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geschrieben am: 07.12.2000 um 14:16 Uhr
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Sie sah ihm ausdruckslos nach. Ihr Blick heftete sich auf seinen Gang, den sie zu ANfang so schön fand. Nun fand sie, daß er ging wie ein Bauer, der 8 Stunden Arebit auf dem Feld hinter sich hatte. Leicht schlurfend, aber mit genügend Schwung, um gerade noch nicht müde auszusehen.
Erst als er um die Ecke verschwand, begriff sie, daß sie ihn wohl nie wieder sehen würde. Erst in diesem Moment, als er beinahe noch da war, wurde ihr die Endültigkeit der Situation bewußt. Er hatte sie verlassen. Und sie blieb zurück.
Ein unbewußtes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie an die Abschiedsszene in CASABLANCA denken mußte. Dem hier nicht unänlich, doch auch ganz anders. Sie weinte nicht, noch nicht. Noch war es ihr nicht klar, daß er sie verlassen hatte. Noch war sie in diesem merkwürdigen Zustand zwischen Schock und Erleichterung über die endlich geklärten Verhältnisse. Doch bald schon würde es durchsickern zu ihrem Verstand. Bald schon würden ihre Gefühle einen Tanz vollführen. Bald schon würde sie die Vergangenheit anders sehen, würde sich der purpurne Vorhang darüberlegen. Sie steckte die Hände in die Taschen ihres Mantels, drehte sich langsam um und ging dahin zurück wo sie hergekommen war. Schlenderte am Fluß entlang, sah auf das sich kräuselnde Wasser. Schon jatzt begann sich ihr Herz zu verkrampfen, bei dem Gedanken, das er nicht um sie gekämpft hatte. Er hatte aufgegeben. Sie war ihm nicht wichtig genug. Sie schluckte schwer bei den Gedanken, die sich in ihrem Kopf einfraßen.
Er hatte kein Wort gesagt zu ihren Bedenken, die Beziehung fortzuführen. Kein "aber", kein "lass uns doch". Nichts dergleichen. Er nickte nur stumm und war gegangen, ohne ein Wort. Die Szenerie erschien ihr im nachhinein fast grotesk, unwirklich. Er hatte sie kalt angesehen. Alles was er ihr je zuvor gesagt hatte, strafte er in diesem Moment lügen. Nun wußte sie es. Aber sie empfand keine Erleichterung mehr. Nur noch Schmerz breitete sich in ihrem Herz aus, nagte sich fest. Sovieles was er sagte war sie fast bereit gewesen zu glauben und doch war alles nur ... sie grübelte. Was war es gewesen. Ihr Verstand konnte es nicht mehr fassen. Was war es gewesen ? Diese Frage sah sie vor sich in großen Buchstaben, doch so sehr sie sich bemühte, sie fand keine Antwort, verstand es nicht. Alle Worte, die er ihr ins Ohr geflüstert hatte, geschworen hatte, sie ernst zu meinen, waren am Ende nichts weiter als blinde Buchstaben. Die sie nun so tief verletzten, wie sie damals gefielen. Ihre Gedanken überschlugen sich. Der Schmerz war kaum zu ertragen. Sie strauchelte, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Ermahnte sich zur Kontrolle. Schrie sich im geiste an, es doch so gewollt zu haben. Aber nun waren sie da die Gedanken, nun konnte sie sie nicht mehr vergessen. Nun fraßen sie sich durch ihren Verstand. Es war alles Lüge gewesen. Sie schluchzte leise, nur um sich dann auf die Lippen zu beißen. Nein, sie würde nicht weinen, nicht hier. Zitternd steckte sie sich eine Zigarette an, inhalierte den rauch tief in ihre Lungen und bließ den Rauch bebend in die kalte Novemberluft. Sie fühlte sich plötzlich so leer, so benutzt, so weggeworfen. Wieder kullerte ihr eine Träne die Wange entlang. Diesmal ließ sie die Träne ihren Weg gehen, ließ sie herabfallen und auf ihrer Schuhspitze zerspringen. Und plötzlich war er da. Der Gedanke, der sie fast zu Boden drückte. Er hatte sie weggeworfen, weil sie ihn nicht so lieben konnte, weil sie Zeit gebraucht hatte, die er ihr oft versprochen hatte und nun nicht gegeben hatte. Alles war Lüge gewesen, schoß es ihr wieder durch den Kopf und ihr Herz verkrampfte sich dabei. Doch der Gedanke ihrer Schuld, ihrer Unfähigkeit ließ sie nicht mehr los. Immer tiefer grub es sich in ihren Verstand. Kaum noch denkend, mußte sie sich am Geländer festhalten, das sie zur rechten vom Fluß trennte. Ihr Herz schien aufhören zu wollen zu schlagen. Er hatte sie weggeworfen, weil sie es nicht wert war. So einfach war das und so schmerzhaft. Kei |
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