leichteren aus und schaff sie aus der Welt, dann die Nächsten, du schaffst das schon! Aus dem Mutterleib bist Du auch rausgekommen, war auch nicht einfach. Du hast auch laufen gelernt damal, trotz allem Hinfallen. Schau die Probleme genauso an, wie Deine Versuche als Kleinkind laufen zu lernen. Das hast ja auch geschafft und nun lauf raus aus Deinen Problemen, auf Deinen eigenen Füßen. Bewältige Deine Probleme, was glaubst Du wie stolz du bist, wenn du's geschafft hast!
Sterben ist Flucht - ist Aufgabe...
Der Mensch hat viel Kraft, Du hast viel mehr Kraft als Du ahnst! Fang an, mit kleinen
Schritten, ein Fuß nach dem anderen! Stell dir vor, Du willst einen Berg erklimmen, naja, da musst du auch ganz langsam den Weg hoch klettern, auf den Gipfel kommst du nicht mit einem Schritt. Also nu mach schon, langsam, es gelingt mit Sicherheit!
Es sterben so viele, und soviele wollen nicht sterben und sterben doch. Leben ist ein Geschenk!
Versuch alles was Du kannst, um die schwierige Situation aufzulösen, du hast Worte, du hast Hände, du hast auch Füße, vielleicht brauchst Du Abstand ...
Schau Dich doch mal um, geh raus auf 'ne Wiese, betrachte die Blumen, die Käfer, die Vögel... bleib bei uns, nimm Dich nicht weg
von denen die Dich lieben, erlaube dir weiterzuleben und dich an deinem Leben zu freuen. Nicht jeder kann mit Dir umgehen,
auch du kannst nicht mit jedem umgehen.
Nimm Dich in Acht vor denen die Dir weh tun,
schütze Dich, sei Dein eigener Anwalt, hilf Dir, dem traurigen, verletzten kleinen ICH.
Nimm dich selbst an der Hand und führe dich selbst behutsam aus den Schwierigkeiten. Vielleicht dauert es ein wenig, aber komm zurück in's Leben und geniesse Dein Sein auf dieser wunderschönen Erde!
Zum Sterben ist es auch wenn du alt bist immer noch früh genug!<p |
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