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"Der schmale Grad"

Nutzer: tomegatherion
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geschrieben am: 09.06.2000    um 08:06 Uhr   
Wer...
Wer erschafft uns aus Staub und Wasser,
macht aus uns wieder Wasser und Staub.
Wer entfacht solch Feuer in uns - Liebe,
die alles Unheil vergessen läßt und doch
für immer und ewig brennt.
„Sollte ich dir in meinem Leben
nie begegnen, so lasse mich
den Verlust spüren.
Ein flüchtiger Blick von dir
und mein Leben ist dein!“
Wer führt zwei Wesen zueinander,
erhellt ihre Flammen in dunkler Nacht.
Wer schafft ihnen den Sinn des Lebens,
wer ist es, der im Tode zu uns lacht.
Wer führt all die Gesichter zusammen,
läßt sie verschmelzen – Fluss für Fluss.
Wer zerteilt ihre Läufe in Angst und Zweifel,
sät Böses und Gutes mit einem Regenguss.
Wer verweilt bei unserem letzten Atemzug,
wer erweist uns den ewigen - den letzten Kuss.
Liegt der Anfang im allerletzten Tag.
Habe ich wirklich den Sinn erfüllt.
Beginnt das Ende mit dem
allerersten Schlag des Herzens.
Werde ich von Morgenröte umhüllt.
Werde ich unsterblich sein.
---
Mein Körper gehört dir.
Meine Seele ist dein.
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Nutzer: Gast_tempek
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geschrieben am: 09.06.2000    um 14:45 Uhr   
wieso muß das immer ein jemand sein.
wieso muß man immer alles begründen.
wieso muß man immer wieso fragen.
wieso muß immer alles sein.
denken sie mal drüber nach!
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Nutzer: tomegatherion
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geschrieben am: 09.06.2000    um 16:11 Uhr   
warum soll es nicht ein jemand sein.
wieviele gründe gibt es, die dafür sprechen, wieviele, die dagegen sprechen? muss dieses "wer" in jedem fall auf eine person bezogen sein oder kann es im weiteren sinne nicht auch die bezeichnung für etwas anderes, viel größeres, unfaßbareres als eine person gelten? die einschränkung eines einzelnen wortes auf einen einzelnen sinn hat mir noch nie zugesagt! man sollte manchmal weiter und tiefgründiger schauen.

warum nicht nach einer begründung suchen.
warum nicht suchen? was macht dann den sinn des lebens aus, wenn man nicht sucht? es sei doch dahin gestellt, was! aber fragen und suchen - aktiv sein - hinterfragen ist der erste schritt, den es zu machen gilt, um eventuell antworten zu finden.

es ist leicht und naiv, zu sagen, dass nicht immer alles ist oder sein muss.
stellt sich doch die frage, was wir mit unseren augen wahrnehmen. sehen wir nur und handeln nicht, so sind wir trotzdem, wenn auch passiv. kein mensch kann passiv sein. sie sind und alles ist, denn sie haben immerhin aktiv gehandelt und mir geantwortet. um dies zu schaffen, muss man zweifelsohne sein. und da sie sind, müssen sie auch entstanden sein, usw. usw.
so stellen sich doch alle fragen - und das begründet - so wie ich sie formulierte.
denken sie mal darüber nach!
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 10.06.2000    um 07:41 Uhr   

Jedes Wort war ursprünglich einem bestimmten Gedanken zugeordnet. erst die Definitionsvielfalt, welche in Philosophie, Politologie, Soziologie und Psychologie gipfelte führte zum aktuellen babylonischen Gewirr. ( Ganz abgesehen von der Frage ob mein ‚Blau‘ auch das der anderen ist. ).
Frage zum Titel : ‚Grad oder ‚Grat‘ ?
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Nutzer: Gast_l.o.t.h.s.
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geschrieben am: 11.06.2000    um 17:41 Uhr   
Nun gut, ich versuche mal einen Anfang zu finden. Welche Wörter mir am herausragendsten erscheinen: Wer, Suche, Sinn!
(Dabei appeliere ich an alle Wortverdreher wie Starchaser, nicht die Tatsache dessen darzustellen, DASS jedes Wort im Verstand eines jeden Menschen einen ANDEREN Sinn oder gar keinen haben kann, sondern eben diesen Sinn und sein Verständnis preizugeben. Das wäre der Diskussion wesentlich dienlicher. Wer damit übrigens ein Problem hat, mit dem würde ich mich gern einmal über den "Radikalen Konstruktivismus" unterhalten )
Man könnte die Frage stellen, wer "Wer" denn nun ist? Simpel formuliert, für einige mag es ein Gott sein, für andere DER Gott, für wieder andere die Natur, pure Energie oder Zufall, Chaos oder einfach das Universum. Im Prinzip ist es egal, was jeder selbst unter dem "Wer" versteht, möge man es bitte nicht allzu sehr personifiziert sehen.
Das Entscheidende daran ist vielleicht, ob ich mich mit meiner Definition des "Wer" abfinden kann, ob mich das befriedigt, ob es mir Erklärungen gibt. Und, ob ich es akzeptieren kann, damit zu leben, nicht für alles, was mich umgibt, was mir geschieht, eine Erklärung zu haben.
Womit ich bei der "Suche" angelangt wäre. Denn ich denke, dass jemand das "Wer" oder eine Definition dafür nur versucht zu finden, wenn man sich mit der bereits vorhandenen Vorstellung/Definition nicht abfinden kann. Wenn man es nicht akzeptieren kann oder unbefriedigend findet. DANN, so glaube ich, hat jemand das Gefühl auf der Suche zu sein; im konkreten Fall nach dem "Wer"!
(Ein "kurzes" Intermezzo: Ich persönlich kann zwar nicht behaupten, jemals nach der Definition für dieses übermenschliche Etwas gesucht zu haben. Aber ich würde sagen, dass ich aufgehört habe, es zu finden. Das hat nichts mit Verzweiflung oder Frust zu tun. Auch nicht, weil ich eine (mir plausible) Definition habe, sondern WEIL ich mich damit abfinden kann, NICHT für alles eine Erklärung zu haben. Mit dieser Definition, ich nenne sie mal "Teildefinition eines übermenschlichen Etwas", ist das für mich LOGISCH, was mir auch so erscheinen soll. Auf eine Erklärung für den "Rest" kann ich verzichten. Dies soll nicht heißen, dass ein jeder sonst ebenso dazu im Stande ist.)
Tja, nun zum "Sinn" der ganzen "Suche" nach dem "Wer" Wenngleich nicht dieser Sinn gemeint ist ... so muss es letztendlich jeder selbst abschätzen können, wie viel Energie man dafür aufbringt, einen Sinn zu finden. Ich denke, dass für viele Menschen Sinn schlichtweg mit 100%iger Logik überein stimmt. Für viele ist das ein und das selbe. D.h., wenn ich die "Suche nach dem Wer" für beendet und erfolgreich abgeschlossen halte, dann erst macht es einen Sinn! Was eigentlich? Das Leben, die Suche, die Liebe, das Wer, das Etwas? Wenn ich einen begrenzten Blickwinkel auf ein Objekt, Subjekt, imaginäres Bild habe, muss dies doch nicht gleichzeitig bedeuten, dass der Zustand, das Erscheinungsbild, die Eigenschaften des Objekts, Subjekts oder imäginären Bildes keinen Sinn machen. Muss dies sein? Nur, weil mir nicht ALLES plausibel ist, soll es sinnlos sein? Gewiss, das ist es nicht, viel mehr "sinnbeschränkt". Ich glaube das Wort trifft den Nerv viel besser. Und wieder einmal scheinen sich viele Menschen mit einer sinnbeschränkten (selbst konstruierten) Realität nicht abfinden zu können. Ich sag's mal anders herum: Woher will ich Sinn definieren, wenn ich überhaupt keinen Unsinn in meiner Realität kenne ...
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Nutzer: wupel
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geschrieben am: 12.06.2000    um 02:53 Uhr   
l.o.t.h.s.
nett....durchaus logisch auch..konsequent..was letztendlich für mich nur die Frage aufwirft, ob denn diese AKZEPTANZ ein Fatalismus ist, den ich mir leisten kann/sollte/muß??
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 12.06.2000    um 21:03 Uhr   

gut gebrüllt, Löwe,
wenn ich es richtig interpretiere, ging es Tomegatherion nicht um spezielle Worte sondern um den Bezug Wort-Sinn allgemein. Tomegatherion sprach sich für eine 1:n-Beziehung aus und ich setze mich für die 1:1-Relation ein. Nicht mehr und nicht weniger.
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Nutzer: Gast_dernörgler
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geschrieben am: 17.06.2000    um 17:56 Uhr   

l.o.t.h.s. schluesse sind radikal konstruktivistisch falsch und provokant.
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Nutzer: Gast_l.o.t.h.s.
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geschrieben am: 18.06.2000    um 23:25 Uhr   
dernörgler: wenn du nicht so viel rumnörgeln würdest, sondern lieber eine konstruktive ) Argumentation führen würdest, hätten wir alle mehr davon!
MfG
L.O.T.H.S.
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Nutzer: Gast_dernörgler
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geschrieben am: 01.07.2000    um 17:48 Uhr   
privilegisierende thesen sind antikonstruktionistisch
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