Auf den Beitrag: (ID: 28014) sind "5" Antworten eingegangen (Gelesen: 322 Mal).
"Autor"

masken

Nutzer: tjane
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geschrieben am: 17.12.2000    um 23:04 Uhr   
vermutlich hat diesen text hier schon irgendwann irgendwer gepostet, ich bin zu faul zum suchen... ich fand ihn - nachdenkenswert - quelle unbekannt, bekam ihn per mail, ein netztext wohl
et - voilá:
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Bitte höre was ich nicht sage. Laß dich nicht von mir narren. Laß dich nicht durch das Gesicht täuschen, denn ich trage 1000 Masken. Masken die ich fürchte abzulegen.
Und keine davon bin ich selbst.
So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde, Aber laß dich dich nicht durch das täuschen, um Gottes Willen laß dich nicht von mir narren.
Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich. Als sei alles sonnig und heiter in mir. Innen wie außen. Als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle. Als könne ich über alles bestimmen. So als brauchte ich niemanden.
Aber das ist meine Maske, darunter ist nichts entsprechendes, darunter bin ich, wie ich wirklich bin - verwirrt, in Furcht und allein. Aber ich verberge das. Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik und fürchte mich, mich Anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann.
Eine kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutauschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung, und ich weiß das. - wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden - mit Liebe. Aber das sage ich dir nicht. Ich habe Angst, daß dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird.
Ich fürchte, du wirst gering von mir denken und über mich lachen - und dein Lachen wird mich umbringen. Ich habe Angst, daß ich tief drinnen nichts bin - nichts wert. Und daß du das siehst und mich abweisen wirst. Und so spiele ich mein Spiel. Mein verzweifeltes Spiel: Eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles - was wirklich nichts - und nichts, was wirklich ist, was in mir schreit.
Und darum - hör sorgfältig hin. Und versuche zu hören, was ich nicht sage. Was ich gern sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede, und was ich nicht sagen kann.
Ich verabscheue Versteckspiel. Ehrlich, ich verabscheue dieses scheußliche Spiel, das ich da aufführe, ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich und spontan sein können. Ganz wie ich selbst. Aber du mußt mir helfen. Du mußt deine Hand ausstrecken, auch wenn es gerade das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Nur du kannst den leeren, toten Glanz in meinen Augen nehmen.
Jedesmal, wenn du freundlich und sanft zu mir bist, bekommt mein Herz Flügel. Sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen - aber Flügel. Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, daß du weißt, wie wichtig du für mich bist. Wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin. Wenn du willst. Bitte.
Ich wünschte, du wolltest es. Es wird nicht leicht für dich sein.
Die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern.
Aber man hat mir gesagt, daß Liebe stärker sei als jeder Schutzwall. Und darin liegt meine Hoffnung.
Nur du kannst mich aus meiner Schattenwelt aus Angst und Unsicherheit befreien. Aus meiner Einsamkeit. Übersieh mich - bitte, übergeh mich nicht. Versuche, die Wand einzureißen, hinter der ich zittere. Mit sicheren Händen - aber mit zarten Händen. Ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer ich bin, magst du fragen?
Ich bin jemand, den du sehr gut kennst.
Denn ich bin jedermann, jeder Mann und jede Frau, die dir begegnen.
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Nutzer: eshran
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geschrieben am: 18.12.2000    um 11:30 Uhr   
Ja, ich mag diesen Text auch :-)
Das Original ist meiner Kenntnis nach in Heinz Körner's "Johannes" zu finden:
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Nutzer: impala
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geschrieben am: 19.12.2000    um 10:44 Uhr   
[i]ist nur erschrocken sich selbst zu lesen, weil all das nur zu gut kennt ...[/i]
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Nutzer: Gast_chicita
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geschrieben am: 19.12.2000    um 11:55 Uhr   
ja..
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Nutzer: tjane
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geschrieben am: 19.12.2000    um 21:40 Uhr   
*laechelt* ist mir ja schon klar, dass es schwer faellt, zu so einem text etwas zu schreiben (geht mir jedenfalls auch so) - freut mich aber trotzdem, dass ich nun weiss, dass wenigstens einige ihn auch gelesen haben :-)
und eshran - danke fuer den autor :-))
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Nutzer: Silberelfe
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geschrieben am: 20.12.2000    um 15:51 Uhr   
Da gibts nichts zu erschrecken. Das macht jeder, impala. Niemand geht zu seinem Chef und erzählt ihm von seinen Problemen. Das wahre Ich zeigt man nur sich selbst.
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