| "Autor" |
Der Wunschbrunnen |
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geschrieben am: 30.11.2000 um 16:04 Uhr
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Auf einer meiner Wanderungen
die mangels Ruhm noch nicht besungen
hab einen Brunnen ich gefunden
der Weg dorthin ist nun verschwunden
Kaum näherte ich dem Kunstwerk mich
erschreckte ich gar fürchterlich
als weit unten aus des Brunnens Tief
mich eine dröhnend Stimme rief
"ein Wunschbrunnen" fuhr es mir in den Sinn
und war gerissen völlig hin
doch um sicher zu gehen rief ich ihm zu
"Erfüllst denn wirklich Wünsche Du?"
die Antwort war laut, und dröhnt ungeheuer
riß Mörtel gar aus des Brunnens Gemäuer
doch leider versteh ich die Worte nicht
die jene Stimme zu mir spricht
mutig und hoffend, denk ich so vor mich hin
vielleicht versteht er, was ich hab im Sinn
und rufe -eingedenk, wie verkrampft meine Wade-
ihm zu, ich hätt' gerne ein Bade
Darauf beginnt ein mächtiges Grummeln
und ich höre die tiefe Stimme Brummeln
grelles Licht und dann seh ich -wie schade-
ab Boden herumkriechend nur eine Made
Da habe ich wohl, hab ich mir gedacht,
ein wenig genuschelt, aber es wär doch gelacht
wenn nicht der zweite Versuch einen Wunsch zu erfüllen
mir besser gelänge, ich muß nur laut brüllen
So stellte ich mich direkt vor den Schacht
und gab dabei auf morsche Steine gut acht
Dann schrie ich hinein, so laut es nur ging
"ein Bad in der Wanne er mir doch bring"
Und wiederum lärmt es und dröhnet und scheppert
ich halt die Ohren zu und gucke bedeppert
nachdem ein Lichtblitz war verpufft
steht eine Tanne, wo eben noch Luft
Und während ich diese entgeistert mir anseh
stell ich plötzlich fest, da tat mir was weh
und will gerade stöhnend nach meinem Kopfe greifen
als ich sehe im Gras vor mir den Reifen
"Ein Bad in der Wanne,
kein Rad in der Tanne!
DAS wollte ich, Du steindummes Rund!"
Getöse und Blitzschlag - vor mir steht ein Hund.
Ein wenig verwirrt zwar, doch wirkt er erfreut
und tut, wovor sich ein Mensch hätt' gescheut:
er läßt an der Tanne erleichtert sein Wasser.
Na macht nichts, dann ist sie halt jetzt etwas nasser.
Doch so leicht lasse ich mich nun nicht abschrecken
und wünsche mir lauthals viel Wasser mit Becken.
Kaum ausgesprochen, poltert's und blitzt's
so daß der Hund schnellstens wegflitzt.
Und um den Brunnen, die Tanne und mich
wuchsen dichteste Hecken fein säuberlich.
Noch immer kein Bad, nur Bäume und Laub
und jede Menge trockener Staub.
"Ach laß mich in Ruhe, Du Brunnensubstrat
Deine Hörfehler, die werden mir langsam zu fad!
Ob Du zaubern kannst, interessiert nicht die Bohne!"
Gepolter und Licht - wie kam ich in die Baumkrone?
"So langsam wird es mir wirklich zu dumm
wärest doch statt stocktaub, Du lieber stumm.
Nun muß ich hinabklettern diesen vermaledeiten Stamm!
Und schon poltert's wieder - diesmal war's ein Lamm.
Nach mühsamem Klettern ich den Boden erreiche
"Nun glaub ja nicht, daß ich vor Dir weiche!"
Brüll' ich genervt in des Brunnens Richtung
Und das war das Ende der einstigen Lichtung.
Wo vor Sekunden noch Ebene war
bot nun ein Eichenwald sich dar
in seiner Mitte, wen wundert das
standen lauter Hecken und eine Tanne - sehr nass
Das Lamm blökt Protest, schaut mit Vorwurf mich an
als ob für die Bauminvasion ich etwas kann
der Hund ergänzt freudig den Lärm zum Duett
und ich, ich wünsche mir nur noch ein Bett.
Ich würde ja gerne fliehen von hier
doch als ich gehen will, dämmert es mir
daß der Weg, der vorher deutlich und klar
jetzt unter Eichen verborgen war
Voll Zweifel und Furcht, was geschehen wohl mag
ich kniend doch einen letzten Wunsch wag
"Lieber Brunnen", so sage ich, deutlich und klar
"bring bitte mich dorthin, wo gestern ich war."
Kein Lärm und kein Blitzschlag folgte dem Wort
nur eine Stimme ertönt an dem Ort
"Wie schön, daß Du endlich besinnst Dich der Sitte,
will man etwas haben, so sagt man BITTE"
Und während der Brunnen also dies sprach
wurde ich plötzlich in meinem Bett |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.11.2000 um 21:30 Uhr
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