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"Autor"

Gespenster

Nutzer: vesikel
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geschrieben am: 21.10.2000    um 00:09 Uhr   

Abends stand ich lang' am Fenster
Träumte in die Nacht hinaus.
Tiefe Stille – und Gespenster?
Nein, nur Frieden um das Haus.

Ein Glitzern und Funkeln am Waldesrand
Erscheint dort im Dunkeln von Zauberhand.
Ein Treiben und Weben ind dunkeler Nacht
Verborgenes Leben wird dorten gemacht.
Was fasst du mich, Sehnsucht,
So glühend ans Herz?
Ist da, woÂ’s mich hinruft,
Leben und Schmerz?

Und hinaus in tiefes Dunkel
Träumt ich mich geschwinden Schritts.
Um zu sehen das Gefunkel
das dort tobte, liebte, litt.
Also ging ich in den Reigen
Der dort tanzte, mit hinein
Aufgenomen mit viel Freuden
Wollte eins von ihnen sein.
Viele Wesen sah‘ ich drüben
Aber mehr mit Geistes Sicht.
Konnts nicht fassen, nicht erfühlen
Nur tief innen strahlt das Licht.
Glück ist mir zuteil geworden
Von vertrautem Angesicht.
Lang noch dämmert nicht der Morgen
Zeit bleib stehen, tanzt ich mit.

Doch immer schneller im Kreise sich drehend
Schwindelnder, heller, in Wellen verwehend
Bewegt sich der Reigen im hurtigen Tanz
Und weiter verneigen sich Wesen im Glanz

Wo bist Du hin
Geliebtes Gesicht?
Wie schnell wechselt ihr
Ihr wildes Gelicht?

Jetzt beginnt der Tanz zu rasen
Erstes Glückes Licht zerstiebt.
Neue Funken hell zerfasern
Und erblinden im Getriebe.
Gerne möcht ich jetzt wieder halten!
Doch – ich komm heraus noch nicht!
Zeit –hab Gnade – die Gestalten
Lass vergehn im Morgenlicht!

Doch der Morgen mit mildem Licht
Bleibt weiter verborgen, erscheinet nicht
Noch weiter im Reigen mußt schwindelnd dich drehen
Lass dirÂ’s noch zeigen, hast nicht alles gesehen!

Abgrund's Schein
schwarze Schlangen
Höllenpein
wollt ihr mich fangen?
Lust – verrinnt im eigenen Sein
Nur noch in mir selbst erlebt.
Was zu teilen, bleibt allein
Bis in Lust nur Leere webt.

Was sagst ihr, Gespensterstimmen?
Schemen, Geister und Dämon?
Ich erschuf euch, in mir drinnen?
Bin ich selbst des Dunkels Sohn?
‚Ihr seid Wesen', flüsterst ihr mir?
‚Doch zu erkennen, fehlt dir Licht
Siehst nur die Schatten, und nicht uns hier!
Und nicht unser Angesicht!'
Wo ist aussen, wo ist innen?
Was bist du und was bin ich?
Möge doch die Zeit verinnen
Wo bleibt nur das Morgenlicht?

In tiefer Umnachtung die zärtliche Hand
Voll sorgender Achtung den Liebsten erlangt
„träumst Du, mein Gatte, und stehst hier allein?“
Den Osten erhellet des Morgenrots Schein.
„Von weiten Wegen
uns zum Segen
aus tiefster Nacht
bin ich erwacht“

Verschwindend winken Schattenwesen
Die ich doch nicht greifen kann.
Was ich liebte, muß verwesen
Zieh ich nicht in meinen Bann.
Doch das Urbild, das mir teuer
Nur als Schatten mir bekannt,
Werd ich suchen voller Feuer
Aber nicht im Schattenland.
Lebt nun wohl, ihr Nachtgestalten
Tief in meiner Seele drin
Lass ich euch nicht länger walten
Weil ich nicht, wie ihr seid, bin.
Gleiches kann nur Gleiches kennen,
Ich bin Mensch mit Seel und Geist,
Ihr, könnt' ihr den Namen nennen,
Seid nur aus meiner Seel gespeist.
Kann euch doch nicht tanzend fassen
Nur mich selber greif ich hier.
Muß darum das Tanzen lassen,
Sinnenreich - ist Menschs Revier.



Geändert am 17.07.2001 um 03:27 Uhr von Vesikel

Geändert am 17.07.2001 um 03:30 Uhr von Vesikel
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Nutzer: Gast_hunter
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Registriert seit: 26.03.2006
Anzahl Nachrichten: 70

geschrieben am: 20.10.2000    um 21:36 Uhr   
[i]mit Erstaunen und Freude dies gelesen hatte, es sehr schön findet, vor allem aber gelungen...[/i]
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