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geschrieben am: 13.12.2000 um 13:50 Uhr
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Die Geschichte vom Lametta
Weihnachten naht, das Fest der Feste -
Das Fest der Kinder - Fest der Gäste -
Da geht es vorher hektisch zu ........
Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen -
Hat man auch Niemanden vergessen ...?
So ging's mir - keine Ahnung habend -
vor ein paar Jahren - Heiligabend -
der zudem noch ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar,
sprach meine Frau: "Tu dich nicht drücken,
Du hast heut' noch den Baum zu schmücken!"
Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Den Baum gestutzt - gebohrt - gesägt -
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne.
Zum Schluß --- ja Himmeldonnerwetta ---!
Nirgends fand ich das Lametta !
Es wurde meiner Frau ganz heiß
und stotternd sprach sie: "Ja, ich Weiß;
Im letzten Jahr war's arg verschlissen -
Drum ham wir's damals weggeschmissen.
Und - in dem Trubel dieser Tage,
bei meiner Arbeit, Müh' und Plage,
vergaß ich, Neues zu besorgen!
Ich werd' was von den Nachbarn borgen!"
Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber -
Die hatten kein Lametta über!
Da schauten wir uns an verdrossen,
die Läden sind ja auch geschlossen...
So sprach ich denn zu meinen Knaben:
"Hört zu! Wir werden heuer haben
einen Baum - altdeutscher Stil,
Weil ... mir Lametta nicht gefiel...!"
Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen---
Und ich gab nach den Schmerzfontänen.
"Hör endlich auf mit dem Gezeta -
Ihr kriegt nen Baum - mit viel Lametta!"
Zwar konnt' ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm' die Silberstreifen...,
doch gerade, als ich sucht' mein Messa -
da les' ich: HENGSTENBERG MILDESSA" ---
Es war die Sauerkrautkonserve....!
Ich kombinier' mit Messers Schärfe;
Hier liegt die Lösung eingebettet---,
das Weihnachtsfest, es ist gerettet!
Schnell wurd' der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht -
Zum Trocknen - einzeln - aufgehängt -
und dann geföhnt, -- doch nicht versengt!
Die trocknen Streifen sehr geblichen
mit Silberbronze angestrichen -
Auf beiden Seiten Silberkleid!
Oh freue Dich, Du Christenheit!
Der Christbaum ward einmalig schön,
wie selten man ihn hat gesehn!
Zwar roch's süßsauer zur Bescherung;
Geruchlos gab's ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte die Wände;
Dazu noch Räucherkerz und Myrte -
der Duft die Menge leicht verwirrte!
Und jedermann sprach still, verwundert:
"Hier riecht's nach technischem Jahrhundert!"
Ne Woche drauf! ... Ich saß gemütlich
im Sessel, las die Zeitung friedlich,
den Bauch voll Feiertage-Rester -
s' war wieder Sonntag - und Sylvester.
Sprach meine Frau: "Du weißt Bescheid?
Es kommen heut' zur Abendzeit
Schulzes, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Sylvesterfeier ...
Wir werden leben wie die Fürsten -
s' gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!
Ein Schrei ertönt! - Entsetzt sie schaut:
"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut...!
Ich hab vergessen, Neues zu besorgen!
Ich werd was von den Nachbarn borgen!
Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber -
die hatten - leider - keines über!
Da schauten wir uns an verdrossen,
die Läden sind ja auch geschlossen...
Und so ward wieder ich der Retta;
Nahm ab vom Baume das Lametta!
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert;
Dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!
Dann, als das Ganze sich erhitzte -
das Kraut, das funkelte und blitzte -
da konnt ich nur nach oben flehn,
laß diesen Kelch vorübergehn...!
Als später dann das Kraut serviert
ist auch noch folgendes passiert:
Da eine Dame mußte niesen
sah man aus ihrem Näschen sprießen
tausend kleine Silbersterne...
"Mach's noch einmal; Ich seh das gerne"...
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| alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt. |
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