Auf den Beitrag: (ID: 27361) sind "2" Antworten eingegangen (Gelesen: 252 Mal).
"Autor"

schrei

Nutzer: Gast_OVERON
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geschrieben am: 10.10.2000    um 21:21 Uhr   
Ich höre ihn
ein Lauter schrei
es ist mein schrei
er ist laut
Laut und herz zerreißend
Ich schrei so laut ich kann
doch schon bald ist er verstummt
keiner hat ihn gehört
keiner ist da
weit und breit nur eis
Kaltes eis
Mauern aus eis
sie lassen mich nicht raus
und andere nicht rein
der schrei ist verstummt
und meine Kraft am ende
ich bin zu schwach
zu schwach um Lauter zu schreien
die Mauern aus eis
>Raubten mir die Kraft
ich suchte die einsamkeit
habe alle wege zugebaut
nun bin ich allein
und komme nicht mehr raus
...

Madnes

...

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"Autor"  
Nutzer: Gast_Shadowdance
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Anzahl Nachrichten: 281

geschrieben am: 11.10.2000    um 09:48 Uhr   
Hallo Madnes ...
so taub sind wir garnicht ...

Mauern
An manchen Tagen umgeben dich Mauern
sie wachsen vor dir
neben dir - hinter dir
du willst aufstehen, fliehen
wohin
überall sind Mauern
du findest keinen Weg
aus diesem Gefängnis
das frohe Lachen - von Kindern
weht von draußen rein
du nimmst nicht teil
Lachen
du hörst Schritte
ein Mensch geht vorüber
du suchst seine Augen
in ihnen ist kein Blick - für dich
er eilt in seiner Richtung fort
Worte - laut - verweisend
bohren sich in deine Seele
du, ja du
sollst etwas leisten
aus Daseinsberechtigung
was ist das
Dasein - Berechtigung
du bist da
der Andere ist da
wer gibt das Recht - dazusein
Dasein
eingeklemmt - in Mauern
du formulierst Worte
willst sprechen
Niemand ist da
der deine Sprache spricht
Ein Händedruck
eine Verbindung zu einem Menschen
Hände sind bepackt
Pakete, Beutel
keine Zeit
keine Zeit
kurzes blickloses Nicken des Kopfes
Mauern erdrücken dich
breiten sich aus
Schreien - unartikuliert - lautlos
Mauern zerreißen
weiterkämpfen
(c)SD

ich glaube, diese Situation kennen viele von uns. Manchmal will man alleine sein, man erträgt einfach keinen Menschen um sich ...
plötzlich bräuchte man wieder jemanden, aber gerade in dem Moment ist niemand da ...
ich zitiere hierzu auch mal U. Schaffer:

Dunkle Momente, wenn du deine Stärke verlierst.
Dein Körper macht nicht mehr das, was du ihm sagst.
Er entschuldigt sich mit einer Schwäche,
die du bisher nicht kanntest.
Dir fehlt Spannkraft
und du weichst schweren Belastungen lieber aus,
wo du sie früher als Herausforderung begrüßt hast.
Manchmal ist deine Seele schwerfällig.
Du fühlst nicht, was du fühlst,
du bist innerlich müde und weißt,
daß schlafen nicht helfen wird.
Neue Gedanken sind dir mühsam
und alte Ansichten langweilen dich.
Zu hoffen, daß es weitergehen wir,
zu glauben, daß alles seinen Sinn hat,
zu lieben, was dich immer wieder enttäuscht,
deine Freunde, die Menschheit,
fällt dir schwer,
und das schwarze Loch der zynischen Lebenshaltung
tut sich immer neu auf.
Aber du kämpfst weiter.
-----
Weil du dunkle Momente kennst,
ist dir nichts mehr selbstverständlich.
Jeder Moment ist kostbar
und jedes Glück ein Stück Himmel.
Langsam schält sich eine Erkenntnis heraus,
wie ein Gedanke, der sich mühsam
zum Bewußtsein durchkämpft,
und liebend und zitternd
legst du deine Arme um diese Erkenntnis:
es ist das Wissen,
daß Leben aus hell und dunkel besteht,
aus oben und unten, aus jetzt und ewig,
aus allein und zu zweit, aus innen und außen,
und die Gegensätze bestehen nur
in unserer engen Sicht der Welt.
Sie gehören zusammen
und eins ist die Rückseite des anderen.
Sie bilden den Rhythmus,
in dem sich alles entfaltet.
Und so erscheint in jeder Helligkeit
schon bald ein Schatten
und die Dunkelheit geschieht
auf dem Grund des Lichts,
und zusammen bilden sie den unendlich reichen Teppich
deines und meines Lebens.

Lahrer Geschenkhefte: ISBN 3-7806-0507-4
Du kommst raus, Madnes ... die Wege sehen nur zugebaut aus ... ich denk, ich helf Dir mal beim Abtragen der Steinmauer ...
Shadowdance
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"Autor"  
Nutzer: anthea
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Anzahl Nachrichten: 3

geschrieben am: 11.10.2000    um 13:23 Uhr   
*mich vor die Eismauern stelle, und meine ganze Energie in meine Hände lege und zusehe wie sie schmelzen, dich berühre und meine Lebendigkeit spüren lasse; auf meine Narben zeige und dir die Hand reiche...wenn du willst.
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