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Die fünf Holzwürmer..

Nutzer: setesh
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geschrieben am: 17.09.2000    um 12:20 Uhr   
In einem Dachstuhlbalken lebten einmal fünf Holzwürmer.Ihr Leben bestand aus nagen,nagen und nochmals nagen.In der Zeit,in der sie nicht nagten,schliefen sie,und das war auch schon alles.
Schon die eltern der fünf Holzwürmer hatten in diesem Balken ihr Nagewerk verrichtet,und ebenso die Großeltern und Urgroßeltern.Auch die eltern der Urgroßeltern hatten schon an diesem Balken genagt.Kurzum,die ganzen Vorfahren der fünf Holzwürmer hatten nichts anderes gemacht,als Löcher in diesen Balken zu nagen,und sie hatten sich recht gut davon ernähren können.
Man kann sich aber vorstellen,das das Leben dieser Holzwürmer nicht besonders aufregend war.Auch in geschmacklicher Hinsichtwar nicht viel los-es war ja schließlich immer derselbe Balken,in dem sie nagten.Na gut,hier und da stieß einer der Holzwürmer auf eine vertrocknete Harzader,und dann gab es für kurze Zeit eine Abwechslung auf dem speisezettel.Aber so etwas kam sehr selten vor.
Eines Tages,als die fünf Holzwürmer in einer Nagepause beisammensaßen,unterhielten sie sich darüber wie wohl die Welt außerhalb des Balkens aussehe."Ich weiß sogar den Weg,der aus diesem Balken herausführt!"sagte der älteste der fünf Holzwürmer."Eine Ameise,die ich einmal in einem meiner Gänge getroffen habe,hat ihn mir genau beschrieben."
"Ach was",sagte ein anderer Holzwurm,"meiner Ansicht nach gibt es überhaupt keine andere Welt außer dieser.Das sind doch alles Phantastereien.Die Welt besteht nunmal aus Holz,das ist die Realität des Lebens,mein Lieber,ob es dir nun gefällt oder nicht!"
Ein anderer Holzwurm sagte:"Nun,möglicherweise gibt es doch noch etwas anderes als Holz,das würde ich gar nicht bestreiten.Aber ich sage euch : Denkt ja nicht viel darüber nach!Das kann sehr gefährlich werden.Wer weiß schon wirklich,was außerhalb des Holzes ist?Kein Wurm kann das wissen?"
Der vierte Holzwurm sagte:"Mich interessiert das überhaupt nicht.Solange ich mich jeden Tag vollfressen kann,ist doch ohnehin alles in bester Ordnung,oder?"
Der fünfte Holzwurm hatte mit großem Interesse zugehört.Er hatte schon oft darüber nachgedacht,wie es wohl außerhalb des Balkens aussieht."Wer weiß?"sagte er jetzt,"vielleicht gibt es noch eine andereArten von Holz.Das könnte doch möglich sein?Vielleicht fressen wir das minderwertigste Holz,das es gibt,und wir wissen es nicht.Möglicherweise gibt es ganz in der Nähe süßes Holz,oder weiß ich was?"
Aber die anderen Holzwürmer lachten ihn nur aus.
"So ein Spinner!"sagten sie,und der älteste Holzwurm sagte spöttisch:"Wenn du so neugierig bist,schau dir doch einfach die andere Welt an!Der Weg hinaus ist ganz einfach : Du brauchst nur in Richtung Süden nagen.Das hat mir die Ameise gesagt.Also,niemand hält dich auf!"Und die anderen Holzwürmer lachten wieder.
Der fünfte Holzwurm aber sagte:"Ihr braucht gar nicht zu lachen!Ich riskier's!Von mir aus könnt ihr hier verschimmeln!"
Und von dieser Stunde an nagte er nur noch in Richtung Süden.Er war mit großem eifer bei der Arbeit,und in seiner Phantasie stellte er sich die neue Welt wunderbar vor.Er war überzeugt,dass am Ende seines Weges ein wahres Holzwurmparadies auf ihn warten würde.
Was der Holzwurm aber nicht wußte,war,dass ihn der älteste Holzwurm aus lauter Bosheit in die falsche Richtung geschickt hatte.Die Ameise hatte nämlich "Westen" statt"Süden"gesagt,und so nagte er in dei falsche Richtung,immer dem Balken entlang.
Er kam niemals aus dem Balken heraus.
Nach sechs Jahren ununterbrochener Arbeit fühlte der Holzwurm,dass er sehr schwach geworden war und bald sterben würde.
Nun muß ich sterben und habe es nicht geschafft,dacht er.Bevor er die Augen für immer schloß,sagte er noch:"Aber versucht hab ich's doch!",und er sah dabei sehr zufrieden aus.
*sich fragt wer sich wohl zu welchem Holzwurm zählt und welche Fragen seine kleine Geschichte aufwirft*
In Gedanken Setesh
[Diese Nachricht wurde geändert von: setesh (geändert am: 17-09-00).]
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"Autor"  
Nutzer: Gast_hunter
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geschrieben am: 17.09.2000    um 01:09 Uhr   
Ui...die Geschichte ist wirklich schön.
Doch Fragen will ich mal an dieser Stelle keine aufstellen, auch, wenn mir viel dazu einfallen würde.
Doch die Geschichte regt wirklich dazu an, bisschen nachzudenken.
Dein Jäger
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"Autor"  
Nutzer: wupel
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Anzahl Nachrichten: 422

geschrieben am: 17.09.2000    um 20:55 Uhr   
wie oft sagte ich zu meiner Ex-Allerliebsten:
"Du kannst nicht alles haben"
da schaute sie mich immer an und sagte:
"Aber versuchen kann ichŽs zumindest"
und von den 2000 Fragezeichen, die seit dem meinen Bregen quälen, kann ich das Letzte nicht besiegen..
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"Autor"  
Nutzer: orla
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Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 508

geschrieben am: 18.09.2000    um 14:03 Uhr   

....ungewissheit ist ein spitzer Nagel, langsam bohrt er sich tief und fest.
Er birgt schmerzen, weil dein Fragen dich nicht los lässt.
Das ist eine Idee, vielleicht zu phantastisch, doch sie lockt die in Gedanken....fesselt und lockt.
Eine Frage wird sich nie beantworten, wenn man nie nach der Antwort gestrebt. Ein stechen nie verstummen, wenn man nicht hat erwähnt.
Das Ziel vermagst du vielleicht nicht zu verändern, aber den Weg.

....unendlichkeit
die Frage nach dem Sinn
nicht warum sondern wann
Das Auge hat genug gesehen, um zu wissen: ALLES KANN!
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