Auf den Beitrag: (ID: 28310) sind "2" Antworten eingegangen (Gelesen: 306 Mal).
"Autor"

Photogen und Nykteris

Nutzer: Silberelfe
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 55

geschrieben am: 31.01.2001    um 20:29 Uhr   
Guten Abend, Waldbewohner und Nichtbewohner,
dies ist etwas, was ich euch gerne vorstellen möchte. Es stammt aus der Gattung der viktorianischen Kunstmärchen und ist die Geschichte von Photogen und Nykteris, vom Tagjungen und dem Nachtmädchen. Geschrieben wurde es 1879 von George MacDonald und da es sehr lang ist, werde ich hier nur die ersten Kapitel schreiben. Wenn ich Zeit finde und es erwünscht ist. werde ich in unregelmäßigen Abständen weiterschreiben.

~~~Photogen und Nykteris~~~

WATHO
Es war einmal eine Hexe, die wollte alles wissen. Aber je klüger eine Hexe ist, desto hftiger schlägt sie mit dem Kopf an die Wand, wenn sie daran stößt. Ihr Name war Watho und sie hatte einen Wolf im Kopf. Nichts interessierte sie um seiner selbst willen - sie wollte es nur wissen. Grausam war sie nicht von Natur aus, aber der Wolf hatte sie grausam gemacht.
Sie war groß und anmutig, ihre Haut war weiß, ihr Haar rot, die Augen schwarz mit einem roten Feuer darinnen. Sie war aufrecht und kräftig, brach aber hin und wieder gekrümmt zusammen, zitterte und saß dann einen Augenblick lang da mit über die Schulter gedrehtem Kopf, als ob der Wolf aus ihrem Kopf heraus auf den Rücken geklettert wäre.

AURORA
Diese Hexe hatte zwei Damen zu Besuch. Die eine davon gehörte zum Hof, und ihr Gemahl war auf eine ausgedehnte und schwierige Gesandtschaft geschickt worden. Die andere war eine junge Witwe, deren Gatte vor kurzem verstorben war, und die seitdem ihr Augenlicht verloren hatte. Watho brachte sie in verschiedenen Teilen der Burg unter, und beide wussten nichts voneinander. Die Burg stand am hang eines Hügels, der sich sanft in ein enges Tal schwang, durch welchen ein Fluß mit kieseligem Bett unaufhörlich singend floß. Der Garten reichte bis ans Flußufer hinunter und war von hohen Mauern umschlossen, die über den Fluß gingen und dort endeten. Jede Mauer besaß zwei Reihen von schmalen Zinnen, und zwischen den Zinnen befand sich ein schmaler Gang.
Lady Aurora bewohnte im obersten Stockwerk der Burg eine geräumige Wohnung mit mehreren südwärts gelegenen großen Zimmern. Die Fenster ragten erkerhaft über einen prächtigen Blick sowohl flußauf- und abwärts als auch über den Fluß hinüber. Die gegenüberliegende Seite des Tals war steil, aber nicht sehr hoch. Weit hinten waren beschneite Bergspitzen zu sehen. Selten verließ Aurora diese Zimmer, doch kamen deren luftige Geräumigkeit, die herrliche Landschaft und der Himmel, das viele Sonnenlicht, die Musikinstrumente, Bücher, Bilder, Kuriositäten im Verein mit der Gesellschaft Wathos, die sich bezaubernd gab, jeder Langeweile zuvor. Sie bekam Wildbret und Geflügel zu essen, und Milch und hellen goldnen Schaumwein zu trinken.
Ihr Haar war goldblond, wellig und gekräuselt; ihre Haut war hell, nicht weiß wie die Wathos, und ihre Augen waren blau wie der Himmel, wenn er am blausten ist; ihre Züge waren zart, aber kräftig; ihr Mund war groß und fein geschwungen und lächelte ständig.

VESPER
Hinter der Burg stieg der Hügel jäh an; in der Tat berührte der nordöstliche Turm den Felsen und stand mit dessen Innerem in Verbindung. In dem Felsen befanden sich nämlich eine Reihe von Kammern, welche allein Watho und Falca, der einzigen Dienerin, der sie vertraute, bekannt waren. Ein früherer Besitzer hatte diese kammern nach dem Grab eines ägyptischen Königs aufführen lassen, vermutlich zu dem gleichen Behuf, denn in einer davon stand in der Mitte etwas, das man einen Sarkophag nennen konnte, aber diese und auch andere waren zugemauert. Wände und Gewölbe waren mit flachen Reliefs nedeckt und zierlich bemalt. Hier brachte die Hexe die blinde Dame unter, deren name Vesper war. Ihre Augen waren schwarz mit langen schwarzen Wimpern; ihre Haut hatte das Aussehen von gedunkeltem Silber, war aber von reinster Farbe und Beschaffenheit; ihr Haar war schwarz und schön und floß glatt herab; ihre Züge waren vollkommen, und wenn auch weniger schön, so doch durch die Trauer um so liebenswürdiger; sie sah stets so aus, als wollte sie sich niederlegen und nie wieder aufstehen. Sie wusste nicht, dass sie ein Grab bewohnte, obwohl sie sich ab und zu darüber wunderte, daß sie niemals ein Fenster erfühlte. Es gab viele Sofas, die mit feinster Seide bezogen und weich wie ihre Wangen waren, auf denen sie liegen konnt; und die Teppiche waren so dick, daß sie sich überall hätte hinwerfen können - wie es sich für ein Grab geziemte. Der Ort war warm und trocken und kunstreich mit Luftlöchern versehen, so daß es dort immer frisch war und nur des Sonnenlichts ermangelte. Hier versah sie die Hexe mit Milch und einem Wein, so rot wie ein Karfunkel, und mit Granatäpfeln, roten Weintrauben und Vögeln, die in Sumpfgegenden leben; und sie spielte ihr traurige Weisen vor, ließ sie klagende Violinen vernehmen, erzählte ihr schwermütige Geschichten und hielt sie auf diese Weise beständig in einer Stimmung von süßem Kummer.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_murmurr
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 11.01.2001
Anzahl Nachrichten: 1

geschrieben am: 12.02.2001    um 02:24 Uhr   
@ Silberelfe

war leider lange fort
und kann - den göttern seis geklagt -
auch heut nicht lange bleiben.

du musst dich nicht wundern, dass mein name länger geworden ist, das liegt an meiner vergesslichkeit und an der uhrzeit.


und wegen der ausgebliebenen reaktionen .........?

da sei nicht traurig, kleine elfe,
du wolltest den menschen freude machen
mit dieser geschichte.

man wird den willen für die tat nehmen!


ich aber, ich bin wirklich traurig,
traurig, weil du so wenig eigenes schreibst.
ja, ja, ich weiß, du hast "durchaus nicht die absicht......"
das klang schon ganz schön zornig - damals.
dabei wollte ich dir nur mut machen;
denn mehr braucht es manchmal gar nicht.

und für deine worte hast du damals mehr zuspruch
bekommen, als für diesen wirren mythenverschnitt
und urselchens wochenende zusammen.
wenn du also schon mir nicht glauben willst,
dann vielleicht den tatsachen.

einen versuch noch, ja? - bitte ! wenigstens einen!
was ist das schon?
weniger echo als es hier gab kann es ja gar nicht geben.

ein einziger, schöner gedanke !
eine gelungene metapher !
eine kleine träne
ein flüchtiges lächeln ....
es ist doch so leicht
für dich
und doch so schwer
ich weiß

aber - glaub ruhig an dich - du kannst es !

und wenn du halt noch einmal durch die nächtlichen straßen
gehen musst.
oder mit endlich offenen augen alte familienfotos betrachtest.
oder, oder, oder ..........
das ist gänzlich austauschbar - die musen sind eh sehr
unzuverlässige weibsbilder.
die kommen grundsätzlich nicht zu verabredungen.

so, und nun lächele wieder, kleine elfe, - lächele.


mur

ps

ich liebe dich noch immer


Geändert am 12.02.2001 um 02:29 Uhr von murmurr
  Top
"Autor"  
Nutzer: Silberelfe
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 55

geschrieben am: 23.02.2001    um 19:47 Uhr   
Lieber Mur,
es tut mir Leid, ich war "damals" ziemlich ungerecht dir gegenüber. Ich bin halt noch jung...*zuckt verlegen mit den Schultern ob dieser faulen Ausrede* und du hast wohl Recht.
Jedoch traue ich mich nicht zu schreiben, da ich wenig bis gar nicht kritikfähig bin - ich beherrsche die Kunst der emotionalen Abschirmung noch lange nicht so gut wie ich es können (und) wollen (und) muss.
  Top