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Ich hasse Montage ...

Nutzer: Gast_Branwen
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geschrieben am: 20.11.2000    um 11:53 Uhr   
Ich habe das Gefühl, als laste eine zentnerschwere Last auf meinen Schultern. Warum heute? Warum ausgerechnet heute? Schon den ganzen Tag lang ist mir nach weinen zu mute. Doch wenn die Tränen kommen wollen, kämpfe ich gegen sie an. Unerbittlich. Warum? Magenschmaerzen durchziehen meinen Bauch. In Abständen, Intervallen wohl. Die Last scheint unerträglich.Auf nichts kann ichmich mehr konzentrieren, nichts treibt mich an.Warum? Weil eine Stimme in mir immer energischer schreit..."Du zerstörst das Leben deines Kindes! Ist es das, was du unter Fürsorge und Liebe verstehst? ... Du bist ein Egoist sondergleichen, denn du hast jemanden, der dich auffangen kann, du gehst nicht einer ungewissen Zukunft entgegen., du hast Plan a) und Plan b). Doch was habe ich? Was ist mit mir, deinem Kind? Woher nimmst du das Recht so an mir zu handeln? .. und dann noch nicht einmal meine Hilferufe zu hören!... Ich hasse dich!..."
Übelkeit überkommt mich.
Diese Übelkeit kenne ich nur zu gut. Schon seit Wochen kämpfe ich mit Zigaretten gegen sie an. Ignoriere sie solange, bis es unerträglich wird. Dann rauche ich. Kopfschmerzen und ein eisiges Gefühl der Distanz ... zu allem. Bis sie wiederkommt , die Übelkeit.
Eigentlich bin ich glücklich. Ich bin endlich frei. Ich liebe. Ich lebe.
Doch was ist mit meinem Kind?
>..das hättest du dir früher überlegen müssen! Nun gibt es kein Zurück.
"Ich habe lange überlegt und weiß dass ich richtig gehandelt habe."
>..so? wieso hast du dann noch Zweifel?...
Der Druck auf meinen Schultern wächst an, wird unerträglich.Das Gefühl, mein Rückrad zerbricht... jetzt gleich!
Zu weinen wäre jetzt ein Eingeständnis, mich geschlagen zu geben, verloren zu haben. Wer tröstet mich?
Die Übelkeit steigt mir langsam den Brustkorb empor, drückt mir die Luft zum atmen ab, schnürt mir den Hals zu.
Was soll ich sagen? Ich merke, daß ich gar nichts mehr sagen kann, sonst bricht es im wahrsten Sinne des Wortes aus mir heraus. Wenn ich auch nu8r den Kopf hebe. Mich bewege.
Ich bin wie gelähmt, nur meine Hand darf noch hastige Bewegungen machen, doch selbst diese werden langsam zur Qual im Kampf gegen die alles erstickende Übelkeit.
> ...Warum tust du deinem Kind an, was dich selbst am meisten verletzt? Ihr eine vertraute Person zu entreißen.. Es für sein ganzes Leben mit Verlustangst zu quälen...
Ich stoße sauer auf. Das Beißen im Hals läßt mich krampfhaft schlucken und doch verspricht es Erleichterung .... tief durchatmen, die Luft anhalten... darauf hoffen das die Zeit vergeht.
Die Übelkeit durchbricht selbst den angehaltenen Atem, eine Mücke sirrt um mich herum.
Ich starre auf meine Hand. Wie sie scheinbar batteriegetrieben Dinge aufschreibt, die,erst wenn ich sie lese, von meinem Gehirn registriert werden.
Die Übelkeit zieht sich zurück, um Sekunden später mit scheinbar doppelter Härte zurück zu kehren.Ich habe das Gefühl, sobald ich aufhöre zu schreiben, platze ich, geht die Welt unter, passiert irgend etwas Schlimmes...
Ich harre aus. Und muß grinsen, weil ich mir vorstelle, wie ich mit stockernstem Gesicht auf der Couch sitze und wie eine Wilde vormichhinkritzele.. Doch schon ist dieser kurze Moment der Komik vorbei.
Wenn ich jetzt sterben würde, so gehzt es mir durch den Kopf, würde die Welt sich einfach weiterdrehen, mein Kind würde seinen Vater nicht "verlieren" und alle wären glücklich bis an ihr Lebensende....so ein Quatsch.
Ich muß schon wieder grinsen. Unwillkürlich steigt mir ein Kichern den Hals empor und ein unartiger Kiekser schleicht sich aus meinem Mund.
Ich lehne mich zurück. Irgendwie habe ich kein Bedürfnis mehr, weiter zu machen ...
Ich lege den Stift weg und lächle vor mich hin...
(Montag, 2. Oktober)
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Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 20.11.2000    um 13:00 Uhr   
was hast du getan?
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Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 20.11.2000    um 18:57 Uhr   
Hi branwen,
du hast mich wirklich nachdenklich gemacht. Kenne deine Geschichte nicht, weiß nicht ob es wirklich so aussichtslos ist. Kenne die Situation, habe auch ein Kind dessen Vater ich nicht bin. War bei uns nie ein Problem. Hatten nie Streit deswegen. Als ich mit meiner Frau zusammen kam war Roman 4 Jahre alt, war nicht leicht für Ihn, nicht leicht für seinen Vater und auch nicht leicht für mich. Aber wir wußten alle das wir egal was passiert, immer für unser Kind da sein wollten. Haben nie Streit auf dem Rücken unseres Kindes ausgetragen. Waren immer Fair zu einander. Heute ist Roman 9, so stolz auf seine 2 Väter, das er vor seinen Schulkameraden, so sehr schwärmt wie cool das ist zwei Väter zu haben. Das es vorgekommen ist, das sie nach hause gelaufen sind und ihren Eltern vorgeschlagen haben sich zu trennen, hi hi. Echt ohne Scheiß. Haben uns alle tierisch drüber gefreut. Wollte Dir eigentlich nur sagen „eine Trennung muß nicht unbedingt schlecht für ein Kind sein“ Wenn du mal Lust hast zu reden, melde dich bei mir. Würde mich freuen.
Alex (Feuerpferd)
(was für ein deutsch........ smile )
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Nutzer: Gast_Branwen
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geschrieben am: 21.11.2000    um 13:14 Uhr   
Ach Alex.
Was ich getan habe? Ich habe mich vom Vater getrennt. Naja und manchmal habe ich halt Schuldgefühle meiner Tochter gegenüber.
Aber an sich geht es mir so wie es jetzt ist viel besser als vorher.
Ich mußte soo grinsen, als ich deinen zweiten Beitrag gelesen habe... und ich bin froh, daß eine Trennung auch so für das geteilte Kind "enden" kann.
Lächelnd
Branwen
(mal ganz doll ihren Grautod drückt)
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Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 21.11.2000    um 13:59 Uhr   
weißt du, die kinder bekommen eh mit wenn was nicht stimmt. meist ist es dann besser sich zu trennen und wieder frieden einkehren zu lassen. hast dann viel mehr möglichkeiten, alles richtig zu machen. wie gesagt, wenn du mal bock hast zu reden........ denke du findest mich irgendwo im nirgendwo.......
ich denk mal ganz doll an dich.
Alex (Feuerpferd)
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Nutzer: Gast_Branwen
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geschrieben am: 21.11.2000    um 14:20 Uhr   
Ich weiß, Alex, deswegen hab ichs ja gemacht... gern mal reden...
mir gehts aber ganz gut. das der Text erst jetzt im Forum steht, heißt ja nicht, das es mir (erst) jetzt schlecht geht... im Gegenteil. nun traue ich mich das öffentlich zu machen, wenn du weißt was ich meine...
*lächelt*
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Nutzer: Gast_feuerpferd
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geschrieben am: 21.11.2000    um 16:50 Uhr   
sicher weiß ich was du meinst, bin ja gar nicht so borniert wie viele immer glauben, smile. werde mich einfach mal zu dir setzen und dir zu lächeln...
Alex (Feuerpferd)
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Nutzer: Gast_Branwen
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geschrieben am: 27.11.2000    um 13:01 Uhr   
...das würde mich sehr freuen...
*mit ihren Augen lächelnd...*
Branwen
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