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zu weit gehen |
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geschrieben am: 01.09.2000 um 09:05 Uhr
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ZU WEIT GEHEN
ist der titel eines vergilbten buches
und ich möchte wissen ob die person
die es auf meinen schreibtisch gelegt hat
ahnte daß ich einige autostunden entfernt
an einem dieser regentage durch die große grachtenstadt schlenderte
die füße wundgescheuert vom harten leder
meiner neuen stiefel aus dem sonderangebot
wären die temperaturen nicht um null gewesen
ich hätte sie ausgezogen
und wäre wie dieser mann vor mir barfuß
und lächelnd meiner wege gegangen
doch er schien mir in sachen selbstverwirklichung
um einiges voraus zu sein
und ich frage mich
was wohl die nächsten schritte im leben dieses mannes sein mögen
und wieviele dichter wie mich er schon dazu gebracht hat
durch seinen bloßen anblick
die sinnlosigkeit ihrer arbeit zu erkennen
ich möchte wissen
wie viele von ihnen ihr schreibheft
in den nächsten müllschlucker geworfen haben
und schnurstracks zum centralbahnhof
gelaufen sind
um sich der heilsarmee anzuschließen
oder einer der anderen profiorganisationen
die handfeste jobs
zum wohle der menschheit vergeben
ich kritzelte etwas in mein heft das sich anhörte wie:
RUCHLOS RAUNTE DER ASPHALT
und ich wußte das war nicht der stoff
der einen zur legende machen würde
mit schmerzender ferse
nahm ich den weg zum hotel
um ein fußbad zu nehmen
während von farbigen plakaten mit der aufschrift
MEDITATIE - RECREATIE
gurus mild auf mich herablächelten
aber zwei straßen weiter waren es schon
köpfe mit vierzig nägeln drin
die werbung für intimschmuck machten
und ich ging schneller
während der schmerz pochte
und ich an den barfüßigen mann dachte
und an sein lächeln
zwischen den schritten
spottend jeder beschreibung
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