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Der Flüchtende und sein kostbarer Schützling

Nutzer: Deedlit
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geschrieben am: 20.11.2000    um 20:01 Uhr   
Eine unscharfe, dunkle Shilouette schleppte sich mit mühevoll anmutenden, trägen Bewegungen wie einen nassen Sandsack so plump und schwermütig durch die schwärzeste Nacht aller Nächte.....aufgeblähte Wolken fraßen am Horizont den pechfarbenen Nachthimmel mit all den silber leuchtenden Sternen, näherten sich drohend und mit mächtigen Gebärden wie eine unausweichbare Gefahr...wo bin ich?
Vielleicht flüchtete jedes Wesen schon lange, dessen Bewegungen so langsam und ohne Anmut waren, vielleicht waren seine Kräfte so ausgezehrt und erschlafft, dass es einfach nicht mehr in der Lage war, seine bleischwer erscheinenden beine über den Asphalt zu heben. Oder vielleicht befand sich jedes Wesen nur auf einer reise...
Sein Kopf neigte sich gen Boden. Nein, es war keine reise.... Von vorne stob ein frostiger Wind dem Fremden entgegen, als wollte er mit seinem eisigen Schneiden jenen davon abhalten, weiterzugehen, sein Ziel zu erreichen, wo immer es war....so kam es dem Flüchtenden in der Tat vor, es war, als hätte sich die gesamte Natur gegen ihn gestellt, gegen ihn und das, was er bei sich hatte. Das, was er tragen musste, was ihm als einziges auf der Welt wirklich teuer und unvermittelbar eigen war. Sein Atem wurde zu weißem Dampf, der wie ein hauchiges Flüstern emporsäuselte und von der Dunkelheit, jener, die jedes Leben begierig in sich einsog, verschlungen wurde...unwiederbringlich erstarb er, ohne jeden Laut....
Der Wind wurde stärker,das Wesen stemmte sich doch mit nicht zu brechender Sturheit gegen seine Gewalt.... es musste weiter, es durfte nicht stehen bleiben, sie siegen lassen, alle die, die hinter ihm her waren...hinter ihm und jenem, das er beschütze..... der Flüchtende glaubte Flammen vor sich zu sehen... wilde, unbezähmbare Flammen, deren Glut vor ihm emporstop und deren unglaubliche Hitzewellen sich auf ihn pressten,seinen Körper wie eine schwache feder im Sturmwind zerrissen... gefolgt von sprühenden Funken, die auf seiner haut stechend schwarze flecken hinterließen...Schmerzen.... die Glieder schmerzten vor Kälte.....rissen ihn aus dem Albtraum heraus....er blinzelte und rieb sich die Augen.
Noch knapp war er ihnen entkommen...ihnen und ihren Giften, Feuern und ihren Händen, sie sich ihm unnachgiebig ins gesicht drückten und versuchten jeden Funken Leben in seiner Brust zu ersticken..... Nein, er durfte nicht aufgeben.
Mahnendes Grollen hallte über die Ebene....und plötzlich roch der Wind nach Wärme....und Feuchtigkeit....
Einige aufgeregte Vögel schossen schneller als Pfeilspitzen hoch über ihm hinweg, trotzten dem Sturm, glitten auf ihm und stiegen immer weiter in heimtückisch klare Himmel..... Einfach so wegfliegen, dachte er, einfach fort.... doch fliegen konnte man nur mit 'ihren' Flügeln, ohne an Mauern zu prallen, zu stürzen und dann kläglich unter 'ihrer' Last zu verenden...
Wo bin ich nur.... er hatte es wohl wirklich vergessen. Weder wohin, noch welchen Weg er dorthin nehmen musste, wusste er....nur, dass er laufen musste, bis seine Beine unter ihm zusammenbrachen... selbst dann, und wenn 'sie' ihm schon nahe wären, so nahe, dass er den Atmen, der 'ihren' eingezwängten Leibern entkroch im Nackenhaar spüren könnte, würde er die Finger in den Boden rammen, nach dem grünen Gras, das niemandem Untertan war, greifen und sich daran weiterziehen.... alles hinter sich her, sie gebrochenen Beine, den erschöpften Leib..... die Hülle möglichst weit weg bringen, damit der Inhalt sich nicht vor den schmutzigen Füßen der aufrechtgehenden Aasgeier verbreitete....kein einelner Tropfen, kein Wort, kei einziger dieser kostbaren Atemzüge dürfte von ihnen zertreten werden.... weit weg, bevor die Hülle bricht,....
Seine Gedanken waren unglaublich Klar, und doch wankte er, als tobte Chaos in seinem Kopf und drohte Ohnmacht seiner Seele...
Er verlor seine Stiefel im Morast, als seine ungelenkten Schritte ihn von der Straße ab führten und er kurz darauf niederfiel, sich mit den Mantel in den Sträucher
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