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geschrieben am: 23.10.2000 um 14:39 Uhr
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Jenseits der Morgenröte begann das Land der schwarzen Sonne, dort wo der alte Eichenwald endete, begann die Ewigkeit der Wüste, jener Wüste, die schon so viele junge Krieger verschlungen hatte. Man sagte, hinter der Wüste läge das schönste und reichste Land, das man sich vorstellen konnte, aber ob dies ein Gespinst war oder ob es der Wahrheit entsprach, konnte niemand sagen, nicht die Seherinnen und nicht die Alten des Rates.
Viele waren aufgebrochen, getrieben von der Neugier und dem Wunsch nach Reichtum und Ansehen. Stolze und starke Krieger waren es, doch selten hat man sie je wiedergesehen. Wenige waren völlig erschöpft und dem Tode näher als dem Leben zurückgekehrt. Doch sie hatten das Land, nach dem sich alle sehnten nie erreicht, hatten in der Wüste kehrtgemacht, sich winselnd zurückgezogen in der Hoffnung genügend Kräfte zu haben, um nach hause zu gelangen. Doch selbst wenn sie es schafften, sie wurden nie wieder zu denen, die sie waren, bevor sie zu ihrer Reise aufgebrochen waren.
In einem kleinen Dorf am Rande des Waldes, wuchs die kleine Miloscha zu einer jungen Frau heran. Ihre Kindheit war hart gewesen, früh hatte sie die Mutter verloren, sich alleine um den Hof kümmern zu müssen war eine harte Schule gewesen. Obwohl sie erst knapp fünfzehn Jahre alt war, schien ihr Blick der einer alten Frau zu sein, die schon fast alles gesehen hatte. Miloscha lebte auf dem Hof mit ihrem Vater Ben Crawinn und ihrem kleinen Bruder Janell, der kleine war erst vier gewesen als die Mutter an einer Krankheit starb. Miloscha war damals acht Jahre alt gewesen und litt sehr unter dem Verlust ihrer Mutter, obwohl ihr Vater sich redlich bemühte die Familie so gut es ging zu erhalten. Doch Miloscha wurde die Kindheit geraubt, sie zog den kleinen Janell auf, hielt den Hof sauber, kümmerte sich um die Tiere, war für den Einkauf der Lebensmittel verantwortlich, half bei der Ernte mit. Ihr blieb kaum Zeit für Phantasien oder Träume. Den einzigen Spielgefährten, den sie hatte, war ein alter Hund, der auf den Namen Antos hörte. Es war kein hübscher Hund, der auf einem Bein lahm war. Der Vater wollte ihn erschießen, da er keinen Nutzen mehr hatte und nur unnötig fressen würde, doch Miloscha hatte sich vor ihren Hund geworfen und geschrien „Töte ihn und du tötest mich“. Der Vater war von diesen Worten einer elfjährigen erschrocken gewesen und hatte sich ein Herz gefaßt und versprochen den Hund zu behalten, solange dieser eben leben würde, wenn ihr soviel daran läge. Miloscha hatte ihren Vater damals in die Arme geschlossen und leise geweint. Doch nun war es soweit, der alte Hund lag im Sterben. Abgemagert bis auf die Knochen lag er hinter dem Ofen und röchelte seine letzten Atemzüge. Es brach Miloscha das Herz, ihren geliebten Antos so leiden zu sehen. Seit Tagen war seine Verfassung immer schlechter geworden und sie konnte nur hilflos zusehen, wie das Tier verfiel. Ihr Vater hatte gesagt, man solle ihm den Gnadenschuß geben, doch das konnte Miloscha nicht zulassen. Niemals würde sie erlauben, das ihr Vater den Hund einfach tötete, das hatte sie gestern noch in das Gesicht des Vaters geschrien, doch heute konnte sie den Anblick des Hundes kaum ertragen. Sie hatte Janell mit ihrem Vater hinaus aufs Feld geschickt, damit der Kleine dieses Elend nicht mit ansehen mußte, er war mit seinen elf Jahren noch zu klein um z verstehen, was vor sich ging. Janell war ein sehr zarter Junge, der seine sensible Seite wohl von der Mutter geerbt hatte. Miloscha kam eher nach ihrem Vater, sie hatte ihren eigenen Kopf und ein enormes Durchhaltevermögen. Sie kniete sich neben ihren Hund, streichelte sanft sein stumpfes Fell, kraulte ihn hinter seinen Ohren, so wie er es immer gemocht hatte, aber sie konnte sehen, das das Tier große Qualen litt. Eine Träne lief ihr über die Wange, sie sah ihn lange an, weinte still vorsichhin und traf einen Entschluß, der ihr fast das Herz herausriß. Abrupt stand sie auf, ging mit schnellen Schritten ins Nebenzimmer, trat zu dem |
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