|
|
|
geschrieben am: 04.09.2000 um 14:22 Uhr
|
|
Hier ist eine kleine Geschichte, von dem Ahnengeist, der sie mir anvertraute:
Maelduin
Gaia wollte, daß ich als Teil eines Rudels das Licht Lunas erblickte. Ich bin ein Blutsbruder der Kinder Gaias; frei geboren von Kindern des Wolfsmondes. Meine Eltern gebaren keine Wolflinge, doch ihr Erbe ruhte in ihren Adern.
In der Nacht, als ich meine Stimme zum ersten Mal in Richtung Lunas, der Schwester Gaias, ertönen Ließ, klang das Heulen des Stammes rund um das Geburdsfeuer meiner Familie in der Nordrussischen Steppe.
Meine Eltern lehrten mir ein gaiagefälliges Leben. Sie berichteten von der Litanei, von den Stämmen und vom Wyrm.
Ich wuchs auf in dem Gedanken meines Volkes, an die Verantwortung, und an das Mißtrauen den Kainiten, den lebenden Leichen gegenüber. Vor ihnen wurde ich gewahrnt. Es gab sie auch hier, seltsame, uns gar nicht so fremde Angehörige dieser verderbten Art. Sie waren ähnlich tierhaft wie mein Volk und liebten die Freiheit des Landes so sehr wie wir.
Doch sie sollten nicht die Jahre ausfüllen die kamen.
Die Jahre zogen dahin, und das Land atmete den Frieden, bis zu einer Nacht, ich war den jungen Jahren entwachsen, als die Maschienen kamen, und mit ihnen Menschen mit verzehrten Gesichtern und lauten, knatternden Waffen. Sie fraßen das heilige Land mit dröhnenden, großen Maschienen.
Noch während mein Bruder von dem lauten, todbringenden und unsichtbaren Tod ihrer Waffen zerissen wurde, lief ich loß, meine Beine kreischten vor Anstrengung, als mich eine Kraft nach vorne Riß.
Das rattern ihrer Waffen ließ ich weit hinter mir. Die Tränen verschleierten meine Sicht.
Voll ohnmächtiger Scham, mein Rudel nicht mehr warnen zu können, viel mein zerbrochener Leib auf den Boden meines Volkes. Mein Lebenssaft tränkte die Erde, die mich so lange genährt hatte.
Tränen der Trauer, des Hasses und der Verzweiflung rannen meine Wangen hinab, vermischten sich mit meinem Blut und der Erde zu einem bodenlosen Schlund des Vergessens.
Als ich voller Verwunderung zu mir kam, und die Erde aus meinem Mund spuckte, wußte ich, ich war verlorener denn je. Das Leben war von mir gewichen. Ich war kalt, und selbst das Gras um mir wich vor mir zurück.
Die Verwunderung wich Angst. Angst wich der Trauer.
Und dann kam der Haß.
Brüllend wie ein verwundeter Arhoun rannte ich loß, wieder füllten Tränen, Tränen aus Blut, meine Augen.
Doch mein Stamm war fort. Ich wollte ihnen nach, ich konnte die Einsamkeit, die in mein nun Starres Herz eindrang nicht mehr ertragen und wollte es auch nicht.
Doch so, zu dem Leichnam der ich geworden war, blieb mir nur das dunkle Versteck.
Nach einem Jahr der verfluchten Existenz unterlag ich dem Irrglauben, ich könnte meine neue Existenz, und die Reaktionen meines Körpers besser einschätzen, und so suchte ich meine Familie.
Meine Tränen färbten das Moos rot, als ich aus der Ferne meine Mutter und meine Schwester sah. So wagte ich es.
Sie waren zunächst überglücklich mich am Leben zu sehen. Dann jedoch bemerkten sie den Fluch des Untodes an mir, und sie baten mich unter Tränen zu gehen.
Mein Vater kam hinzu und verjagte mich zu allem Überfluß wie einen räudigen Hund.
Nur mein Haß auf dem, der mir dieses angetan haben könnte, hinderte mich am Freitod.
Nach langer Suche fand ich einen der Meinen, und griff ihn ohne Zögern an.
Ein Lidschlag danach lag ich auf den Rücken unter ihm. Seine Fänge an meinem Hals. Sein Blick ließ mich verstummen, der rote Schleier verschwand.
Dann sprach er.
Wir redeten lange...
Das Schicksal brachte mich so zu meinem Erzeuger. Er legte mir seine Gründe dar. Er wollte mich wirklich retten, da er mich als einen Kämpfer des Waldes und des Landes gesehen hat. Er verstand meine Erschaffung als Rettung, und nicht als die Strafe, wie ich sie einst sah.
So ordnete ich mich in mein Schicksal.
Einige Jahre zog ich mit ihm, und er zeigte mir meine neue Welt.
Doch auch er war ein Einzelgänger, und so trennten wir uns.
Doch |
|
|
|
|