| "Autor" |
Ich glaube, der Titel ist zu lang |
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geschrieben am: 13.09.2000 um 16:23 Uhr
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[b]Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist deshalb so schwer, weil wir mehreren Zwecken dienen.[/b]
Das Buch, welches sich selber las,
war von sich selbst so fasziniert,
daß es die Buchstützen bat,
es von den anderen zu trennen.
Es brauche Ruhe, erklärte es,
und könne sich nicht mehr um das
alltägliche Geschwätz der anderen kümmern.
Die Zeit verging,
und es studierte
Vers für Vers
und
Wort für Wort
die Schwere seines Seins.
Es hatte gerade sich selbst gefunden
und wollte es froh den anderen verkünden-
da nahm der alte Mann
das Buch aus dem Regal
und
warf
es
in
den
Ofen.
Ihm war so kalt.
[i]© Abalone, 03.09.2000[/i] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.09.2000 um 23:13 Uhr
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Irgendwann war ich ein Buch.
Unheimlich stolz auf all die Buchstaben und Zahlen in mir. All das Wissen, das zwar nicht meines war, aber meiner Eitelkeit streichelte.
Und die Menschen nahmen mich in die Hand und blätterten in mir. Lange, stundenlang. Ich
habe ein großes Wissen. Ich bin ein großes dickes Buch. Nur, die Zeit geht weiter. Es
gibt neue Bücher. Neues Wissen. Schon bald kamen immer weniger Menschen, mich zu
berühren. Viele kleine grelle, bunte Bücher drängelten mich von meinem vorderen
Platz, bis ich schließlich ausgemustert wurde. Stempel rauf und ab auf die Kippe. Wenn dieser olle Bettler mich nicht genommen und für ein paar lächerlicher Groschen in ein
Antiquariat geschleppt hätte, der Regen und die rastlosen Möwen hätten mir ein
schnelles Ende bereitet. Nun aber stand ich wenigstens warm und trocken, wenn auch
weit hinten, im Regal. Und ab und zu kam der Besitzer und putzte mir den Staub vom
Rücken. Er liebt Bücher.
Und neulich da kam dieses unheimlich wunderschöne Etwas in den Laden gewirbelt und kaufte mich. Das Leben wurde wieder aufregend. Ich war dazu da, den Diaprojektor auf Höhe zu bringen, ihr beim Bilderkleben als Beschwerung zu dienen oder einfach nur den Tisch am Kippeln zu hindern. Und gar oft schlug sie mich auf und wir schauten uns in die Augen. Meine Buchstaben tanzten dann, aber das war mir egal und ihr wohl auch. Sie deckte sich dann mit mir das Gesicht zu und ich fühlte das Räderwerk ihrer Gedanken. Sie träumte von Freiheit und ist doch so frei,
sehnt sich nach Liebe und wird doch von mir geliebt. Ich umschlinge sie mit meinen
Seiten und wir schlafen zufrieden ein.
Bis dann dieser Typ auftauchte. Roh, brachial, ungebildet. Ich flog in die Ecke, sie ins Bett. Er versuchte sich zu befriedigen, sie versuchte nicht daran zu denken. Ich weinte in meiner Ecke, wedelte mit meinen Seiten.
Sie mochte mich doch bemerken. Und sie tat es. Sie nahm mich wieder in die Arme und
weinte mir die Seiten bittersalzennaß. Ich besann mich auf all das, was in mir steht,
schlug ihr die Seiten 1000-jähriger Leidensgeschichte auf. Sie schmiß den Typen aus der Wohnung. Und mich ins Bett. Wir schlafen jetzt jede Nacht zusammen. Ob sie nochmal einen Kerl anfaßt? Sicher doch. Man kann nicht nur mit Büchern leben. Es ist auch in Ordnung.
Nur, sie hat mich gerettet, mit ihrem Wunsch auch alte, unmoderne Gedanken erfahren
zu wollen, und ich hab sie gerettet mit meinen alten, unmodernen Gedanken.
Und es öffnete mir die Augen. Auch alte Bücher lernen nicht aus.
23.04.94 |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 15.09.2000 um 00:13 Uhr
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wie frivol und ziemlich salopp-modern formuliert für ein altes, unmodernes buch - aber egal, die geschichte ist nett.
[Diese Nachricht wurde geändert von: abalone (geändert am: 14-09-00).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 15.09.2000 um 12:03 Uhr
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Buch-staben
starben büchlings im Fegefeuer der Seele
oder wars das
Seelenfeuer der Feger
oder buchen Buchen Buchstaben
und investieren ein Haufen Laub um zu vermeiden, daß Sinn-loses sich verfestigt auf toter Zellulose
Zell-loses
Buchen wollen leben-um Leben zu gebähren
Buchen starben um Buchstaben Halt zu geben
die Ironie beginnt in der Gewohnheit
Schicksal
da war doch einst ein schweizer, der träumte davon, als erster schweizer auf dem mond käse zu verkaufen; saß allabendlich auf seiner terrasse und starrte frau luna an als wolle er ... und schnitt seinen riesenkäse in feine scheiben, hielt diese sich vor die augen (als teleskop, periskop, monokel oder sonstewas) und versuchte so, seinem traum ein stück näher zu kommen; und eines tages geschah das unfaßbare...
-niemand erzählt diese geschichte weiter-
..da fiel doch ein buch ab vom glauben
sonderte sich aus, weil es die bewußtheit erlangte, sich aussondern zu müssen, weil es seine bestimmung erkannte, nicht buchstaben tragen zu müssen; buchstaben anderer
begann seine eigene geschichte zu leben,
begann sein leben zu fühlen
und
war nun überhaupt nicht froh, daß irgendwer sich irgendwie an ihm wärmte-
irreparabel
irreversibel
irreallemal
und es bat um eine scheibe käse
leis nur
--hatte es schon auf LÖSCHEN gedrückt?--
nun ist es auch noch umhüllt vom käse anderer..
das labyrinth wartet auf jeden
dädalus läßt sich derweil auf sizilien die sonne auf den bauch scheinen
und ariadne hat ihren theseus
[Diese Nachricht wurde geändert von: wupel (geändert am: 15-09-00).] |
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