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Der säufer

Nutzer: anonyme
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geschrieben am: 09.08.2000    um 12:35 Uhr   
An einen Menschen den ich stets sehr mochte und verehrte..
Nenne ich ihn Holger
(Holger ... verheiratet, 3 Söhne
6 Enkel und eine Familie die ihn liebt. )
1989
57 Jahre alt, die Wende kommt. Er verlor seine Arbeit...
Frührentner (mit Ersparnissen ) "scheiß Westen... scheiß Kapitalismus"
Geburtstage: immer betrunken...
Familie : "Ach der Holger trinkt so gern"
Sein Bierbauch wächst ...
Familie "Ach der Holger war schon immer so!"
Bis 99 und heute:
Feiern in Familie..
Holger ist schon betrunken bei seiner Ankunft...
Familie: "Ach der Holger trinkt so gern"
Zum Ende der Feier sturzbetrunken nach hause
"So und jetzt zum Schlafen ein Bier"
"Nein !" sagt seine Frau und steckt ihn energisch ins Bett.
"Nur ein Bier!"
"NEIN!"
"Ich schlag dich grün und blau wenn ich kein Bier kriege... Meine Güte nur EIN Bier!"
"NEIN!"
Er schläft ein im Sessel, doch sobald seine Frau schläft geht er und holt eine Schnapsflasche aus dem heimlichen Versteck...
Stillschweigen in der Familie...
Merkt es keiner?
Will es keiner merken?
In schmutzigen Sachen geht Holger zur Bierbude.
Seine Niere -> zerstört...
Seine Leber -> kaputt...
Bepisst und beschissen torkelt er umher bis zum Umfallen...
"Die anderen merken es nicht!" sagt er.
(Was kommt?)
Das Geld versoffen...
Unfall unter Alkoholeinfluß...
Familie: "Holger? Der gehört nicht zu uns! Zu Opa Holger gehst du nicht! Er trinkt!"
Seine Frau setzt ihn vor die Tür...
"Zu Oma darfst du gehen!"
....Einsam sitzt Holger vor der Bierbude und versäuft sein letztes Geld...
Seine Sachen? Aus Anzug....wird Kleiderspende!
Sein Geruch? Aus frischgewaschen und Deo werden Schweiß und Urin!
Seine Begleiter? Aus Freunden und Familie werden Saufkumpel und Krankheiten!
Sein Zuhause? Aus warmer Wohnung... werden Abrißhaus und Brücke!
Er säuft...
Und säuft...
Und säuft...
...Alkoholvergiftung... Krankenhaus...
... Entziehungskur... "Brauch ich nicht , ich schaff es so!"
Er säuft weiter...
Und säuft...
Und säuft...
Bis zum Tod!
...Tod!
...Tod!
Im stillen Gedenken an meinen Opa, dem ich nicht helfen kann.
Und an alle anderen für die es noch nicht zu spät ist!
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Nutzer: schlau
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geschrieben am: 09.08.2000    um 09:49 Uhr   
schlimm, wenn man nichts tun kann. vielleicht findest du eine möglichkeit damit umzugehn...
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alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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Nutzer: Tendrick
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geschrieben am: 15.08.2000    um 22:37 Uhr   
Danke, daß Du mich auf diesen Thread aufmerksam gemacht hast, Anonyme...
Ich bin geschockt, ich weiß, was Alkohol aus einem Menschen machen kann, ein Tier, oder schlimmer gar....
Aber trotzdem fehlen mir bei diesem Zeugnis die Worte und ich kann nur fragen, warum?!
Ich werde nie eine Antwort bekommen, aber ich hoffe, daß noch jemand diesen Thread liest und sich auch Gedanken darüber macht.
Tendrick, der Lichtelf
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Nutzer: khadija
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geschrieben am: 15.08.2000    um 22:46 Uhr   
[i]nickt stumm...[/i]
ich würde mich freuen, wenn du mir eine mail schicken würdest...
khadija@freak-style.de
[i]geteiltes leid... oder wenigstens um darüber zu reden...[/i]
[Diese Nachricht wurde geändert von: khadija (geändert am: 15-08-00).]
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Nutzer: Gast_hobbitmädchen
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geschrieben am: 16.08.2000    um 12:51 Uhr   
Seltsam, welche Macht Alkohol haben kann, vielleicht einfach aus der Normalität heraus und niemand denkt sich etwas dabei, bis es eben zu spät ist.
Mein Vater war auch Alkoholiker, und er trank auch trotz Krebs weiter, das "war" soll also nicht andeuten, daß er heute keinen Alkohol mehr anrührt. Wenigstens ist ihm erspart geblieben, von seiner Familie verstoßen zu werden. Aber er trank auch bis zum Tod. Einerseits wird ihn natürlich der Krebs getötet haben, aber andererseits wird es auch der Alkohol (und Nikotin) gewesen sein.
Mir reicht dieses Beispiel jedenfalls, denn dadurch weiß ich ja, daß Alkohol nicht zu unterschätzen ist.
Hobbitmädchen
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Nutzer: Gast_darkforce
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geschrieben am: 17.08.2000    um 00:23 Uhr   
Ich bin schockiert, was der Alkohol anrichten kann. Aber in geregelten Massen ist er auch nicht so schlecht. Das heißt nicht, dass ich alle zum trinken auffordere, aber auf einem Fest darf man schon mal.

Dark
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Nutzer: Gast_Shadowdance
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geschrieben am: 17.08.2000    um 17:30 Uhr   
Was Du hier beschreibst, Anonyme
ist ein Leid, das Du mit vielen Menschen teilst.
Die Familie, die erstmal die Gefahr nicht erkennt, beschönigt, Alkohol ist normal, nichts anderes als ein Lebensmittel, gehört zur Freizeitgestaltung. Ein Mensch ist öfter betrunken? Naja, das gehört zum guten Ton. Er trinkt heimlich, ist stets besoffen?
Das wollen wir nicht wahrhaben, das kann nicht sein, wir haben keinen Alkoholiker in der Familie. Eine Schwäche so öffentlich zugeben? Mein Gott, schämt er sich nicht? Man kann sich doch beherrschen. Wie kann er uns so etwas antun! Was werden denn die Leute sagen. Nehmt ihm einfach den Alkohol weg, dann lernt er's schon. Sucht? Unfug. Das ist doch nur Schwäche, er hat keinen Charakter,
er benimmt sich verkehrt.
Also wenn er weiter säuft, wollen wir nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er gehört nicht mehr zu uns. Laßt ihn links liegen, ignoriert ihn, dann merkt er, was er uns damit antut.
Ja...liebe Familie, er merkt es, er hat noch lichte Momente. Momente, in denen er nicht zu
ist. Momente, in denen er weiß was er tut. Momente, in denen er den Schmerz fühlt, den eigenen und den, der ihm von der Familie angetan wird: die Verachtung.
Es ist niemand da, der ihn begreift, der zu ihm hält, ihn auffängt, ihm Rückhalt gibt. Niemand zeigt Verständnis für ihn, außer denen, die sich in der gleichen Situation befinden. Der Schmerz der Verachtung durch die Familie, der Selbsthass nicht aufhören zu können, obwohl man es doch eigentlich will, es aber nicht schafft, weil die Sucht stärker ist, als der immer schwächer werdene Wille, führt dem nächsten Vollrauch in die Arme.
Die Familie sieht hilflos, machtlos weg, man schweigt das Thema tot, als ob es damit aus der Welt sei. Die Familie sieht, was passiert, aber sie will es nicht sehen, will diesen Schmerz nicht ertragen. Die Familie geht psychisch kaputt, der Säufer baut psychisch und körperlich ab.
Die Bilder, die wir hier aufzeigen, sind die typische Situation von Familien mit Alkoholabhängigen.
Der einzige Weg, den es gibt, für Familie und Kranke, ist Unterstützung suchen, bei Leuten, die sich mit dieser Problematik auskennen. Sowohl die Familie als auch der Kranke brauchen Rückhalt ,Verständnis und Akzeptanz der Situation. Vorwürfe und Verschweigen verschlimmern das Problem.
Verständnis, Rückhalt und Akzeptanz wird, sowohl Angehörigen von Alkoholikern als auch Alkoholikern selbt, angeboten durch
die Al-Anon-Gruppen, die beinahe überall im Land vertreten sind. Die Anonymität der Helfenden, der Familien und der Kranken wird gewährleist.
Den ersten Schritt aus dem Teufelskreis hast Du gesetzt, Anonyme: Du gibst zu, daß dieses Problem besteht. Der zweite Schritt (was kann ich tun, um diese Situation zu verändern) ist: professionelle Hilfe suchen bei den Anonymen Alkoholikern (AA).
Ich wünsche Dir die Kraft, das Vertrauen und den Mut, diesen Schritt zu tun. Du bist nicht allein, es sind sehr viele in der gleichen Situation wie Du.
Ich grüße Dich mit viel Verständnis,
Shadowdance
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Nutzer: Sirtis
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geschrieben am: 18.08.2000    um 05:39 Uhr   
Hallo anonyme!
Das ist wirklich schlimm. Auch ich habe gesehen, wie ein Mensch sich durch Alkohol veränderte und sich nicht helfen lassen wollte. Wie die Familie um ihn herum zerfiel. Wie er ihre Hilfe ablehnte. Wie die Familie nach außen hin sagte, alles sei OK.
Fazit: Sie ist zerbrochen, ein Scherbenhaufen blieb. Trennung.
Alkohol ist nicht zu unterschätzen. Er verändert die Menschen, wenn er ihr einziger Freund wird...
Sirts
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Nutzer: lilyan
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geschrieben am: 18.08.2000    um 13:09 Uhr   
Liebe Anonyme,
Was Du schreibst macht betroffen.
Die Wende zum Kapitalismus hatte viele Opfer:
mit 57 zu alt zum Neuanfang, was einst richtig war ist nun verkehrt, die eigene Welt steht kopf. Was bleibt ist Verzweiflung.
Alkohol ist ein schleichendes Gift. Was ganz harmlos und klein beginnt, kann in die Katastrophe führen, ohne daß man selbst oder die Angehörigen etwas davon merken. Wenn man's merkt, ist es meist zu spät, um aus eigener Kraft etwas dagegen zu tun.
Um sich gegen eine Sucht zu wehren, braucht man beinah übermenschliche Kräfte und einen extrem starken Willen.
Kann sein, daß Holger und seine Familie sich
nicht helfen lassen wollen, oder nicht wissen, daß Alkoholismus eine Krankheit ist, die viele Opfer hat und gegen die man etwas tun kann.
Du solltest etwas für Dich tun, bevor Du an
Deiner Hilflosigkeit verzweifelst, denn das hilft keinem. Wende Dich an:
Link
Du brauchst Deinen Namen nicht nennen, aber sie sagen Dir, wo Ortsgruppen in Deiner Nähe sind. Geh hin, Du findest Leute mit denselben Problemen. Darüber sprechen hilft!
lächelt traurig - weiß wovon sie spricht, ist
selbst betroffen.
Lilyan
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Nutzer: noplagiat
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geschrieben am: 18.08.2000    um 13:25 Uhr   
Tut mir leid, aber die Schuld dafür liegt leider bei deinem Opa und der Familie.
Warum hatte ihn beizeiten keiner vor die Wahl gestellt.
Familie oder Suff. Da gibt es keine Optionen.
Die Wende hat ihn sicherlich geprägt und auch erdrückt, aber das Ventil hat er sich ausgesucht, kein anderer!
P.S.:
Ich bin trockener Alkoholiker !
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Nutzer: lilyan
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geschrieben am: 21.08.2000    um 12:53 Uhr   
noplagiat, ich glaube nicht, daß es Sinn gibt, die Schuldfrage zu erörtern.
Ich glaube auch nicht, daß Holger und seine Familie von Anfang an wussten, was durch das Trinken geschehen würde... Hinterher ist man meistens klüger.
Ich bin genauso traurig wie Du Anonyme, man ist in solchen Situationen so hilflos, kann nichts tun als hoffen ...
Lilyan
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Nutzer: Tendrick
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geschrieben am: 25.08.2000    um 19:27 Uhr   
[i]da findet, daß dieser Thread noch nicht in der Versenkung verscheinden sollte, ihn einfach mal nach oben schiebt....[/i]
Tendrick, der Lichtelf
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Nutzer: Gast_vero*
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geschrieben am: 25.08.2000    um 22:07 Uhr   
Wenn mein Opa noch leben würde und sich in einer solch dramatischen Situation befände - ich würde ihn entführen - in die beste Klinik des Landes. Danach würde ich mit ihm eine lange Reise machen.
vero
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Nutzer: Gast_vero*
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geschrieben am: 25.08.2000    um 22:08 Uhr   
Wenn mein Opa noch leben würde und sich in einer solch dramatischen Situation befände - ich würde ihn entführen - in die beste Klinik des Landes. Danach würde ich mit ihm eine lange Reise machen.
vero
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Nutzer: Gast_Shadowdance
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geschrieben am: 29.08.2000    um 22:09 Uhr   
Da dieser thread nicht an Aktualität verliert, schieb ich ihn mal wieder nach oben.
Shadowdance
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"Autor"  
Nutzer: ghostsurfer
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geschrieben am: 01.09.2000    um 10:28 Uhr   
Nu auch wat hierzu kritzeln muss....
Meiner einer is ja noch nich so alt...aber zu war ich die ganzen 6 wochen ferien im letzten jahr....oder zumindest fünf davon....
auch unterm schuljahr mal am wochende....
nu ja...aber dat kam vieleicht auch von ner sache die zu der zeit passiert is...
auf jedenfall hab ich die flaschen weggestellt und die geheimverstecke ausgehoben weil ich es meiner schalü zu liebe wollte...
Ich glaub wenn man menschen hat die einem den alkhahn abdrehen dann geht dat leichter mit dem aufhören...ich bin nich der schlimmste fall aber ich kenn andere in meinem alter die noch krasser drauf sin als ich un selbige sin da auch stolz drauf...
nu gut soviel wollt ich eigentlich gar nich loswerden...#schulternzuckt...
dieser thread sollte wirklich noch ne weile als mahnung an andere und als wegweiser für leuts die nich von der buddel lassen können stehen bleiben....
ghost
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"Autor"  
Nutzer: anonyme
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geschrieben am: 06.09.2000    um 14:44 Uhr   
dankt mal für die ganzen einträge.
unglaublich was ein kleines fieses gedicht anrichten kann, denn nur dadurch wurde der thread noch einmal aktuell...
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