| "Autor" |
Überraschendes und Berechendbares ... |
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geschrieben am: 05.07.2000 um 00:01 Uhr
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| Es war zu einer Zeit als das Mädchen schon vergessen hatte was es heißt, ihr Herz zu öffnen, es war zu einer Zeit, als sie bereits die dunkle Seele zu ihrer eigenen gemacht hatte. Sie ging durchs Leben mit einer seltsamen Gelassenheit, fernab der Dinge, die andere so mitnahmen, die andere so traurig machten, die andere so glücklich machten. Sie beobachtete, lächelte hin und wieder und ging durch ihr Leben mit einer seltsamen Distanz. Sie betrachtete ihr Leben, sie betrachtete die Leben all der anderen. War ihres wirklich so anders? fragte sie sich oft, spät in der Nacht, wenn der Mantel der Dunkelheit das Leben zur Ruhe zwang. Sie lag wach, betrachtete die Sterne oder den dunklen, verhangenen Himmel, dachte über ihr Leben nach, dachte über aller Leben nach. Warum erschien ihr ihr Leben so weit weg zu sein, warum erschien ihr die Seele so kalt zu sein und warum konnte sie nicht mit dem Herzen sehen. War es ihr einst herausgerissen worden oder hatte sie keines gehabt, war eines jener Wesen, die vom Tag ihrer Geburt ein Leben fern der Wärme führen? Eine Antwort fand sie in keiner Nacht und sie wußte, sie könnte jede Nacht dem Schlafen der Menschen lauschen, nie würde sie eine Antwort finden. Sie wußte es bereits und ein Lächeln huschte über ihre Lippen ... Es war so berechenbar, das es sie überraschte ... |
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