Auf den Beitrag: (ID: 27453) sind "4" Antworten eingegangen (Gelesen: 317 Mal).
"Autor"

unfall...

Nutzer: Xelessia
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 434

geschrieben am: 25.10.2000    um 00:42 Uhr   
ein Unfall
ein Unfall war ich
ein Unfall war ich - ungeplant
2 Jahre
2 Jahre jünger sollte ich sein
Doch das
wäre
nicht
ich
zu spät
zu spät bemerkt
zu spät bemerkt um mich zu entfernen
so wurde ich der Welt geschenkt...
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Shadowdance
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 281

geschrieben am: 24.10.2000    um 16:42 Uhr   
(* nimmt Dich ganz lieb in den Arm und versucht Dich zu trösten, Xelessia*)
es ist traurig, wenn wir eines Tages von unseren Eltern erfahren, daß wir noch nicht geplant waren, als wir gezeugt wurden. Eltern möchten gerne ihrem Kind eine sichere Grundlage mitgeben können. Daher würden den Zeitpunkt der Zeugung eines Kindes gerne planen. Doch das ist oft nicht möglich. Die meisten Kinder werden gezeugt, ohne daß deren Väter und Mütter darauf vorbereitet sind. Dann wird von einem sogenannten "Unfall" gesprochen. Das Wort ist unglücklich gewählt, wieviele andere Worte in unserer Sprache.
Dass Du, wie ich und wie viele andere, also ein sogenannter Unfall bist, sagt nichts darüber aus, wer Du bist und wie Du bist.
Deine Eltern haben sich geliebt, ansonsten hätten sie Dich nicht gezeugt. Sie haben sich Deiner angenommen, lieben Dich und begleiten Dich auf Deinem Weg ins erwachsen werden, so gut sie dies können. Auch wenn Du zu einem voraus geplanten Zeitpunkt zur Welt gekommen wärst, hätten sie Dich nicht anders erzogen, ihr Verhalten wäre das Gleiche gewesen. Sie lieben Dich auf ihre Weise.
Lass es gut sein, Xelessia. Es ist traurig sowas zu erfahren, ich fühlte mich damals schuldig, als ich es hörte. Doch leben ist unschuldig. Es lebt einfach, ob geplant oder nicht. Leben ist nicht zu planen. Wir Menschen bilden uns ein, unser Leben planen und bestimmen zu können, weil wir gerne so sicher wie möglich leben und uns nicht wohl fühlen, wenn alles um uns herum unsicher ist. Aber das Leben selbst läßt sich nicht einplanen. Wir glauben nur, es zu können.
Auch 2 Jahre später wärest Du ihr Kind gewesen, Eltern können sich doch nicht aussuchen, welches Kind sie erzeugen. Ein Samen befruchtet ein Ei und Leben entsteht.
Willkommen in den Reihen derer, deren Entstehungszeitpunkt nicht geplant werden konnte.
Geh weiter, Xelessia, freu Dich drüber, daß Du lebst.
(*nickt Dir lächelnd und aufmunternd zu*):
Shadowdance
[Diese Nachricht wurde geändert von: shadowdance (geändert am: 24-10-00).]
  Top
"Autor"  
Nutzer: impala
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 278

geschrieben am: 25.10.2000    um 14:15 Uhr   
Das Leben fragt nicht nach dem richtigen Zeitpunkt.
Leben entsteht wenn die Zeit dazu gekommen ist.
Und deine war wohl genau in diesem Moment.
  Top
"Autor"  
Nutzer: xeena
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 30.03.2002
Anzahl Nachrichten: 6236

geschrieben am: 25.10.2000    um 15:48 Uhr   

damals, als die kinder "meiner generation" gezeugt wurden, war fast noch jedes kind ein "unfall". die pille war eben gerade auf den markt gekommen und neben den hammerharten nebenwirkungen war da ja auch noch der preis... unerschwinglich für ottonormalverbraucher.
mein gott... man nahmŽs wieŽs kam... machen konnte man ja ohnehin nichts. abtreibung stand nicht zur debatte - man wollte ja nicht "in die hölle kommen" (zur erklärung: ich lebe im tiefsten, erzkatholischen bayern - und da hatte und hat die kirche noch einen viel grösseren stellenwert).
der beinahe alljährliche stoßseufzer "oh gott, nicht SCHON wieder" erklang bei fast jedem "frohen ereignis".
aber wisst ihr was? wir wurden vielleicht nicht so geliebt, wie die wenigen geplanten wunschkinder, aber liebe - wenn auch auf eine andere art - bekamen auch wir!
meine eltern haben mir nie gesagt "ich hab dich lieb", so wie ich es jetzt meinen kindern sage... und manchmal tat es höllisch weh und ich WOLLTE in die arme genommen werden, wollte hören, wie wichtig ich für meine eltern war.
nun... es ist lange her... und jetzt, wo mein papa 57 jahre alt ist, weiss ich, dass das wichtigste für ihn auf dieser buckligen welt ICH bin!
was ich mit diesem sermon sagen will? ich denke, dass eigentlich jeder von seinen eltern geliebt wird.... manche eben ein bisschen "leiser"....
Claudia / xeena
Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe?
  Top
"Autor"  
Nutzer: dominusnoctum
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 07.01.2005
Anzahl Nachrichten: 38

geschrieben am: 29.10.2000    um 16:52 Uhr   
Ein Unfall? Ja!
Zufall? Auch das!
Das Leben? Ist so!
Wir werden durch ungeheure Zufälle inŽs Leben geworfen und durch unsere Lebensspanne getrieben. Vorbestimmung? Wenn dann nur durch uns. Wir sind diejenigen, die unser Leben in der Hand haben. Wir sind es die unser Leben aus den zahlreichen Zufällen gestalten, wir sind die einzigen die Ihm eine Richtung geben können. Unser Leben ist geprägt durch Zufälle, glückliche und unglückliche, aber es liegt an uns, was wir daraus machen. Ergeben wir uns nicht einem imaginären Schicksal.
Nimm dein Leben in die Hand sonst nimmt es jemand anders!
Wir sind alle "Unfälle". Wunderbare, schöne und geglückte Zufälle! Die Entstehung des Lebens ist ein einziges Chaos!
Ja liebe Xellessia du bist ein Unfall.....Ein wundervoller und wichtiger Unfall, der der welt etwas wunderschönes geschenkt hat.... Dich!
Genießt die Nacht und all ihre Freuden!
Dominus Noctum
  Top