Auf den Beitrag: (ID: 27246) sind "6" Antworten eingegangen (Gelesen: 366 Mal).
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Herbst

Nutzer: tristesse
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geschrieben am: 25.09.2000    um 00:17 Uhr   
[b]Herr[/b],es ist Zeit.Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat,baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,wird es lange bleiben,
wird wachen,lesen,lange Briefe schreiben
und in den Alleen hin und her
unruhig wandern,wenn die Blätter treiben.
(Rainer Maria Rilke)
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Nutzer: tristesse
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geschrieben am: 24.09.2000    um 15:20 Uhr   
Für Princesa:
September
Der Garten trauert
Kühl sinkt in die Blumen der Regen
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.
Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.
Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen,sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen,
müdgewordenen Augen zu.
(Hermann Hesse)
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Nutzer: elfenpfeil
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geschrieben am: 24.09.2000    um 16:06 Uhr   
@Tristesse
Danke!Eines meiner allerliebsten...
und für alle die,wie ich, Klassik mögen:
wurde von Richard Strauß in "4 letzte Lieder"
vertont.
Zum Heulen schön!!!
Elfenpfeil
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Nutzer: micha43
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geschrieben am: 24.09.2000    um 19:43 Uhr   
Goldne Tage
Goldne Tage
zieren die Erde
Auf der Himmelswand steht
ein rotes Wort geschrieben
Mit flatternden Bändern
und singenden Winden
kommt der Herbst
Astern sprechen
in vielen Farben
Der einsame Mensch
fühlt sich daheim
Rose Ausländer
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Nutzer: princesa
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geschrieben am: 25.09.2000    um 00:33 Uhr   
[i]...liebt Rilke fast so sehr wie Hesse, danke liebe Tris...[/i]
Hier auch noch eines, welches ich wundervoll finde:
"Vom Glück des Gebens"
Höchstes Glück ist doch, zu spenden
denen, die es schwerer haben
und beschwingt, mit frohen Händen
auszustreun die schönen Gaben.
Schöner ist doch keine Rose
als das Antlitz der Beschenkten
wenn gefüllet sich, oh große
Freude, seine Hände senkten,
Nichts macht doch so gänzlich heiter
als zu helfen allen, allen!
Geb ich was ich hab, nicht weiter
kann es mir doch nicht gefallen.
Bertolt Brecht
[i]... sich mal leise lächelnd verabschiedet...[/i]
Eure Princesa G.


[Diese Nachricht wurde geändert von: princesa (geändert am: 24-09-00).]
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Nutzer: carpe.diem
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geschrieben am: 26.09.2000    um 17:41 Uhr   
Wintergarten
Deinen Briefumschlag
mit den zwei gelben und roten Marken
habe ich eingepflanzt
in den Blumentopf
Ich will ihn
täglich begießen
dann wachsen mir
deine Briefe
Schöne
und traurige Briefe
und Briefe
die nach dir riechen
Ich hätte das
früher tun sollen
nicht erst
so spät im Jahr

Leise erzählt, daß dies von Erich Fried ist...und geht
carpe

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Nutzer: tristesse
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geschrieben am: 27.09.2000    um 09:34 Uhr   
[i]Und weil auch ich Fried mag,hier ein kleiner Dank @carpe:[/i]

[b]Ungewiß[/b]
Aus dem Leben
bin ich
in die Gedichte gegangen.
Aus den Gedichten
bin ich
ins Leben gegangen.
Welcher Weg
wird am Ende
besser gewesen sein ?
(E.Fried)

[Diese Nachricht wurde geändert von: tristesse (geändert am: 27-09-00).]

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