| "Autor" |
Und die Liebe tanzte mit dem Tod |
|
|
|
geschrieben am: 30.07.2000 um 20:08 Uhr
|
|
Der Junge saß alleine in seinem Zimmer und dachte nach über das Leben.
Er liebte das Leben, aber er hasste es auch.
Er hasste die Umständlichkeit, die das Leben machte.
Er verabscheute das Freisein, die Lüge Freisein. Er fühlte sich nur eingeengt.
Er verfluchte den sozialen Druck, verfluchte die Menschen die ihn ausübten.
Doch er liebte auch diese Menschen.
Er freute sich auf die Zukunft, doch am meisten hatte er Angst vor ihr.
Er liebte seine Eltern, aber am meisten hatte er Angst ihre Erwartungen nicht zu erfüllen.
Er würde seine Freunde lieben, wenn er welche hätte. Doch die Jungen in seinem Alter mieden ihn. Sie waren frei. Frei von Sorgen und Problemen.
Doch der Junge war alleine. Alleine mit allen Sorgen und Problemen. Alleine mit seiner Liebe, die niemand haben wollte.
Seine Eltern lebten ihr Leben. Sie vergaßen den Jungen nie, sie ignorierten ihn nur. Doch der Junge versuchte ihnen immer wieder seine Liebe zu schenken. Doch sie nahmen seine Geschenke nicht an,
sie übersahen den immateriellen Wert der Liebe.
Der Junge lebte nur mit seiner Liebe, doch die Liebe tanzte mit dem Tod.
Die Liebe führte den Tod übers Parkett. Fröhlich und beschwingt gab sie den Takt an. Doch dann wechselte die Musik. Der Tod übernahm den Tanz. Und so tanzte der Tod mit der Liebe. Und er tanzte so lange, bis der Liebe die Kraft ausging, und sie zu schwach war, den Jungen noch zu halten.
Und am Abend sahen die Eltern das erste Mal ihren Jungen. Sie werden ihn nie wieder ignorieren können.
(c) Timo Lambrecht
Mehr davon unter join.coolworld.de
|
|
|
|
|
|
|
Top
|