| "Autor" |
Brief an ... |
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geschrieben am: 03.02.2001 um 23:52 Uhr
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Liebe Mutti!
Wo immer Du jetzt auch sein magst - vielleicht im Himmel?
Falls es "Den Himmel" gibt -
Wie lang ist es her, seit wir das letzte Mal miteinander redeten? Fast 18 Jahre.
Unser letztes Gespräch war so angenehm und entspannt. Über 4 Stunden unterhielten wir uns am Telefon (damals gab es noch die Gebühren von 20 Pfennigen pro Gespräch).
Und dann, kurz danach (Du wolltest nur noch eine Zigarette rauchen vor dem Schlafengehen)geschah das Unglück...
Nein, ich will es nicht noch einmal schildern. Zu schlimm ist die Erinnerung daran.
Erst glaubte ich, dass ich Deinen Tod einigermaßen gut verkraftet hätte. Doch das war ein Trugschluss von mir.
Tagsüber war alles so weit in Ordnung, da ich mir ja schon eine plausible Erklärung für den Tod zurecht gelegt hatte: Du warst ohnehin schon schwer krank und gar nicht mehr lebensfroh, da war es schon das Beste so. Du warst von Deinen Leiden befreit - so dachte ich.
Nachts im Traum jedoch, war es so, dass Du immer noch in Deiner Wohnung auf meinen Besuch wartetest und ich nicht verstand, weshalb Du totgesagt wurdest.
Immer hatte ich auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Das hielt nach dem Erwachen noch eine längere Zeit an.
Waren es Schuldgefühle, weil ich Dich nicht mehr im Krankenhaus besucht hatte? Der Arzt hatte mir doch aber abgeraten, Dich so zu sehen. Vielleicht war es besser so, damit ich Dich unversehrt in Erinnerung behalten konnte?
Nach ein paar Jahren dachte ich öfter über unsere Beziehung zueinander, ab meiner Kindheit, nach. Ich nahm Dir allerhand übel, dachte, ich hätte eine bessere Kindheit verdient.
Seit etwa 9 Jahren hat sich meine Sichtweise geändert.
Ich weiß heute, dass Du für mich nur das Beste gewollt hast und leider nicht in der Lage warst, mir das zu geben, was Du gern gegeben hättest: Eltern, Geborgenheit und Wohlstand.
Vieles in Deinem Leben ging schief. Dann kam noch der Alkohol dazu, der nur noch tiefer in den Abgrund führte.
Ein trauriges Leben hattest Du. Darüber könnte ich manchmal weinen.
Dabei sollte dies gar kein trauriger Brief werden. Denn, etwas hat zwischen uns immer gestimmt: Die Liebe und Zuneigung füreinander!
Und dafür, liebste Mutti, möchte ich Dir mit diesem kleinen Brief danken.
Du hast mich immer spüren lassen, wie lieb Du mich hast.
Mein Trost ist heute: Ich glaube, dass Du mich von irgendwo siehst und Dich mit mir darüber freust, dass es mir gut geht. Und Du weißt auch, dass Du in meinem Herzen immer weiter leben wirst - bis an mein Ende.
Nach "Irgendwo" grüßt und küsst Dich
Deine Tochter
Ich hab Dich lieb! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.02.2001 um 01:30 Uhr
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*lächelt*
du musst sie sehr geliebt haben, gabi... trotz ihrer fehler und vielleicht auch gerade wegen ihrer fehler...
bewahr sie tief in deinem herzen... ihre liebe zu dir und auch deine liebe für sie
*denkt an ein anderes posting hier... und wie weh es wohl der mutter, bzw. den eltern tun würde, wenn sie dieses posting je sehen würden*
xeena |
| Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe? |
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