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geschrieben am: 16.11.2000 um 19:33 Uhr
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"Komm doch mit mir" Hatte er gesagt. Einfach so, als sei nichts dabei, als sei es selbstverständlich. Alinas Augen zitterten ein wenig, ihre Hände auch. ‚Komm doch mit. Hm. Das ist doch irgendwie die Gelegenheit.! Sie nahm einen langgezogenen tiefen Atemzug, langgezogen, damit es nicht laut war, damit er nicht hörte, dass sie jetzt Luft brauchte. Vielleicht sollte sie mitkommen. Lang hatte sie darauf gewartet. Langsam wurden ihre Handgelenke bleich, die Finger kalt und sie fühlte, wie die Bluse begann auf ihrem Rücken zu kleben. Eklig war das, als sich ihre Nackenhaare sträubten. Noch immer konnte sie den Blick nicht wenden, sah starr in sein Gesicht, die Lippen verloren ihre Farbe, sahen furchtbar trocken aus. "Mitkommen?" stammelte sie leise mit belegter Stimme. Das Herz pochte gegen die Innenseite ihrer Stirn, wollte hinaus aus diesem verräterischen Leib, wollte flüchten, obwohl es diesen Moment gewünscht hatte. Er hob gelassen zwei Finger zum Mund und zog an einem weißen Stängel, dessen Ende dabei kurz rot aufglomm. "Klar.", paffte er, die Worte wurden zu Qualm, der ihr ins Gesicht schlug. ‚Bloß nicht Husten jetzt...' Sie presste die Brust zusammen, ließ ihre Lunge protestieren. "Ich nehm' dich mit, oder willste nicht?" Alina nickte heftig, das Haar sprang ihm dabei fast entgegen. "Doch doch!" rief sie aus. Ziemlich laut. Lauter, als sie eigentlich gewollt hatte. Eine seiner Augenbrauen kam über dem Rand der dunklen Sonnenbrille hervor, ein Mundwinkel verzog sich zu etwas wie einem Grinsen, wieder sog er gierig am Glimmstängel. "Na denn wolln wa mal. Sie warten schon alle." hüstelte er. Sein Arm hob sich plötzlich und legte sich auf Alinas Schulter, so plump und unsensibel, dass sie dem Impuls wiederstehen musste, sich darunter herauszuwinden. Komischerweise fühlte sie sich seltsam. Das verstand sie nicht, so lang hatte sie darauf gewartet, endlich dabei zu sein. Wie oft hatte sie absichtlich versucht, Aufmerksamkeit zu erregen. Dieser Moment war reiner Zufall gewesen, sie hatte gar nicht erwartet, mit einem zu sprechen, mit einem von ihnen. Ausgerechnet dann geschah es. Sie zwang sich zu einem schüchternen Lächeln. Die schwere Lederjacke, die er trug, lastete kalt um ihren Nacken. Wieder sträubte sich das Haar. "Bist ne süße. Werden dich sicher mögen, meine Leutz." Sagte er und führte Alina zu dem Motorrad, das mit der feuerroten Lackierung und den schwarzen Polstern, die reich mit allen möglichen Bemalungen verziert waren, schon die ganze Zeit wartend vor ihnen gestanden hatte. Ihre Bewegungen waren steif, sie bat sich selbst um jeden Schritt. Verkrampft stand sie nun da, als er sich mit übertriebener Posse auf das Fahrzeug schwang. Was soll das, fragte sie sich selbst. Ihr Herz hämmerte weiter, sie Beine zitterten plötzlich. Der Geruch von Zigaretten kitzelte sie in der Nase. Er wand sich zu ihr zurück. Künstliches Licht der Straßenlampen reflektierte sich auf etwas, das er in Händen hielt. "Hier, fang ma." Überrascht faltete sie die Hände auseinander, versuchte mit einem hektischen Schnappen, den schwarzen Helm, der ihr zuflog, aufzufangen, doch sie war zu ungeschickt, die eisig kalten Finger konnten das Plastik nicht ergreifen. Der Helm landete polternd vor ihren Füßen im Schlamm und sie sah mit glühenden Wangen hinunter. Gott war das peinlich. Und das vor einem von ihnen. Wenn das so weiterginge, hätte sie ihre Karten bald verspielt.
Er seufzte. "Ey, das war mein bester. Den machst du aber sauber, klar?" Alina erschrak ein wenig, griff dann aber stammelnd hinunter nach dem Helm. "Klar...mach ich...sorry!" Tollpatschig drückte sie ihn an sich, verschmierte dabei den Stoff ihres Oberteils mit Schlamm. ‚Scheiße..' schoss es ihr durch den Kopf. Das war die neue Bluse... sie hatte sie neulich in dem Szeneladen gekauft. 150 Mark. Ganz schön lange hatte sie dafür gespart, ihr ganzes Taschengeld der letzen Monate war draufgegangen. Aber sie hatte gehofft, wenn sie sich so anzog wie "sie" dann würden "sie" vielleicht do |
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