|
|
|
geschrieben am: 25.07.2000 um 08:06 Uhr
|
|
Mein lieber Sam,
vielleicht hundertmal habe ich diese Zeilen heute Nacht im Geiste geschrieben und nun ist nichts mehr davon da. Hundertmal habe ich versucht meine Gedanken, meine Gefühle auszudrücken und nun ist nichts mehr davon da. Hundertmal habe ich versucht, es anders zu sehen und hundertmal ist es mir nicht gelungen ...
Ich weiß es ist unfair, albern und dumm dir das vorzuwerfen, aber anders ergibt es für mich keinen Sinn, anders kann ich es nicht sehen.
Hundertmal sind mir die Worte [i]vorher[/i] und [i]nachher[/i] im Geiste durcheinandergewirbelt. Hundertmal habe ich versucht, es zu verdrängen, wie ich so vieles in meinem Leben verdränge.
Nun wo soll ich beginnen ... vor unserem Treffen war es für dich wichtig mich jeden Tag im Chat zu treffen, zu reden, so dachte ich wenigstens. Es gehörte zum Tagesablauf dazu, es war der Abschluß eines jeden Tages. Das Treffen im RealLife [i]lächeln muß[/i], ja unser Treffen, es war schön, so dachte ich. Es hat sovieles gestimmt, so dachte ich.
Und nun, nachdem wir uns gesehen haben - Stille. Nun ist es für dich nur mehr Chatten, auf das du verzichten kannst. Nur noch chatten ... nur, dieses Wort, es bricht mir das Herz. Mag sein, daß du Zeit zum Nachdenken brauchtest, mag sein, das du einen gewissen Abstand brauchtest, mag sein wie es will, aber nach Tagen der Ungewissheit, der Sorge, ist dieses "nur" fast wie eine Ohrfeige. Nicht mal eine kleine SMS war ich dir wert, die so vieles gezeigt hätte, nicht mal das.
Ich weiß es ist töricht, dir das vorzuwerfen, glaub mir, mir ist das sehr wohl bewußt, aber ich kann nun einmal nicht aus meiner Haut, nur so ergibt es einen Sinn. Es ist diese plötzliche Veränderung, die ich nicht verstehen kann. Mag sein, das es ein Zufall ist, das es genau nach unserem Treffen geschah, aber das kann ich nicht glauben. Es ist dieses Vorher/Nachher was mich so zum grübeln bringt. Es ist immer wieder dieses Vorher/Nachher, was mein Herz schreien läßt. Aber ich werde deine Entscheidung aktzeptieren, so wie ich es immer tat, denn zum kämpfen fehlt mir die Kraft ...
Deine Sibille
PS: Und an jemanden gerichtet, der einmal zu mir sagte, ich sei feige und erbärmlich, weil ich meine Erinnerungen mit Drogen zu vergessen suche, dem sage ich "Ja verdammt und ich freue mich auf den Tag, an dem mir das gelingt ... denn es kümmert keinen" |
|
|
|
|