Am Scheiterhaufen
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Feuer. Der viele Rauch lässt mir keine Luft mehr zum Atmen. Er erstickt mich in beissenden Schwaden und die Hitze kriecht immer näher an meinen Körper. Ich kann mich nicht bewegen, ich winde mich in der unerträglichen Starre meiner Glieder. Und die Panik wird immer größer. Plötzlich zerreisst ein langer, schriller Schrei die Luft...
... und ich wache auf.
So ging es Nacht für Nacht. Immer wieder der selbe furchtbare Alptraum. Langsam wagte ich es nicht mehr, ins Bett zu gehen, ich fürchtete mich davor, einzuschlafen und erneut die Verzweiflung und Angst zu durchleben. Ich schob das Schlafengehen hinaus, wo es mir nur möglich war. Bis zur äussersten Erschöpfung versuchte ich, wach zu bleiben...
Natürlich machte das mein Körper nicht lange mit. Nach dem ersten Zusammenbruch bemerkten meine Eltern, was mit mir los war, nach dem zweiten schickten sie mich zum Psychologen. Und der wollte eine Schlafterapie mit mir machen!!
Ohne es meinen Eltern zu sagen, ging ich nicht mehr zu den vereinbarten Terminen.
Nach dem dritten Zusammenbruch und auf dringendes Raten der Ärzte nahmen sich meine Eltern Urlaub und wir fuhren weg. Aufs Land. Die Mediziner meinten, wenn ich fern von allem Stress und aller Spannung war, würden auch die Alpträume verschwinden. Doch mit ihren Vermutungen lagen sie falsch...
Es war ein nebliger Tag, als wir mit dem Auto durch dieses kleine Dorf fuhren und uns plötzlich ein Reifen platzte. Mein Vater hatte natürlich kein Werkzeug dabei, also klopften wir an der nächstbesten Tür und fragten, ob wir telefonieren dürften... Der Pannendienst konnte an diesem Tag wegen dem dichten Nebel nicht kommen, doch man versprach uns, innerhalb der nächsten 48 Stunden jemanden vorbeizuschicken. So waren wir wohl oder übel gezwungen, die Gastfreundschaft der alten Dame, dessen Telefon wir benutzt hatten, anzunehmen.
Das Haus war mir von Anfang an unheimlich vorgekommen. Ich flüsterte dies meiner Mutter zu, als die Frau in die Küche ging, um uns etwas zu Trinken zu holen, doch meine Mutter sagte nur, dass das sehr wahrscheinlich an meiner Überspannung lag...
Mit dieser Antwort gab ich mich zufrieden. Und doch... irgendetwas kam mir extrem seltsam vor... die ganze Atmosphäre... so geheuchelt freundlich... und im Innersten kalt und abweisend... ganz so, als ob ich das schon einmal erlebt hätte...
Meine Mutter hatte sich hingelegt, um sich etwas von der Reise auszuholen. Die alte Frau hatte meinen Vater und mich gefragt, ob sie uns herumführen und das Dorf zeigen solle. Es gäbe viele Geschichten zu erzählen, meinte sie. Wir hatten nichts besseres vor, also willigten wir ein. Die Alte führte uns durch verwinkelte Gässlein vorbei an halb zerfallenen Häusern bis auf den Dorfplatz. Nebelschwaden hingen über dem gepflasterten Boden. Ich bekam eine Gänsehaut. Diesen Ort kannte ich...
Unsinn, das konnte nicht sein. Ich war noch nie in dieser Stadt gewesen, ich konnte diesen Ort nicht kennen. Er sah einfach aus, wie jeder andere Dorfplatz... ich verwechselte ihn!
Die Alte zog uns auf die Mitte des Platzes. Dort zeigte sie stolz auf einen großen Holzstoß, in dessen Mitte ein etwa zwei einhalb Meter hoher Stamm stand. Erstaunt fragte mein Vater, was dies sein solle, da antwortete sie: Dies ist der Scheiterhaufen, an dem vor 500 Jahren die berüchtigte Hexe Serena verbrannt wurde...
Als ich dies hörte, war es, als bohrte sich ein Messer in mein Herz. Serena... berüchtigte Hexe.... aber sie war doch keine Hexe....
Plötzlich nahm ich nichts mehr um mich herum wahr. Ich sah nur noch den Holzstoß, den SCHEITERHAUFEN, und den langen, aus der Mitte herausragenden Stamm. Ich fing an, langsam darauf zuzugehen. Ich hörte meinen Vater sprechen... wie aus einer großen Entfernung hörte ich ihn sagen: Wir gehen schon einmal weiter... sieh dir den Ort des Todes nur näher an...
Das morsche Holz war nur noch eine Armlänge von mir entfernt. Wie in Trance starrte ich es an. Die Nebelsc |