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geschrieben am: 05.04.2001 um 21:18 Uhr
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Lieber S.,
Ich habe jetzt Brüste. Das heißt nicht, dass ich mit dir schlafen würde. Aber jetzt könntest du zurücknehmen, was du über meinen Körper gesagt hast, der deiner Meinung nicht wohlproportioniert war.
Lieber C.,
Du bist ein Verlierer und wirst auch immer einer bleiben. Du wirst irgendwann eine langweilige Frau heiraten und einen Haufen lahmer, langweiliger Kinder haben, die sehr viel Sport treiben werden, aber in keiner Sportart bemerkenswerte Leistungen erzielen werden, weil sie genauso sein werden wie du – engagiert und integriert, aber unfähig, irgendetwas besser zu machen als der Durchschnitt. Du bist der hohlste und normalste Mensch, der mir je über den Weg gelaufen ist – und du bist unterdurchschnittlich, ignorant und widerlich.
Lieber M.,
Es tut mir leid, dass ich so gemein zu dir war, als wir zusammen waren. Ich war wirklich ziemlich fies zu dir – und das mit der Hackfleischpizza war nicht so gemeint; inzwischen ist deine Akne ja relativ gut verheilt.
Aber du musst zugeben, dass du mir hinterhergelaufen bist wie ein Dackel und meine Freunde haben sich über mich lustig gemacht, weil ich mit dir ausging, denn du hattest den Ruf, ein langweiliger Verrückter zu sein.
Ich hoffe, du endest nicht als (Hackfleisch-)Pizzajunge; soweit ich mich erinnern kann, waren deine Talente und Professionen schon immer sehr beschränkt.
Lieber P.,
Wenn du schwul bist, dann verzeihe ich dir voll und ganz, dass du mich verlassen hast. Wenn du nicht schwul bist, dann bist du in meinen Augen ein Arschloch und ich werde dich für alle Ewigkeit hassen.
Bitte sei schwul!
Lieber T.,
Danke für die zwei Wochen Hausarrest, die du mir eingebracht hast, indem du meine Mutter angerufen hast und ihr erzählt hast, ich würde „auf dir herumhacken.“ Ich habe in den zwei Wochen eine sehr gute Party verpasst, und nur du bist schuld daran. Und das ist nur ein Bruchteil von dem Mist, den du mir zu der Zeit eingebrockt hast. Deinen Verlobungsring habe ich meiner Nichte geschenkt.
Lieber F.,
mir ist immer noch ganz mulmig, wenn ich abends allein zu Hause bin, weil ich Angst habe, du könntest plötzlich auftauchen und mir von hinten eins über den Kopf ziehen. Natürlich erzähle ich das niemandem, weil sonst alle glauben würden, ich sei paranoid.
Ich hoffe, sie haben inzwischen gemerkt, dass du verrückt bist, und dich für immer eingesperrt.
Lieber A.,
Ist es eigentlich „trendy“, Intelligenz mit Arroganz zu kompensieren?
Ich meine ja nur.
Lieber R.,
ja, ich bin kritisch und zimperlich – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass du ein Verlierer bist. Und ja – ich komme sehr gut vorwärts... im Gegensatz zu dir.
Du bist ein Werkzeug, das nur zum Ausnutzen geschaffen ist.
Lieber G.,
Meine ganze Familie verarscht mich, weil ich mit dir zusammen war. Ich muss zugeben, dass sie das zu Recht tun, auch wenn ich wünschte, sie würden endlich damit aufhören. Ich hoffe, deine Schwester hat dir ausgerichtet, was ich damals über dich gesagt habe... du weißt schon, auf der Geburtstagsparty von deiner Cousine. Ich war zwar stockbesoffen, aber ich habe es trotzdem so gemeint.
Lieber V.,
Danke für die Sätze “Es liegt nicht an Dir” und “Lass uns Freunde bleiben”. Ich hatte von Anfang den unweigerlichen Eindruck, dass du es ernst mit mir meinst und dass du ein wirklich ehrlicher Mensch bist – tja, und ich hatte anscheinend recht. Ich habe keine Ahnung, wo du jetzt bist und was du in den letzten zwei Jahren getrieben hast, mein Freund, und ich bin wirklich der Meinung, dass du ein schmieriges Stück Dreck bist – aber hey... es liegt nicht an dir.
Your friend forever,
N.
Lieber F.,
Und? Hast du ihr inzwischen mitgeteilt, dass du sie mit mir betrogen hast? Wenn du es ihr sagst, wird sie wohl kaum schockierter sein als ich damals, als ich von ihrer Existenz erfuhr. Vergiss nicht, du wolltest sie ja für mich verlassen – hast du gesagt... vor einem halben Jahr...
auf die Uhr schauend,
N.
Lieber T.,
es gibt Argumente dafür und dagegen, Menschen zu treffen, die man via Internet kennengelernt hat. Du bist höchstwahrscheinlich das schlagkräftigste Argument dagegen. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn du deinen Rücken rasiert hättest. Möglicherweise hätte ja auch schon eine Persönlichkeitstransplantation gereicht…
Seufz...
N.
[DER TEXT IST NICHT AUSSCHLIESSLICH VON MIR VERFASST.] |
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