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Lebe lieber ungewöhnlich

Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 10.11.2000    um 18:34 Uhr   
Desiderata
Gehe ruhig und gelassen durch Laerm und Hast und sei des
Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann.
Stehe soweit ohne Selbstaufgabe moeglich, in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Aeussere deine Wahrheit ruhig und klar und hoere anderen ruhig zu, auch den Geistlosen und Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte.
Meide laute und agressive Menschen, sie sind eine Qual fuer den Geist. Wenn du dich mit anderen vergleichst, koenntest du bitter werden und dir nichtig vorkommen; denn immer wird es jemanden geben, groesser oder geringer als du. Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner Plaene. Bleibe weiter an deinem Weg interessiert, wie bescheiden auch immer. Er ist ein echter Besitz im wechselnden Glueck der Zeiten. In deinen Geschaeftlichen Angelegenheiten lasse Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber nichts soll dich blind machen gegen gleichermassen vorhandene Rechtschaffenheit.
Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und ueberall ist das Leben voller Heldentum. Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung, noch sei zynisch, was die Liebe betrifft; denn auch im Augenblick aller Duerre und Entaeuschung ist sie doch immerwaehrend wie Gras. Ertrage freundlich gelassen den Ratschluss der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Staerke die Kraft des Geistes, damit sie dich in ploetzlich hereinbrechendem Unglueck schuetze. Aber erschoepfe dich nicht mit Phantasien. Viele Aengste kommen aus Ermuedung und Einsamkeit. Neben einer heilsamen Selbstdisziplin sei freundlich mit dir selbst. Du bist Kind Gottes genauso wie die Baeume und Sterne; du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es dir bewusst ist oder nicht, es besteht kein Zweifel, das Universum entfaltet sich wie vorgesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott, was fuer eine Vorstellung du auch immer von ihm hast. Was auch immer deine Arbeit und dein Sehnen ist, erhalte dir den Frieden mit deiner Seele in der laermenden Wirrnis des Lebens. Mit all der Schande, der Plackerei und den zerbrochenen Traeumen ist es dennoch eine schoene Welt.
Strebe behutsam danach gluecklich zu sein.

( Aus der alten St. Paulus Kirche, Baltimore v. 1692 )

Es ist so leicht so zu leben
Dies schreibt euch die Ehefrau vom Feuerpferd
Liebe Grüße Marion
[Diese Nachricht wurde geändert von: feuerpferd (geändert am: 10-11-00).]
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"Autor"  
Nutzer: margaret
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geschrieben am: 12.11.2000    um 17:00 Uhr   
*grüßt Marion, setzt sich um den Text noch einmal zu lesen*
frage mich ob dieser Text wirklich aus den Jahre 1692 stammt?
Er ist so passend in unsere Zeit, in der Neid und Missgunst uns beherrschen.
Auch merke ich,das ich mich nicht davon freisprechen kann.
Überkommt mich doch oft der Gedanke, warum ich, warum geht es mir nicht so gut wie den anderen.
Warum besteht mein Leben zur Zeit aus so vielen Schattenseiten.
Doch dann kommen wieder die schönen Momente in mein Leben. Ich habe zwei gesunde Kinder, für die ich alles tun werde. Sie geben mir Halt und das schöne Gefühl das auch sie mich lieb haben.
Wenn ich in ihre strahlenden Augen sehe, wird es mir warm ums Herz.
Und doch will ich auch gelegendlich an mich denken.
Seid einigen Jahren habe ich eine Freundin, eine wirklich Freundin, wir teilen unseren Schmerz, aber auch die schönsten Momente in unserem Leben, auch dafür bin ich dankbar.
Nur wem ich dafür dankbar bin, kann ich nicht sagen.
Wenn es wirklich einen Gott gibt, dann wohl ihm.
Auch fange ich langsam an zu begreifen, das es nicht jeder gut mit dem anderen meint, diese Erkennis war sehr schmerzlich für mich.
Und was ich am schrecklichsten finde ist diese Frage ..." wie geht es dir?" ..... ist sie doch gar nicht ehrlich gemeint.
denn, wenn man anfängt zu erzählen, das es einem nicht so gut geht, ist das Gespräch doch ziemlich schnell zu Ende.
Ich denke es ist Zeit zur Umkehr, besinnen auf sich selbst und das was man erreicht hat.
Nicht voller Neid und Missgunst schauen was andere haben.
Denn oftmals ist das alles nur "Fassaade".
Und wie es dahinter aussieht lassen die wenigsten uns sehen, eigentlich schade.
*lächelt zu Marion*
leider kann ich mich nicht immer so gut ausdrücken was ich denke und fühle, aber dein Text hat mich sehr zum nachdenken angeregt.


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Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 22.11.2000    um 18:52 Uhr   
marion ist im moment im krankenhaus, bin mir aber sicher sie freut sich dich zum nachdenken angeregt zu haben.
Alex (Feuerpferd) Mann von Marion
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