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"Autor"

Der Stern

Nutzer: cerenity
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geschrieben am: 03.12.2000    um 16:54 Uhr   
[i]Der Stern[/i]

[i]Ich träumtŽ einmal, ich lägŽ, ein blasser Knabe,
in einem Kahne schlafend ausgestreckt
und meiner Lider fein Geweb durchflammte
der hohen Nacht geheimnisvoller Glanz.
Und all mein Inneres wurde Licht und Schimmer,
und ein Entzücken, das ich nie gekannt,
durchglühte mich und hob mein ganzes Wesen
in eine höhere Ordnung der Natur.
Ein leise Tönen hielt mich hold umfangen,
als zitterte in jedem Sternenstrahl
der Ton der Heimat, die ihn hergesendet,.
Ein Ton vor allem aber traf mein Herz
und ließ die anderen mehr und mehr verstummen
und tat sich auseinander wie der Kelch
der Königin der Nacht und offenbarte
von seinem Grunde mir sein süßes Lied...[/i]
[i]>>Wir grüßen dich in deine stillen Nächte
als deiner Zukunft tröstliche Gewähr,
es schalten ungeheure Willensmächte
in unser Tage blindem Ungefähr.
Sie ziehn dich von Gestaltung zu Gestaltung,
heut schleppst du dich noch schweren Schrittes hin,
doch bald begabt dich freie Entfaltung
mit reicher Natur und höherem Sinn.
So Wandeln wir auf leichtem Tänzerfüßen,
die wir dereinst auch dein Geschick geteilt,
und dürfen dich mit einem Liede grüßen,
das dich auf Strahlen unseres Sterns erteilt.[/i]
[i]flüchte bald nach unsern Lustgefilden,
und laß der Erde grauen Dunst,
sähst du, zu welch göttlichen Gebilden
und schuf des Schicksals heiß ersehnte Gunst![/i]
[i]Auf Blumen wandeln wir wie leichter Falter,
aus den Früchten saugen wir der Kräfte Saft,
uns ficht keine Elend an, zerbricht kein Alter,
der frühern Leiden lächelt unsre Kraft.
Dann allzu schön, als daß wir uns entzweiten,
erschuf und das Gestirn, das uns gebar -
wir könnten uns nicht Schmerz und Not bereiten,
die Schönheit macht uns alle Feindschaft bar!
Wir lieben uns aus tiefsten Herzensgründen,
wir trinken unsers Anblicks Glück und Huld,
wir wissen nichts wie ihr von fahlen Sünden,
und keinen ängstigt das Gespenst der Schuld.[/i]
[i]O komm! daß sich die dornenlose Rose
auch deiner Schläfe duftend schmiegen kann!
Die Schönste Schwester diene deinem Lose
und schenke dich dem schönsten Mann - o komm -!<<[/i]
[i]Da unterbrach ein dumpfer Glockenton
die reinen, feinen Stimmen jener Welt.
Ich richte mich halb im Bette auf -
und sah viel Sterne durch meine Fenster glühn...
und sank zurück. Und weiter floß die Nacht.[/i]
[i]Christian Morgenstern[/i]
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